«Es braucht Eier»

03. Oktober 2012 06:49; Akt: 03.10.2012 06:49 Print

Die Zukunft des Schweizer Rock ist weiblich

Nach Singer-Songwriterinnen wie Heidi Happy und Sophie Hunger kommen die Schweizer Rockmädels – allen voran Velvet Two Stripes aus St. Gallen.

Velvet Two Stripes mit «Supernatural». Quelle: Youtube
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«Männerbands gibt es wie Sand am Meer. Die Schweiz braucht mehr Frauen in der Rockmusik», ist Driele Da Silva überzeugt. Sie spielt Schlagzeug im Zürcher Frau-Mann-Duo The Deadly Storm. Frauen seien in der Szene noch immer eine Seltenheit, sagt die 24-Jährige. Da müsse man sich auch mal gegen blöde Sprüche und Vorurteile wehren. «Es braucht Eier, um auf die Bühne zu stehen», so Driele. Diese Animositäten dürften bald Geschichte sein: Die Schweizer Damen erobern den Rock.

Die Zürcher Musikerin Verena Horsten freut sich über den weiblichen Zuwachs: «Grundsätzlich begrüsse ich eine Bereicherung der Musikszene immer», sagt sie und ergänzt: «Ich wünsche mir, dass die Frauen ihren Platz bekommen, ohne einen Exotinnen-Bonus nutzen zu müssen.» Sophie Diggelmann von Velvet Two Stripes sieht das ähnlich: «Mir fallen immer mehr Mädelsbands auf, aber viele setzen lieber auf High Heels und einen tiefen Ausschnitt als auf musikalisches Können», sagt die 18-jährige Frontfrau des St. Galler Rocktrios.

Ein Schmankerl von The Deadly Storm:


Quelle: Youtube

Velvet Two Stripes machen auch ohne das Zurschaustellen weiblicher Reize von sich reden. Zuletzt spielten die drei Ostschweizerinnen am Hamburger Reeperbahnfestival. Ein reines Frauentrio generiere mehr Aufmerksamkeit, gibt Sophie zu: «Wären wir drei Männer, wäre das Interesse an uns kaum so schnell gewachsen.» Überzeugen wollen sie trotzdem anders: «Wir möchte wegen unserer Musik geschätzt werden, nicht wegen unserer Person.»

«Last Man Standing» von Verena von Horsten:


Quelle: Youtube

(sei)