Reaktionen auf den Terror

06. Juni 2017 05:43; Akt: 06.06.2017 05:43 Print

Das ändert sich für dich an Schweizer Festivals

von Schimun Krausz - Der Terror macht auch vor dem Pop nicht Halt. Schweizer Openairs reagieren auf die Bedrohung, doch grundlegende Änderungen stehen vorerst keine an.

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Das Attentat am Konzert von Ariana Grande, das unterbrochene Rock am Ring, die Massenpanik am Champions-League-Public-Viewing in Turin – öffentliche Events wurden in den vergangenen Tagen und Wochen vermehrt (potenzielle) Ziele von Terror-Akten. Schweizer Festival-Veranstalter ziehen daraus Konsequenzen für ihren Anlass und passen einige Sicherheitsbestimmungen an. • Die Sicherheitskontrollen beim Einlass werden mit erhöhter Sorgfalt durchgeführt, was mehr Zeit in Anspruch nimmt. • Es werden beim Betreten intensive Körperkontrollen durchgeführt. Alle Taschen, Koffer und Rucksäcke, die grösser als A4 sind, dürfen nicht aufs Konzertgelände mitgenommen werden. • 6 Liter pro Person auf dem Campinggelände (kein Glas), 1 Liter pro Person auf dem Konzertgelände (nur Tetra Pak). • • Wie schon letztes Jahr werden strengere Einlasskontrollen durchgeführt. Erneut kommen Gepäck-Röntgengeräte zum Einsatz. • 3 Liter pro Person auf dem ganzen Gelände (da beim St. Galler Camping- und Konzertbereich nicht getrennt sind). • • Seit 14 Jahren kümmert sich die um die Sicherheit beim Frauenfelder. Kapo-Mediensprecher Matthias Graf liess sich zum Sicherheitskonzept nur Folgendes entlocken: «Wir passen das Sicherheitskonzept für das Openair Frauenfeld den aktuellen Herausforderungen an. Es beinhaltet unter anderem Personen- und Gepäckkontrollen.» • 3 Liter pro Person auf dem Campinggelände (kein Glas), 0,5 Liter pro Person auf dem Konzertgelände (nur PET). • • Sämtliche Rucksäcke und Taschen werden wie bis anhin von Hand durchsucht, daran werde sich voraussichtlich nichts ändern. • Rucksäcke und Taschen dürfen weiterhin reingenommen werden. Die Eingangskontrollen werden wahrscheinlich ein wenig genauer, Metalldetektoren und Röntgengeräte sind momentan nicht angedacht. • 3 Liter pro Person auf dem Campinggelände (kein Glas), 1 Liter pro Person auf dem Konzertgelände (nur Tetra Pak). • • Die Einlasskontrollen werden intensiviert, weshalb sich die Wartezeiten von etwa 15 bis 20 auf 30 bis 35 Minuten verlängern können. Bei der Zeltplatz-Überwachung kommen Patrouillen und Kameras zum Einsatz. • Es dürfen nur persönliche Gegenstände wie eine kleine Tasche oder ein Rucksack für Wertsachen sowie Jacken mitgebracht werden. Eine konkretere Grössenbeschränkung wurde nicht genannt. • 3 Liter pro Person auf dem Campinggelände (kein Glas), keine mitgebrachten Getränke auf dem Konzertgelände. • • «Die Risiken werden laufend neu beurteilt und die Massnahmen entsprechend angepasst», so Sprecherin Irina Sterchi, « und wir halten uns an ihre Empfehlungen. Das ganze Gelände wie auch der Zeltplatz sind eingezäunt und es werden Zutrittskontrollen durchgeführt.» Das ist zwar nicht sehr konkret, allerdings findet das Zürich Openair auch erst in rund zweieinhalb Monaten statt. • 3 Liter pro Person auf dem Campinggelände (kein Glas), keine mitgebrachten Getränke auf dem Konzertgelände. •

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Die Angriffe in Paris zeigte es bereits, der Anschlag in Manchester hat es nun bestätigt: Auch Pop-Konzerte sind potenzielle Attentats-Ziele. Das unterbrochene Rock am Ring und die Massenpanik in Turin am Wochenende sind weitere Zeichen dafür, dass der Terror die Event-Veranstalter im Griff hat. An grossen Shows wie im Zürcher Letzigrund-Stadion werden darum die Grösse der erlaubten Taschen beschränkt und Ganzkörper-Checks eingeführt. Auch Körperscanner ähnlich wie an Flughäfen seien denkbar, heisst es seitens der Organisatoren.

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Die jüngsten Ereignisse tangieren auch Schweizer Musik-Festivals. «Wir müssen unseren Besuchern die bestmögliche Sicherheit gewähren», sagt Thomas Dürr, Geschäftsführer des Greenfield Festival in Interlaken, das am 8. Juni beginnt. 20 Minuten hat bei den Veranstaltern der grossen Openairs in der Deutschschweiz nachgefragt, auf welche Änderungen du dich gefasst machen musst.

Auf dem Zeltplatz

Was in den Campingbereich mitgenommen werden darf und was nicht, steht auf den Websites der Festivals – Gepäck-Checks gibt es überall und seit letztem Jahr habe sich daran nichts geändert, heisst es auf Anfrage. Das Greenfield, das OpenAir St. Gallen und das Open Air Gampel kündigen allerdings an, die Eingangskontrollen zu verschärfen. «Darum könnten sich die Wartezeiten von etwa 15 bis 20 auf 30 bis 35 Minuten verlängern», sagt Gampel-Sprecher Olivier Imboden.

«Wir raten deshalb allen Besuchern, rechtzeitig anzureisen und nicht erst kurz vor Konzertbeginn», so Dürr vom Greenfield. Beim St. Galler, wo Camping- und Konzertgelände nicht getrennt sind, kommen wie schon 2016 Gepäck-Röntgengeräte zum Einsatz, kündigt Medienverantwortliche Sabine Bianchi an.

Im Konzertbereich

Rock am Ring/im Park haben im Konzertbereich keine grossen Taschen und Rucksäcke mehr zugelassen. Beim Greenfield wird es ähnlich sein: «Alle Taschen, Koffer und Rucksäcke, die grösser als A4 sind, dürfen nicht ins Konzert-/Partygelände mitgenommen werden», heisst es seitens des Veranstalters. Erlaubt seien kleinere Behältnisse wie Bauch- und Gürteltaschen mit persönlichen Gegenständen, wie zum Beispiel Mobiltelefon und Portemonnaie.

Auf dem Gurten gibt es bei der Taschen- und Rucksackgrösse vorerst keine Beschränkung, teilt Mediensprecher Simon Haldemann mit. Auch beim Openair Frauenfeld, in Gampel und am Zürich Openair ändert sich dahingehend im Vergleich zum letzten Jahr voraussichtlich nichts.

Getränkeverbot?

Die deutschen Festivals Rock am Ring und Rock im Park haben dieses Jahr erstmals komplett das Mitbringen von Getränken aufs Konzertgelände verboten (eine leere, faltbare 0,5-Liter-Wasserflasche aus Kunststoff war erlaubt). In St. Gallen, wo nicht zwischen Festival- und Campingbereich unterschieden wird, hält man nichts davon: «Wir haben bereits eine Getränke-Limitierung von drei Litern pro Person und kontrollieren diese auch.»

Die Drei-Liter-Regel fürs komplette Gelände führt auch das Gurtenfestival fort. Auf dem Campingplatz des Frauenfelder sind ebenfalls drei Liter erlaubt, im Konzertbereich ein halber Liter in der PET-Flasche. Beim Greenfield darf ein Liter im Tetra Pak mit aufs Festivalgelände, während in Gampel und Zürich wie gehabt keine Getränke mit in die Konzert-Area dürfen.

Absolute Sicherheit gibt es nicht

Trotz Terror dürfte sich für Schweizer Festivalbesucher vorerst also nicht viel ändern. Durch die intensiveren Eingangskontrollen wird mehr Security-Personal aufgeboten; was sonst in Sachen Sicherheit angedacht ist, wird nicht näher erläutert. «Sonst können die, die Böses vorhaben, ja darauf reagieren», erklärt Greenfield-Dürr.

«Wir bereiten uns auf alle möglichen Szenarien vor», sagt Imboden vom Open Air Gampel, «aus dem einfachen Grund, dass es keine Veranstaltung geben wird, die absolut sicher sein kann.» Und Haldemann vom Gurtenfestival fügt an: «Wir sind stets in regem Austausch mit der Kantonspolizei Bern.» Je nach Informationslage könnten sich die Sicherheitsvorkehrungen darum kurzfristig ändern.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Generation X am 06.06.2017 06:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An alle die sagen

    Es ändert sich nichts! Wir haben uns bereits geändert! Grossereignisse werden nur noch mit extremen Sicherheitsmassnahmen durchgeführt werden können.

  • Denkpause am 06.06.2017 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einige Menschen ...

    ... haben einen erbärmlichen Umgang mit ihren Gastländern. Wem unsere Kultur nicht genehm ist, kann unter vielen Ländern ihrer Kultur wählen. Sie schaden auch sehr vielen gut integrierten Migranten gleichen Herkunfts.

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  • Ron Ny am 06.06.2017 06:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Regelterror

    mit all diesen Regeln ist ein Festival sowieso nicht mehr was es einmal wahr! Terror hin oder her....da mache ich lieber ein Festival unter Freunden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ketzer am 06.06.2017 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    unangenehmer nebeneffekt

    natürlich wird sich der erhöhte personalaufwandfür die sicherheitskontrolle im ticketpreise bemerkbar machen!

  • Fäbu am 06.06.2017 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Getränke

    Nur Pet, nur Tetrapack, nur 0,5 Liter..... damit sich auch keiner aus einer Flasche eine Bombe schnitzt oder was? Hab ja Verständnis für vieles aber bei den Getränken gehts nur ums Geld, erzählt mir doch nichts.

    • B.S. am 06.06.2017 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fäbu

      Schon mal von Flüssigsprngstoff gehört, welcher allenfalls so könnte Transportiert werden?

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  • Beatrice am 06.06.2017 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trucker-und Country Festival

    Was gilt den für das Trucker-und Country Festival vom 23.6 bis 25.6? Oder geht das nicht unter Festival?

  • L.Climo am 06.06.2017 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Soll hin wenn will

    Grossanlässe finde ich nicht gerade prikelnd. Und dann noch Bomebendrohnungen wo dann jeder sein Handy zückt. Nein Danke, und der Sound lässt in den letzten Jahre auch zu wünschen übrig wie auch die Preise. Soll jeder hin wer will, ich brauch das nicht die Massenhysterie

  • Ssk am 06.06.2017 13:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Openair Frauenfeld noch nie sicher etzt schon garn

    Openair Frauenfeld ist immer unsicher! Jetzt erst recht ,Hoffe es wird nichts passieren sonst müsste mann einfach alles Festivals absagen für unbestimmte zeit!

    • F. M. am 06.06.2017 14:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ssk

      Ganz sicher muss man nichts absagen, einfach normal weiter leben ist das einzige.

    • Klingler Sandro am 06.06.2017 15:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ssk

      Genau so sehe ich es auch!!!!!!

    • Klingler Sandro am 06.06.2017 15:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @F. M.

      Dort ist unsicher glaub mir. Gehe dieses Jahr nicht hin

    • F. M. am 06.06.2017 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Klingler Sandro

      Ich war ja auch schon da, letztes Jahr war es sicher und stimmungsmässig überragend!

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