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28. August 2017 11:22; Akt: 28.08.2017 11:22 Print

Taylor Swift schiesst jetzt gegen alles und jeden

«Die alte Taylor ist tot», singt Swift auf ihrer aktuellen Single. Im Musikvideo präsentiert sie die «neue Taylor» – die schert sich nicht um die Meinung anderer.

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Taylor Swift hat genug. Mit dem Musikvideo zur ersten Single ihres kommenden Albums «Reputation» (erscheint am 10. November) zeigt sie ihren Hatern, was sie von deren Stänkereien hält. Und nimmt sich dabei selbst nicht allzu ernst. «Reputation» – (auf Deutsch: Ruf). Den beerdigt Swift gleich zu Beginn des Videos. «Hier ruht Taylor Swifts Ruf», steht da auf einem Grabstein. Im weiteren Verlauf nimmt Taylor all die Schlagzeilen auf, die sie in ihrer über zehnjährigen Karriere gemacht hat. Gehen wir einmal quer durch das anspielungsreiche Video. Dem Grab, in dem ihr Ruf beerdigt ist, entsteigt Taylor sogleich als Zombie. Im Song erklärt sie sich selbst für tot: «Die alte Taylor Swift kann gerade nicht ans Telefon kommen. Warum? Weil sie tot ist!», singt die 27-Jährige. Sie schaufelt noch ein Grab für einen gewissen Nils Sjoberg. Diesen Namen benutzte Taylor als Pseudonym als Co-Autorin des Hits «This Is What You Came For», den sie mit ihrem Ex Calvin Harris schrieb. Schnitt: Taylor ist wieder Mensch und gönnt sich ein Bad in Diamanten. «Ich mag dein perfektes Verbrechen nicht», singt Talyor zu diesem Setting. Das könnte zum einen eine Anspielung auf Kim Kardashians Diamantenraub sein (Kim ist eine von Taylors Erzfeindinnen, mehr dazu gleich). Oder auf den jüngst gewonnenen Prozess gegen einen Radio-DJ, der sie sexuell belästigt hatte. Talyor liess sich dafür mit einem symbolischen Dollar entschädigen. Eine einzelne Dollar-Note liegt ebenfalls in der Wanne. Zurück zu Kim: Hier sitzt Taylor auf einem Thron. Sie trägt Schlangenringe. Taylors Fans haben nach dem Release der Single Kardashians Social-Media-Feeds mit Schlangen-Emoji zugespamt. Die Stimmung zwischen den beiden ist seit der Kontroverse um Kanye Wests «Famous»-Video, gelinde gesagt, angespannt. Auf dem Thron steht: Et tu, Brute. Ein Verweis auf den Mord an Cäsar – und ein Sinnbild für hinterhältiges Verhalten. Wieso sich nicht mal ein Tässchen Tee gönnen – serviert von einer Schlange? «To spill the tea», also Tee verschütten, bedeutet auf Englisch so viel wie tratschen. Sollen die Leute doch, ist hier die Message. Taylor sitzt auf dem Thron. In der nächste Szene crasht die Sängerin in einem goldenen Sportwagen gegen eine Laterne. Danach sitzt sie im Flitzer mit einem Grammy in der Hand – und sieht dabei verdächtig aus wie ihre Erzrivalin Katy Perry mit der neuen Kurzhaarfrisur. Taylor hat bisher zehn Grammys gewonnen, Katy keinen. Doch dann steht sie plötzlich mit Katzenmaske da, raubt einen Tresor aus und schwingt einen Baseball-Schläger. Wem sie damit wohl Ärger machen will? Kandidaten gäbe es ja genug. Taylor ist bekanntlich im Team Katzen, sie sind also ihre Komplizen. Unter der Maske kommt hervor: Eine Taylor, mit der nicht zu spassen ist. Auf ihrem Pulli steht: «Blind vor Liebe». Eine selbstironische Einschätzung ihrer doch recht zahlreichen Liebeleien mit berühmten Männern in den vergangenen Jahren. Dieses Bild sagt: Ja, ich habe so viel Geld, dass ich locker ein Paar Bündel anzünden kann. Taylor wurde wiederholt als kalt berechnende Pop-Unternehmerin abgestempelt. Wen Taylor ausraubt, ist im Hintergrund ersichtlich: Eine Streaming-Firma. Da war doch mal der Zoff mit Apple Music ... In der nächsten Einstellung sehen wir eine Armee von seelenlosen Models ... ... über die Taylor als Herrscherin thront. Ganz klar eine Anspielung auf ihren viel zitierten Girl-Squad – unter Taylors Freundinnen sind auch viele Topmodels. Die Ironie und Disserei geht weiter und weiter, hier tanzt sie brav eine typische Popstar-Choreografie. Look und Setting erinnern an Beyoncés Videos. Die Tänzer tragen dabei «I love TS»-Shirts. Wie es ihr Ex-Freund, Schauspieler Tom Hiddleston, einst getan hat. Dann fliegt mal eben noch schnell ein TS-Shop in die Luft. Taylor – im Leoparden-Look – läuft unbeeindruckt davon, mit einem Geparden an der Leine. Gepard heisst auf Englisch Cheetah. Das wiederum spricht sich genau gleich aus wie Cheater, das englische Wort für Betrüger. Vor einem leuchtenden T (Überraschung, es ist kein Kreuz!) singt Taylor: «Ich vertraue niemandem, niemand vertraut mir.» Swift macht ihren Standpunkt klar: Die Sängerin steht über allem und jedem – jegliche Kritik prallt an der «neuen Taylor» ab. Unter ihr türmen sich die alten Taylors, die wir aus Videos oder von wichtigen Events kennen. Eine Schlussszene hat es in sich. Der Song ist vorbei, verschiedene Taylor-Swift-Phasen werden eins zu eins von ihr selbst nachgestellt. Die Zombie-Taylor schnauzt die Mauerblümchen-Taylor von ihren Karriereanfängen an (auf deren Shirt die Namen von Taylors besten Freunden zu lesen sind). Sie bezeichnen einander gegenseitig als «Bitch». «Hört auf, so zu tun, als wärt ihr nett, ihr seid alle so falsch», motzt die linke Taylor die anderen an. Last but not least (und unverzichtbar) die Anspielung auf Kanye Wests legendären Rüpel-Auftritt 2009 bei den MTV Video Music Awards. Amüsant, dass genau an diesem Event Swifts Rache-Video am Sonntagabend Premiere feierte. Bäng! Das sitzt.

Zum Thema
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Bereits das Lyrik-Video zu Taylor Swifts (27) neuer Single «Look What You Made Me Do» schlug hohe Wellen – innerhalb von 24 Stunden brach es den Rekord des meist geklickten Lyrik-Videos mit mehr als 37 Millionen Views.

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Gestern Abend feierte nun das Musikvideo an den MTV Video Music Awards Premiere – und die Leute flippen völlig aus. Swift nimmt sich darin alles andere als ernst und zeigt, was sie von der Meinung anderer hält: nichts. Die selbstironischen Anspielungen auf ihre eigene Karriere und die Disses gegen ihre Kritiker kommen Schlag auf Schlag.

Right Said Fred lässt grüssen

Swift hat sich für «Look What You Made Me Do» an Right Said Freds Hit «I'm Too Sexy» bedient – dem (etwas trashigen) Kulthit aus den 90er-Jahren. Die Band freuts, wie sie auf Twitter zeigt. Klar: Dank der paar entlehnten Noten dürfte die Band ganz schön Kohle machen, wie «The Sun» schreibt.


In der Bildstrecke sehen Sie, welche Anspielungen Talyor im Video zu «Look What You Made Me Do» versteckt hat.


(Video: Youtube / TaylorSwiftVEVO)

Twitter-User spüren sich nicht mehr

Wie Taylor sich und ihre Musikerinnenlaufbahn ins Zentrum stellt, stösst auf geteilte Meinungen. Ist es cool, wie sie sich auf die Schippe nimmt? Oder nimmt sie sich selbst da nicht ein bisschen zu wichtig?

Nun, das grosse Ziel hat Taylor eh erreicht – ihr Video dominiert die Schlagzeilen und Social-Media-Feeds. Die einen feiern ihr Werk als grosse Kunst.


Eine Userin namens Sunny Valentine sieht Beyoncés Pop-Thron wackeln ...


... Andere wurden dadurch schlicht in eine Art von Schockstarre versetzt.


Dieser Twitter-Nutzer bringt mit seinem Post Swifts Attitüde auf den Punkt.


Doch Swift erhält auch Gegenwind, wie von dieser jungen Dame – wobei die neue Taylor ein bisschen Kritik kalt lassen müsste.


Ein gewisser Niyah ist nicht recht überzeugt von der «neuen Taylor» ...


... noch so ein Skeptiker.



(net)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomad am 28.08.2017 12:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das wahre Leben

    Ach, immer diese Promisorgen welche total am wahren Leben abdriften. Solche Leute sollten mal paar Monate in einer Fabrik am Fliessband arbeiten, 10 Stunden am Tag, damit sie wieder in die Realität zurück katapultiert werden.

  • Reto am 28.08.2017 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Klingt eh alles gleich.

    Ich konnte dieser Seelenlosen Pop-Musik nie was abgewinnen. Es klingt alles so ähnlich, dass man die Sängerinnen kaum noch auseinanderhalten kann...

  • Arvo am 28.08.2017 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Werbung als Artikel andrehen.

    Schon heftig wie man hier solches Zeug nicht als Werbung deklarieren muss. Was soll so ein Beitrag denn sonst sein wenn keine Werbung?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Xiaomi78 am 29.08.2017 16:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nope

    Der Musik Clip ist gut gemacht aber das Lied sowas von unterirdisch schlecht.Aber da scheiden sich halt die Geister.Mainstream Pop Quark ist halt einfach nicht mein Ding.

  • Wakka am 29.08.2017 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohh

    Bad Girl ! Alle aufgepasst.

  • L. Lorenzo am 28.08.2017 20:27 Report Diesen Beitrag melden

    Umweltkatastrophe für die Ohren

    Als ich mich dazu entschieden habe, mir diesen einen Song anzuhören, war ich mir sehr wohl bewusst, dass dies eine gewaltige Umweltkatastrophe für meine Ohren sein wird. Doch dass der "Song", bei welchem jeder Ton zig-Male über die Mausmatte gezogen und die Stimmen bis zur Unkenntlichkeit gepimpt wurden, derart schlecht ist, macht mich schon nachdenklich. Bin froh kein Teenager mehr zu sein und sowas gut finden zu müssen! PS: Habe nicht 1 Instrument aus dem Song rausgehört....

    • Maddin am 29.08.2017 10:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @L. Lorenzo

      Na toll, jetzt muss ich ihn auch anhören.. Hast meine neugier geweckt.. xD

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  • marko 32 am 28.08.2017 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krass

    Krass krass

  • Drizzt am 28.08.2017 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klickkriege

    In 24h 37mio views... Gigantisch. Diese Zahlen. Das heisst, dass pro 60min mehr als 1.5 Millionen (verschiedene) Leute auf dem Planeten sich unbedingt die Swift reinziehen müssen weil ja einfach ein muss halt! Ich zittere immer noch ab diesen gigantischen Zahlen... kann kaum atmen... muss jetzt auch... Taylor Swift.... schauen... Langsam hat das Marketing auch die Grenze des glaubhaften erreicht. Nicht?

    • Wulfgar am 28.08.2017 14:20 Report Diesen Beitrag melden

      @Drizzt

      Und jetzt überleg mal wieviele Leute das nur anklicken weil es in irgend einer Zeitung der Welt irgend einen Artikel gibt und dann halt mal drauf klicken! Solche Klicks sind eigentlich sowas von Null aussagekräftig, aber die Musik wird oft an den Klicks gemessen! Am Ende zählt jeder der das Viedeo auch nach 3 Sekunden weggezappt hat, diese Zahlen sind eingentlich nur Illusion wie die Musik solcher Künster selbst oft auch!

    • eifachöppis am 28.08.2017 15:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Wulfgar

      Man muss das Video mindestens 30 Sekunden schauen damit ein View gezählt wird

    • Drizzt am 28.08.2017 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @eifachöppis

      Dafür gibts sicher Bots....

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