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Jake Bugg
02. November 2012 18:58; Akt: 02.11.2012 19:07 Print
Ein Anti-Bieber als Musik-Messias
von Patrick Toggweiler - 18 Jahre, Musiker, Nummer 1 in England und die Initialen J.B.: Justin Bieber und Jake Bugg haben einiges gemeinsam. Doch der eine spielt für Mädchen und der andere macht Ü30ern Hoffnung.
Mit 15 ist man noch Feuer und Flamme für die Musik. Mit steigendem Lebensalter versiegt diese Leidenschaft immer mehr. Das wird wohl daran liegen, dass mit mehr Reife die Fähigkeit schwindet, bedingungslos zu lieben, was Marketingstrategen auf dem Reissbrett entwickeln.
Bildstrecken Justin Bieber flirtet mit Carly Rae JepsenIst es der kleine Bieber oder nicht? Video
Vidéo privée de Bieber: 2
Nichts gegen Herrn Bieber und Co. Er ist mit Sicherheit talentiert – unglaublich sogar -, aber seine Zielgruppe ist identisch mit derjenigen eines Kieferorthopäden: Das Gros sind Teenager, der Rest Erwachsene mit einem ernsthaften Problem. Dieses Muster gilt nicht nur für den Kanadier, es zieht sich wie ein roter Faden durch die Charts.
Ü30ern bieten nur noch die hintersten Ecken der Plattenläden Trost. Oder der Greatest Hit aller Resignierten: die Platte «Früher war alles besser».
Dass das aber nicht so sein muss, beweist nun ein 18-Jähriger Brite mit demselben Jahrgang und denselben Initialen wie Justin Bieber. Mit selbst komponierten Songs, einer durchdringenden Stimme und viel Selbstbewusstsein stieg Jake Buggs gleichnamiges Album gleich als Nummer 1 in die englischen Charts ein (Platz 47 in der Schweiz).
Bugg ist Singer & Songwriter. Die Königsdisziplin der Musik wird normalerweise von reifen Herren dominiert – und spricht eher ein gestandenes Publikum an. Jetzt springt einer in die Bresche, der noch bei seiner Mutter wohnt. Ein Märchen, wie es sich wohl (leider) nur in England ereignen kann.
Buggs Songs sind Gratwanderungen zwischen Folk-Rock und Brit-Pop. Einflüsse von Oasis, Hendrix, Donovan und den Beatles versucht er erst gar nicht zu kaschieren. Die britischen Kritiker glauben, den neuen Bob Dylan entdeckt zu haben. Auch die Texte weisen einen erstaunlichen Tiefgang aus. Nur beim etwas zu oft aufgegriffenen Thema Drogen lässt der junge Mann etwas Unreife durchblicken.
Der Erfolg von Jake Bugg ist auch für die Musikindustrie eine Chance. Erfolg muss nicht durch Stilkorsetts und Castingformate erzwungen werden. Diese Mittel haben die kränkelnde Industrie nicht nachhaltig geheilt, sondern vor allem die etwas ältere Generation vergrault. Buggs Erfolg basiert auch auf der Sehnsucht nach mehr Authentizität und Natürlichkeit. Denn damit klappt es auch wieder mit der Leidenschaft bei den Ü30ern.
Jake Bugg – Country Song
(Video: YouTube/TheJakeBugg)
Jake Bugg – Trouble Town
(Video: YouTube/TheJakeBugg)
Jake Bugg Live
(Video: YouTube/beatvisuals)
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Alle 43 Kommentare

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J.B
Der einzig ware J.B ist Jack Black ;)
Plattenläden vs Netz
Nichts für ungut, aber für uns "ältere Semester" oder schlicht diejenigen die "gute Musik" mögen, gibts heute wohl die grösste Auswahl ever. Weniger in den Läden, aber übers Netz. Einfach mal die grausigen und immergleichen Chartradios abschalten und sich durch die unglaubliche Vielfalt guter Musik klicken. Ihr werdet die von BWLern und Werbern produzierten Figuren nicht missen.
Paolo Nutini Fan
Jaa,das ist Musik. Er fühlt sie. Es nennt sich Soul Music. Trotzdem mag ich persönlich Paolo Nutini besser,er ist Schotte und auch sehr jung. Weiter so British Boys :)