«Reputation»

08. November 2017 18:43; Akt: 08.11.2017 18:43 Print

Kommt am Freitag Taylor Swifts Rachealbum?

Taylor Swift releast am Freitag ihr sechstes Album «Reputation». Millionen Fans können kaum mehr schlafen. Womit sie sich die Zeit vertreiben.

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Taylor Swift hat genug. Mit dem Musikvideo zur ersten Single ihres kommenden Albums «Reputation» (erscheint am 10. November) zeigt sie ihren Hatern, was sie von deren Stänkereien hält. Und nimmt sich dabei selbst nicht allzu ernst. «Reputation» – (auf Deutsch: Ruf). Den beerdigt Swift gleich zu Beginn des Videos. «Hier ruht Taylor Swifts Ruf», steht da auf einem Grabstein. Im weiteren Verlauf nimmt Taylor all die Schlagzeilen auf, die sie in ihrer über zehnjährigen Karriere gemacht hat. Gehen wir einmal quer durch das anspielungsreiche Video. Dem Grab, in dem ihr Ruf beerdigt ist, entsteigt Taylor sogleich als Zombie. Im Song erklärt sie sich selbst für tot: «Die alte Taylor Swift kann gerade nicht ans Telefon kommen. Warum? Weil sie tot ist!», singt die 27-Jährige. Sie schaufelt noch ein Grab für einen gewissen Nils Sjoberg. Diesen Namen benutzte Taylor als Pseudonym als Co-Autorin des Hits «This Is What You Came For», den sie mit ihrem Ex Calvin Harris schrieb. Schnitt: Taylor ist wieder Mensch und gönnt sich ein Bad in Diamanten. «Ich mag dein perfektes Verbrechen nicht», singt Talyor zu diesem Setting. Das könnte zum einen eine Anspielung auf Kim Kardashians Diamantenraub sein (Kim ist eine von Taylors Erzfeindinnen, mehr dazu gleich). Oder auf den jüngst gewonnenen Prozess gegen einen Radio-DJ, der sie sexuell belästigt hatte. Talyor liess sich dafür mit einem symbolischen Dollar entschädigen. Eine einzelne Dollar-Note liegt ebenfalls in der Wanne. Zurück zu Kim: Hier sitzt Taylor auf einem Thron. Sie trägt Schlangenringe. Taylors Fans haben nach dem Release der Single Kardashians Social-Media-Feeds mit Schlangen-Emoji zugespamt. Die Stimmung zwischen den beiden ist seit der Kontroverse um Kanye Wests «Famous»-Video, gelinde gesagt, angespannt. Auf dem Thron steht: Et tu, Brute. Ein Verweis auf den Mord an Cäsar – und ein Sinnbild für hinterhältiges Verhalten. Wieso sich nicht mal ein Tässchen Tee gönnen – serviert von einer Schlange? «To spill the tea», also Tee verschütten, bedeutet auf Englisch so viel wie tratschen. Sollen die Leute doch, ist hier die Message. Taylor sitzt auf dem Thron. In der nächste Szene crasht die Sängerin in einem goldenen Sportwagen gegen eine Laterne. Danach sitzt sie im Flitzer mit einem Grammy in der Hand – und sieht dabei verdächtig aus wie ihre Erzrivalin Katy Perry mit der neuen Kurzhaarfrisur. Taylor hat bisher zehn Grammys gewonnen, Katy keinen. Doch dann steht sie plötzlich mit Katzenmaske da, raubt einen Tresor aus und schwingt einen Baseball-Schläger. Wem sie damit wohl Ärger machen will? Kandidaten gäbe es ja genug. Taylor ist bekanntlich im Team Katzen, sie sind also ihre Komplizen. Unter der Maske kommt hervor: Eine Taylor, mit der nicht zu spassen ist. Auf ihrem Pulli steht: «Blind vor Liebe». Eine selbstironische Einschätzung ihrer doch recht zahlreichen Liebeleien mit berühmten Männern in den vergangenen Jahren. Dieses Bild sagt: Ja, ich habe so viel Geld, dass ich locker ein Paar Bündel anzünden kann. Taylor wurde wiederholt als kalt berechnende Pop-Unternehmerin abgestempelt. Wen Taylor ausraubt, ist im Hintergrund ersichtlich: Eine Streaming-Firma. Da war doch mal der Zoff mit Apple Music ... In der nächsten Einstellung sehen wir eine Armee von seelenlosen Models ... ... über die Taylor als Herrscherin thront. Ganz klar eine Anspielung auf ihren viel zitierten Girl-Squad – unter Taylors Freundinnen sind auch viele Topmodels. Die Ironie und Disserei geht weiter und weiter, hier tanzt sie brav eine typische Popstar-Choreografie. Look und Setting erinnern an Beyoncés Videos. Die Tänzer tragen dabei «I love TS»-Shirts. Wie es ihr Ex-Freund, Schauspieler Tom Hiddleston, einst getan hat. Dann fliegt mal eben noch schnell ein TS-Shop in die Luft. Taylor – im Leoparden-Look – läuft unbeeindruckt davon, mit einem Geparden an der Leine. Gepard heisst auf Englisch Cheetah. Das wiederum spricht sich genau gleich aus wie Cheater, das englische Wort für Betrüger. Vor einem leuchtenden T (Überraschung, es ist kein Kreuz!) singt Taylor: «Ich vertraue niemandem, niemand vertraut mir.» Swift macht ihren Standpunkt klar: Die Sängerin steht über allem und jedem – jegliche Kritik prallt an der «neuen Taylor» ab. Unter ihr türmen sich die alten Taylors, die wir aus Videos oder von wichtigen Events kennen. Eine Schlussszene hat es in sich. Der Song ist vorbei, verschiedene Taylor-Swift-Phasen werden eins zu eins von ihr selbst nachgestellt. Die Zombie-Taylor schnauzt die Mauerblümchen-Taylor von ihren Karriereanfängen an (auf deren Shirt die Namen von Taylors besten Freunden zu lesen sind). Sie bezeichnen einander gegenseitig als «Bitch». «Hört auf, so zu tun, als wärt ihr nett, ihr seid alle so falsch», motzt die linke Taylor die anderen an. Last but not least (und unverzichtbar) die Anspielung auf Kanye Wests legendären Rüpel-Auftritt 2009 bei den MTV Video Music Awards. Amüsant, dass genau an diesem Event Swifts Rache-Video am Sonntagabend Premiere feierte. Bäng! Das sitzt.

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Plötzlich war er da, der Song, dem keiner entkam. Am 24. August 2017 veröffentlichte Taylor Swift fast drei Jahre nach dem Release ihres Hit-Albums «1989» wieder mal einen Song. «Look What You Made Me Do» brach in der Folge Streaming-Weltrekorde auf Spotify und Youtube. Ein (wenn alles wirklich geplant war) genial durchkonzipierter PR-Coup mit diversen Hinweisen auf verschiedenste Streitigkeiten und Gerüchte rund um den Superstar.

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Und Taylor? Erklärte ihr altes Ich (das herzige, blonde, liebe Ich, das Songs über Liebeskummer und Herzschmerz trällerte) kurzerhand für tot. Als rachsüchtiger Engel mit Schlangenaffinität (dabei habe sie total Angst vor Schlangen, heisst es in Fan-Foren) entstieg sie im Video untot einem Grab.

Das «Look What You Made Me Do»-Video

Seither rätseln Kritiker und Fans gleichermassen – kommt jetzt der grosse Racheakt, das «Tell-all» in Form eines genauso brilliant durchkonzipierten Albums? Der Titel «Reputation» verheisst viel (oder eben: nichts) Gutes. Je nachdem, ob man eher im Team Glitzer-Taylor (ja, das ist eine starke Vereinfachung, wir wissen das) oder Team Giftschlange spielt.

Selbstverständlich haben sich ein paar Fans und Kenner des Swift'schen Schaffens hierzu bereits Gedanken gemacht – unsere Best-of-Verschwörungstheorien zum Album-Release:

1. Taylor veröffentlicht das ganze Kanye-Tape:
Swift liegt mit Kanye West und dessen Ehefrau Kim Kardashian, im Folgenden der Einfachheit halber Kimye genannt, im Clinch. Der Hintergrund: Kanye soll Taylor um Erlaubnis gefragt haben, ob er eine sexistische Line über sie im Song «Famous» droppen kann. Sie habe eingewilligt – seine Version. Ihre: Nö, hab ich nicht. Kim hat darauf ein Audio-Tape dieser mutmasslichen Bewilligung publiziert. Swift sagte, die sei gekürzt. Auf einer geleakten «Reputation»-Setlist soll es einen sehr langen Song geben. Gar das Tape mit dem ganzen Gespräch? Fans: in Aufruhr.

2. Es gibt keine erklärenden Fussnoten:
Auf Instagram kündigte Swift an, dass es zum Album keine «Liner Notes» geben werde. Das waren Zusatzerklärungen oder Hinweise, wer oder was im Song gerade besungen wurde. Zu «Reputation» sagt sie: «Es wird keine weiteren Erklärungen, nur den Ruf geben.» Sagt sie alles ungefiltert schon in den Songs? Oder muss sie einfach einen Deal erfüllen? In einem amerikanischen Supermarkt gibt es das Album nämlich als Sonderedition mit zwei Heften dazu. Dann hat die Swift auch noch eine App erfunden (endlich können alle Taymojis verwenden!) Allenfalls wäre auch das ein Ort für Zusatzinfos.

3. Eine neue Taylor ist geboren:
In der Schlusssequenz des Videos zu «Look What You Made Me Do» präsentiert sie verschiedenste Taylors aus vergangenen Epochen. Nur eine thront über allen anderen auf einem Flugzeugflügel. Ist das die neue So-echt-wie-nie-Taylor? Die Fans sind überzeugt.

4. Es gibt doch einen Unplugged-Song:
Weil die Swift das mit der PR recht gut im Griff hat, hat sie einen Kurzteaser eines neuen Songs publiziert. In einer Werbung wird ein Song angeteast – dann bricht es ab mit den Worten «Now Here's a New Song ... Now We're Out of Time». Swift sitzt da mit einer weissen Akustik-Gitarre. Spielt die neue Taylor denn noch Gitarre? Gibt es einen Schrummelsong auf dem Album? Die Trackliste ist seit heute bekannt.

3 days until #reputation

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5. Auf dem Album geht es um Zeit:
Die Gründe hierfür sind mannigfaltig. Swift benutzt gerne den Hashtag #Time, das Bild einer Uhr als Setpiece von einem Video-Dreh tauchte auf, sie zeigte 15 Swifts in «Look What You Made Me Do» aus verschiedenen Schaffensperioden. Der rote Faden scheint also die Zeit zu sein. Das heisst: Vergangenheit, Jetzt und Zukunft von Taylor?

(bbe)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bisd am 08.11.2017 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Billig

    Diese ständige, peinliche Image Wechselei zeigt eigentlich nur was das für seelenlose Musik aus der Presse für die Masse ist. Das wird keinen Bestand für die Ewigkeit haben.

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  • Kapitän am 08.11.2017 19:20 Report Diesen Beitrag melden

    Musik Io

    Gegen Ihre Musik kann man nichts sagen, ist geschmaks sache. Sie als Person ist mir aber dermasen unsympathisch, kommt mir sehr Skrupellos rüber. Naja der Erfolg gibt Ihr trotzdem recht.

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  • DerDude am 08.11.2017 20:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wer ist die nochmal?

    Da zeigt sich das Gesicht der Massen mal wieder... seelenlose Allerweltsmusik nach amerikanischem Kommerz.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Endlosschlaufe am 10.11.2017 06:57 Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Dann läuft endlich wieder ein neues Lied fürs nächste Jahr täglich im Radio. Ironie aus, Radio Energy rein

  • exSmileyFan am 09.11.2017 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    langweilig

    Immer das selbe. Zuerst auf das brave mädchen von neben an machen und dann kommt der super sexy vamp raus und karriere vorbei, nächste bitte. Liebe grüsse an miley xD

    • I_AM_VAMPIRE am 09.11.2017 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @exSmileyFan

      miley Karriere ist nicht vorbei.

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  • timon am 09.11.2017 11:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    warum

    warum kommt diese person ständig in den medien? ich kenne niemanden der diese frau gut findet. viele wissen nicht einmal wer sie genau ist. und die musik.. da gibt es weitaus besseres auf dieser welt dass nicht im radio gesendet wird.(fragt sich nur warum) an die "richtigen" welt stars kommt sie sowiese nie ran. frage mich wirklich ernsthaft wemm die geld bezahlt damit sie ständig so gehypt wird.

    • I_AM_VAMPIRE am 09.11.2017 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @timon

      hallo? Also ich bin kein Taylor fan aber der Satz, sie kommt nicht an die Weltstars ran..... hier eine Korrektur. Sie ist ein Weltstar. Schau die mal ihre Verkauszahlen an, es ist eher so das Katy, Rihanna oder Beyonce nicht mehr mithalten können. Sry ich mag viele Sängerinen nicht aber den Erfolg gönn ich jeder.

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  • arbonara am 09.11.2017 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hypen

    Taylor Swift wird schon seit Jahren überbewertet. Niemand weiss, wie so diese Frau so krass gehypt wird

    • I_AM_VAMPIRE am 09.11.2017 20:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @arbonara

      ja adele auch. Musik zum einschlafen

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  • maria am 09.11.2017 09:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    swift

    die soll erwachsen werden, und wenn das musik ist dann weiss ich au nicht.