Musikszene Schweiz

12. Juli 2011 19:37; Akt: 13.07.2011 13:25 Print

Das Rätsel um die Suisa-TopverdienerDas Rätsel um die Suisa-Topverdiener

von Niklaus Riegg - In der Schweiz Musik zu machen, kann sich lohnen: Die Suisa schüttete im letzten Jahr an 30 Künstler jeweils über 100 000 Franken aus. An wen, darüber schweigt sie sich aus.

«Amerika» von Adrian Stern war 2010 der meistgespielte Schweizer Song an den hiesigen Radios. Jedes Mal, wenn das Lied gespielt wurde, hat der Aargauer dafür Geld bekommen. (Quelle: YouTube)
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Die Musikindustrie ist in der Krise. Trotzdem kann man mit Musik noch viel Geld verdienen. Dies zeigt der Jahresbericht der Urhebergenossenschaft Suisa. Diese schüttete im letzten Jahr an drei Urheber jeweils über 500 000 Franken aus und an weitere 26 je über 100 000 Franken. Dieses Geld wurde aber nicht an Interpreten ausgeschüttet, sondern an Text- und Songwriter. Jedes Mal, wenn ein Song bei einem öffentlichen Konzert aufgeführt wird, am Radio und Fernsehen läuft oder verkauft wird, fliesst via Suisa Geld an die Urheber.

Kein Schweizer unter den Top 3

Wer diese Suisa-Topverdiener sind, darüber schweigt sich die Genossenschaft aus. Zu erfahren ist nur: Die drei Künstler, welche über eine halbe Million Franken erhalten haben, sind Ausländer, die in der Schweiz angemeldet sind. Unter ihnen ist der französische Chansonnier Charles Aznavour (87, «La Bohème»).

Doch auch Schweizer dürften im letzten Jahr viel Geld von der Suisa bekommen haben. Anhand von Tourplänen und Radiocharts lassen sich zumindest zwei Kandidaten eruieren: Roman Camenzind hatte bei vielen Hitsingles im letzten Jahr als Songwriter die Finger im Spiel (etwa Bliggs «Legändä & Heldä»). Ausserdem hat er einige Songs für Werbungen geschrieben. Dies kann bei der Suisa besonders lukrativ sein.

«Amerika» von Adrian Stern war letztes Jahr der meistgespielte Schweizer Song an den Radios. Der Aargauer hat einen Grossteil seiner CD «Herz» selber geschrieben – und diese verkaufte sich 60 000 Mal. Zum Geld von der Suisa kommen insbesondere bei Stern noch Einnahmen aus Live-Gigs, Plattenverträgen und von anderen Verwertungsgesellschaften hinzu.

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  • Patrick Hartmann am 13.07.2011 17:02 Report Diesen Beitrag melden

    1.- Fr. / Gast

    Als Partyveranstalter frag ich mich auch, welchen Künstlern die 1.-/Gast SUISA-Gebühren zu Gute kommen. Etwa Charles Aznavour oder Tina Turner? Jedenfalls bestimmt nicht dem Live Act, der die Musik produziert hat.

    • Ruth Lüscher am 19.08.2011 19:20 Report Diesen Beitrag melden

      Zur Klärung

      Der Live-Act erhält die Gage des Veranstalters. Also wenn Tina Turner ein Konzert gibt, zahlt ihr der Veranstalter (z.Bsp. Good News) eine Summe Geld, die Du als Besuche durch Dein Ticket finanzierst. Da Tina Turner, um beim Beispiel zu bleiben, selten die Songs auch selber schreibt, die sie singt kommt der Franken dann den Komponisten zugute. Aber der Franken wird auf alle Songs und somit alle Komponisten aufgeteilt.

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  • bluesky am 13.07.2011 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    SUISA

    Die meisten Kommentarschreiber hier wissen leider über die SUISA nicht Bescheid. Die SUISA vertritt die Urheber (Song- und Textschreiber) und verwaltet und verteilt die Einnahmen daraus (z.B. Radio, TV). Sie ist dazu legitimiert und macht das nicht aus Spass.

    • Dr. Mabuse am 19.08.2011 13:06 Report Diesen Beitrag melden

      Wer kriegt die Gelder?

      Und die Direktoren der Suisa lassen sich dafür fürstlich entlöhnen ... Gehälter über 300'000.- . Nimmt mich daher wunder, wie viel % der Einnahmen effektiv an die Künstler bezahlt werden und wie viele % für "Administration" abgezweigt wird.

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  • Bass Man am 13.07.2011 15:29 Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleibt der Stolz auf gute Leistung?

    Wie in anderen Branchen gilt auch in der Musik: Wer ein begehrtes und viel genutztes Produkt - hier einen Song - anbietet, der verdient Geld. Dass dies in der Schweiz nur so wenige sind, ist eigentlich schade, und dann sind es noch internationale Topcracks wie Aznavour, die wirklich viel einnehmen. In diese Liga dürfte kaum ein Schweizer kommen. Wenn doch, dann müssten wir verdammt stolz sein, so erfolgreiche Songwriter bei uns zu haben.