«Zeigt Eure Liebe»

10. August 2012 07:28; Akt: 10.08.2012 08:06 Print

Madonna legt sich mit dem Kreml an

Trotz Warnungen von Russlands Führung hat sich Madonna in St. Petersburg für Rechte von Homosexuellen eingesetzt. Bereits mit ihrer Unterstützung für Pussy Riot hat der Popstar unbeliebt gemacht.

storybild

Madonna mit vollem Körpereinsatz in St. Petersburg. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

US-Popikone Madonna hat sich bei ihrem mit Spannung erwarteten Konzert in St. Petersburg nachdrücklich für die Rechte von Homosexuellen eingesetzt. «Zeigt Eure Liebe und Unterstützung für die homosexuelle Gemeinschaft», rief sie am Donnerstagabend ihren Fans in der russischen Metropole zu.

Umfrage
Was halten Sie vom Prozess gegen die «Pussy Riot»-Musikerinnen?
85 %
15 %
Insgesamt 1969 Teilnehmer

Auf ihren Rücken hatte sie sich zudem «No Fear!» (Keine Angst) geschrieben. In St. Petersburg waren die Behörden zuletzt massiv gegen Lesben und Schwule vorgegangen.

Der Einsatz der Sängerin für Homosexuelle wurde von den rund 10 000 Konzertbesuchern begeistert gefeiert. Sie streckten ihrem Idol demonstrativ immer wieder ihre Arme entgegen, so dass ein Meer von rosa Armbändern zur Unterstützung von Schwulen und Lesben zu sehen war. Diese hatte Madonna vor dem Konzert verteilen lassen.

In St. Petersburg war im März ein Gesetz in Kraft getreten, das Kundgebungen Homosexueller vor den Augen Minderjähriger verbietet und Homosexualität mit Pädophilie gleichsetzt. Ausserdem wurde unlängst «homosexuelle Propaganda» verboten.

«Hure»

Der Auftritt Madonnas war mit Spannung erwartet worden, nachdem diese sich am Dienstag bei einem Konzert in Moskau für die regierungskritische Frauenband Pussy Riot und auch dort schon für die Rechte von Homosexuellen eingesetzt hatte.

Vize-Regierungschef Dmitri Rogosin bezeichnete die Popdiva daraufhin auf Twitter als «Hure». Der Kommunalpolitiker Witali Milonow drohte seinerseits Madonna im Vorfeld des Auftritts in St. Petersburg mit «Ermittlungen», wenn sie das Gesetz gegen die Verbreitung «homosexueller Propaganda» verletze.


(Video: YouTube/Mikhail Okunev)

(sda)