Konzert in Berlin

08. November 2017 10:24; Akt: 08.11.2017 16:33 Print

Ja, Harry Styles ist wirklich ein Rockstar

von Schimun Krausz - Teenie-Girls kreischen im Jahr 2017 zu Sound, der auch den Stones oder Queen stehen würde? Harry Styles schlägt die Brücke zwischen Boyband-Ruhm und authentischem Rock.

Von wegen Pop-Bubi: Während seines Songs «Kiwi» liess Harry Styles den inneren Rockstar von der Leine. (Video: Schimun Krausz)
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Bevor er mit seinem Solomaterial ab März grosse Arenen bespielt, macht Harry Styles aktuell in intimeren Venues halt. Im 3500 (vom ersten Ton an kreischende) Fans fassenden Tempodrom in Berlin bewies der One-Directioner am Dienstagabend, dass der – meist recht softe – Rock seines selbstbetitelten Debütalbums nicht bloss Fassade, sondern in der DNS des 23-Jährigen verankert ist.

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Der Look
Von seinen musikalischen Vorbildern – darunter ganz offensichtlich The Beatles und The Rolling Stones – weiss Harry: Das Outfit zählt, sollte die Musik aber nicht übertönen. So trug der Engländer einen schicken, blumig-braunen Anzug mit 70s-Flair, seine vierköpfige Band (zwei Frauen, zwei Männer) strahlte eine lockere Eleganz aus und das Bühnenbild wechselte von einem roten Samtvorhang zu einer einfachen, doch effektiven Scheinwerfer-Kombi. Nichts Verrücktes, aber stimmig und passend zum Sound.

Die Setlist
«Ich habe eben erst zehn Songs», sagte Harry über die Liedauswahl des Abends. Macht nichts, auch bei den weniger knackigen Nummern (wie «Two Ghosts») seiner Soloplatte sangen die Fans Wort für Wort und nahe an der erlaubten Dezibelgrenze mit. Mit dem Fleetwood-Mac-Heuler «The Chain» erfreute er die wenigen Eltern im Saal (die meisten warteten draussen auf ihre Zöglinge) und die beiden One-Direction-Covers «Stockholm Syndrome» und «What Makes You Beautiful» kamen dank Gitarren-Generalüberholung beinahe kitschfrei daher.


Der One-Direction-Klassiker «What Makes You Beautiful» kommt rockiger daher. (Video: Schimun Krausz)

Die Hymne
Es war ein Wagnis, «Sign Of The Times» im Frühling als Leadsingle des Albums zu veröffentlichen; der von Pink Floyd, Queen und David Bowie inspirierte Sechs-Minuten-Brocken wirkte gar sperrig für die leicht verdauliche One-Direction-Kost gewohnten Fans. Aber der Plan ist aufgegangen: Nicht nur bietet sich der moderne Klassiker als perfekter Show-Closer an, sondern gibt Harrys Gig auch einen fulminanten Rock-Oper-Anstrich.


Die Show schloss Harry mit seiner Hymne «Sign Of The Times». (Video: Schimun Krausz)

Der Rock'n'Roll-Faktor
Retro-Suit, gitarrige 1D-Covers, Rock-Oper-Stimmung – klingt ja alles gut, aber wie authentisch Rock'n'Roll war Harry Styles wirklich? Nun, ausgesprochen, wenn man seine Boyband-Vergangenheit bedenkt. Er tanzte wie Mick Jagger, kletterte auf die Lautsprecher und hielt die Klappe, wenn Gitarrensoli (ja, Gitarrensoli!) anstanden. Es war nie zu viel, wirkte kaum aufgesetzt. Nur an seiner Interaktion mit dem Publikum sollte er noch feilen – «How are you doing?» und «Berlin, are you still there?» sind keine poetischen Meisterleistungen.


Bei den Plaudereien mit dem Publikum hat Harry noch Luft nach oben. (Video: Schimun Krausz)

Bonus: Die Gig-Ausrüstung
Am 11. März spielt Harry Styles seine einzige Schweizer Show in der Basler St. Jakobshalle. Konzertbesucher, die etwas auf sich halten, bringen zwei Dinge mit: ein Regenbogen-Fähnchen/-Tuch/-Shirt und Blumen. Fans vor dem Berliner Tempodrom haben uns erklärt, warum: «Harry unterstützt die LGBTQ-Community, also machen wir das auch. Und Blumen sind einfach schön – so wie er.»


Als sich die Türen zum Tempodrom öffneten, wurde es unter den sonst sehr höflichen und geduldigen Fans kurzzeitig etwas hektisch. (Video: Schimun Krausz)


Bevor Harry Styles die Bühne betrat, wärmte das All-Girl-Trio Muna (mit zwei zusätzlichen Livemusikern) aus L.A. die Halle auf – und machte Lust auf einen eigenen Gig der Amerikanerinnen. (Video: Schimun Krausz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pauli am 08.11.2017 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Sign of the times

    Das Konzert war echt cool! :) Es war zwar am Anfang etwas Nervenaufreibend und ging nicht sonderlich lange, aber es hat sich ist echt gelohnt

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  • Nick am 08.11.2017 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehts nur mir so?

    Irgendwie hat er ähnliche Gesichtszüge und Outfits wie einst David Bowie, ohne dieser Legende in irgendeine Art und Weise nahe treten zu wollen.

  • marko 32 am 08.11.2017 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich

    Wirklich

Die neusten Leser-Kommentare

  • marko 32 am 08.11.2017 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich

    Wirklich

  • Pauli am 08.11.2017 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Sign of the times

    Das Konzert war echt cool! :) Es war zwar am Anfang etwas Nervenaufreibend und ging nicht sonderlich lange, aber es hat sich ist echt gelohnt

    • marko 32 am 08.11.2017 21:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pauli

      Krass

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  • R.Meier am 08.11.2017 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Rochstars gibt es keine neuen mehr.

    Clean, Sauberman-Image, ein paar erzwungene Frauenstorys, keine unterhaltsamen Interviews, keine Eskapaden, keine verspäteten Shows, keine revolutionäre Musik, keine prägenden und ewiglebenden Texte, keine ausartenden Hotelpartys. Ich denke nicht das er ein Rockstar sein kann, ist oder je sein wird. Einfach ein weiterer Musiker der in 5 Jahren vergessen ist, mit viel Glück schon in 2.

    • marko 32 am 08.11.2017 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @R.Meier

      Super

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  • Nick am 08.11.2017 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehts nur mir so?

    Irgendwie hat er ähnliche Gesichtszüge und Outfits wie einst David Bowie, ohne dieser Legende in irgendeine Art und Weise nahe treten zu wollen.

  • Mensch am 08.11.2017 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    Harry wer?

    Kenne diesen Typen nicht und so Jemanden mit Queen und Stones zu vergleichen ist eine RIESEN Frechheit.

    • Zizi am 08.11.2017 16:41 Report Diesen Beitrag melden

      Wenn du ihn nicht kennst...

      wie willst du dann wissen, dass der Vergleich eine riesen Frechheit ist. Erstmal Album hören - dann meckern ;)

    • Mensch am 09.11.2017 11:23 Report Diesen Beitrag melden

      Eben darum

      weil man Ihn nicht kennt darf man Ihn nicht mit solchen Idolen vergleichen. Habe mir seine Lieder angehört der ist so weit von Queen entfernt wie Heino von Skrillex.

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