Verpfiffen

06. November 2012 12:36; Akt: 06.11.2012 15:10 Print

Die Schummel-Spatzen von Kastelruth

Skandal in der idyllischen Bergwelt der Volksmusik: Die Kastelruther Spatzen sind die Milli Vanilli 2.0 – ausser des Gesangs ist alles fake.

Echt ist offenbar nur die Stimme. Quelle: YouTube.com
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Sie blasen ins Saxophon und in die Trompete, spielen Klarinette, Keyboard, Synthesizer, Gitarre und Akkordeon und landeten in der Vergangenheit einen Hit nach dem anderen: Die Kastelruther Spatzen, Überflieger des volkstümlichen Schlagers. Doch jetzt ist klar: Alles Fake – die Spatzen pfeifen gar nicht selber.

Ausgerechnet ihr eigener Produzent und Erfinder, Walter Widemair hat die Kastelruther Spatzen entlarvt. «Der Erfolg der Band ist auf einem Riesenschwindel aufgebaut», sagte er gegenüber Bild.de. Während beim Pop-Duo Milli Vanilli die Sänger bloss als Deko dienten, ists bei den Volksmusikstars genau umgekehrt: «Nur die Stimme von Sänger Norbert Rier ist echt. Sonst nichts.»

«Bierzeltmusikanten»

Mit anderen Worten: Der ganze Erfolg wie etwa die goldene Schallplatte, der Sieg am Grand Prix der Volksmusik und die 13 Echo-Awards sind den Leistungen von anderen zuzuschreiben. Wie Widemair weiter erklärt, seien während der ganzen Jahre Studiomusiker im Einsatz gewesen: «Ich selbst habe von Beginn an Trompete geblasen, der Gitarrist von Howard Carpendale und der Schlagzeuger der Söhne Mannheims waren auch mal dabei. Aber niemals einer von diesen Bierzeltmusikanten, die sich Spatzen nennen.»

Zwar hätten die Spatzen tatsächlich auch schon live gespielt – zur grossen Unfreude Widemairs: «Da hört man genau, dass die Spatzen nur durchschnittlich spielen. Ich habe mich oft für die unsägliche Schrammelei geschämt.» Was sagt Ober-Spatze Rier dazu? «Das mit den Studiomusikern machen wir, um Kosten zu sparen. Ausserdem wollen wir immer eine perfekte Produktion abliefern und das geht nun mal nicht anders.»

(los)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Guemue am 06.11.2012 17:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz normale Praxis

    Ist eine übliche Praxis. Top Studiomusiker, normale Bühnenmusiker. Studiozeit ist viel zu teuer.

  • Kuno am 06.11.2012 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Alter Hut!

    Ach, als wäre dies was Neues in der Volksmusik. Schaut man beispielsweise auf den ehemaligen Grandprix, wurde doch nur noch so operiert. Schauspielerei und Schminke ist da wichtiger als die Musik!

  • Peter Dreher am 06.11.2012 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    selten soooo gelacht

    selten so gelacht! Danke 20 Min. wer sagte dass im Musikbusiness nicht auch die Volksmusik NILLEN UND VANILLEN? Genau Keine/r! Eigentlich darf solche Spatzen-Musik nicht Volksmusik heissen, denn genau diesen Geschmack bedient diese Musik nicht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • D.K. am 08.11.2012 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Managerrache?

    Dazu braucht es 30 Jahre um das rauszufinden? Wenn die live so schlecht wären würden die Fans wohl schnell auf die Barrikaden gehen.....wieviel Fake wieviel echt steht hier nur an 2. Stelle. Vordergründig scheint hier ein Ex- Manager auf Rache aus zu sein.

  • Tanja am 07.11.2012 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wen wunderts?

    Ach wie tragisch, das wäre einem ja nie im Leben aufgefallen! ;-) Fast alle Musiker singen im TV mit playback oder halb-playback, das ist ja schon lange kein Geheinis mehr. Lustig wirds vor allem dann, wenn man es an der "singenden" Person erkennt, zum Beispiel wenn das Mikro fehlt. :-) Das ist das Showbusiness, da ist selten etwas echt!

  • Urs Hagmann am 07.11.2012 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Längst bekannt.

    Das ist seit langem bekannt, schon vor vielen Jahren haben Musiker vom Dolomiten Sextett Lienz mitgespielt, sie sind auch auf den Bootlegs mit Namen eingetragen. In der Schweiz ist es nicht anders.

  • Sarah Hamsler am 07.11.2012 00:42 Report Diesen Beitrag melden

    Na und?

    Mein Grossi denkt seit 40 Jahren, dass die im Fernsehen live ohne Mikrofon so laut und genau gleich wie auf Platte singen können. (Und das die Heftli nur böse Gerüchte in die Welt setzten, wenn sie Patrick Lindner als schwul bezeichnen) Dennen ist es egal, ob das jetzt Playback oder Studiomusiker sind, solange ihnen die Musik und die Stimmung gefällt, und man mitklatschen und schunkeln kann

    • Stephanie Geiser am 07.11.2012 16:48 Report Diesen Beitrag melden

      jöö...

      Das find ich jetzt richtig herzig. Man sollte die grosse Welt öfters mit Sarahs Augen sehn und jedem sein Glück in seiner kleinen Welt lassen, egal ob Volksmusik, Rock oder sonstwas. Lasst den Leuten ihre Freude und freut euch an dem was euch gefällt.

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  • muXXimuS am 06.11.2012 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    Halb so wild

    Wenigstens singt er ja selber . Und einen kleinen Tipp an den Keyboarder : die Linke Seite wäre denn der Bass , und nicht Bling Bling Ding Ding :-D Wenn die jetzt wenigstens ein paar Unterrichtsstunden nehmen würden , dann könnten sie sich noch steigern , und zwar zum glaubwürdigeren Faken ! Für Musikantenstadlsendungen reicht das , und wenn überhaupt , dann ist dort eh immer nur der Leadgesang echt ... die andern können ruhig Schauspielern . Aber mal unter uns : der Produzent ist auch weich im Kopf ; soetwas macht man doch nicht , wenn man selber dazugehört - bisher waren ja alle happy .

    • muXXimuS am 06.11.2012 22:01 Report Diesen Beitrag melden

      Entschuldige mich

      Für die Kritik am Keyboarder . Die linke Seite kann ja irgend einen "Sound" haben . Egal ob echt , oder im Studio ...

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