Glastonbury

27. Juni 2017 09:49; Akt: 27.06.2017 09:50 Print

Festivalfans hinterlassen 1-Mio-Franken-Abfallwüste

Nach dem Festival ist vor dem Abfallberg: Am Wochenende ging in England das Mega-Openair Glastonbury über die Bühnen. Zurück bleibt vor allem viel Müll.

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Es ist aus, vorbei. Ein weiteres wunderbares Festival-Wochenende mit Auftritten von Ed Sheeran, Dua Lipa, Sampha, Radiohead und Katy Perry ist im englischen Glastonbury zu Ende gegangen. Diese beiden Herren scheinen diese Tatsache am Montag noch nicht ganz wahr haben zu wollen. Diese Herrenrunde wehrt sich der Wiederkehr des grauen Alltags mit fröhlichen Verkleidungen und ein paar Drinks. Die meisten haben es aber kapiert: Es ist Zeit, nach Hause zu gehen, ... ... fast alle. Den Heimweg der Festivalgänger säumen Abfallberge und -teppiche, die sich nach fünf Tagen Party auf dem ganzen Gelände angesammelt haben. Die aufgehende Sonne leuchtet den Heimkehrern den Weg – und enthüllt das Ausmass des Litterings. 15'000 Abfalltonnen wurden verteilt. Ganz eindeutig könnte es auf dem Glastonbury-Gelände für die über 200'000 Besucher aber noch ein paar zusätzliche Abfalleimer vertragen. Englische Landromantik? Zwei Festvialgänger geniessen den Ausblick übers Müllfeld. Man darf an dieser Stelle anmerken, dass die diesjährige Ausgabe der Festival-Geschichte den heissesten Tag aller Glasto-Zeiten bescherte, womit wohl etwas mehr getrunken wurde als ohnehin schon. Trash, Trash, Trash, so weit das Auge reicht. Schauen wir doch mal etwas genauer hin: Dass diese Sonnenbrille – ohne Bügel und mit nur einem Glas – liegen blieb, ist irgendwie nachvollziehbar. Gummistiefel werden ebenfalls gern zurückgelassen auf dem Glasto-Gelände. Und von freiwilligen Helfern eingesammelt – um für wohltätige Zwecke gespendet zu werden. Eine Unterhose? Lieber liegen lassen statt waschen, scheint sich der ehemalige Besitzer dieses Stücks gesagt zu haben. Mehr Abfall als Gras pro Quadratmeter. Gegen eine Million Franken kostet die Beseitigung der Abfallberge, schreibt der «Evening Standard». Englische Möwen mögen Müll, wie es scheint. Und da, ein Lichtblick: Auch in der grössten temporären Müllhalde Englands blüht die Liebe! Ein Paar kuschelt in den morgendlichen Sonnenstrahlen. Oh, Augenblick, verweile doch! 1300 Helfer packen gemäss «Evening Standard» beim Aufräumen mit an. Haben Sie schon bemerkt, wie liebevoll die Abfalltonnen verziert sind? Das hat bestimmt einige Besucher dazu animiert, ihren Müll auch tatsächlich darin oder zumindest daneben zu platzieren. Diese Jungs machen es vorbildlich und nehmen ihre Zelte mit nach Hause. Da kann man auch mal drauf anstossen. «Fötzele» XXL! Random Fact: 64 Personen wurden dieses Jahr auf dem Gelände verhaftet, die meisten davon in Zusammenhang mit irgendwelchen nicht näher spezifizierten Drogendelikten. Einsam, grau und von Abfall gesäumt ist der Weg des Festivalgängers zurück in die Realität. Musik gibt es in Glastonbury übrigens erst wieder 2019: Nächstes Jahr wollen die Veranstalter dem Land etwas Erholung gönnen. Wir wissen ja jetzt, warum.

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Ed Sheeran legte am Sonntagabend kurz nach 23 Uhr den Schlussakkord unter das 48. Glastonbury-Festival, von seinen Besuchern liebevoll kurz Glasto genannt. Danach verzogen sich die Musikfans zurück nach Hause oder liessen das Festival-Wochenende noch auf dem Gelände ausklingen.

Umfrage
Haben Sie auch schon Müll an einem Festival zurückgelassen?
54 %
25 %
10 %
11 %
Insgesamt 772 Teilnehmer

Nach Tagesanbruch zeigte sich dann, was von der Mega-Party mit 200'000 Besuchern übrig blieb: Berge von Abfall – und ein paar verlorene Seelen, die irgendwie nicht damit zurechtzukommen schienen, dass der fünftägige Spass tatsächlich zu Ende war. Die Bilder der Aufräumarbeiten auf Englands grösster Temporär-Müllhalde sehen Sie in der Bildstrecke.

(fim)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Generation X am 27.06.2017 10:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nach mir die Sintflut

    Man kann natürlich so leben. Jedoch find ich es peinlich, wenn die selben Leute mir dann Vorwürfe machen wenn ich Auto fahre oder viel Fliege.

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  • wianve am 27.06.2017 10:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer bezahlt?

    Was für eine verwöhnte Spassgesellschaft. Echt traurig diese Verhalten

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  • Stuart am 27.06.2017 10:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abfall

    Haben die Besucher nicht was vergessen ?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Brausefritz am 29.06.2017 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich sammle freiwillig...

    ...alles ein, wenn der ganze Abfall tatsächlich 1 Million wert ist....

  • Leyla C am 27.06.2017 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    zu wenige Container

    Ich finde zwar auch dass jeder seinen Müll entsorgen muss und Zelte und Gummistiefel nimmt man wieder mit nach Hause und lässt das Zeug nicht aus Faulheit dort. Es hat an Openair's aber auch immer zu wenige Müll-Entsorgungsstellen. Manche haben immerhin ihren Güsel neben dem Müllcontainer abgestellt. Das sollte man schon noch hinkriegen.

    • Roli1966 am 27.06.2017 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leyla C

      stimmt nicht! aber wenn gewisse Leute 2 Meter laufen müssen ist das eben schon zuviel. Der Müll ist das Abbild underer Zivilisation Bedenklich

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  • Ds am 27.06.2017 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    Generation x

    Als ich noch an solchen Veranstaltungen teilgenommen habe war es selbstverständlich den eigenen Müll wegzuräumen, heute wird damit angegeben dass man Arbeitsplätze schafft und ist noch stolz darauf alles wegzuwerfen... einfach nur beschämend wie verzogen die Leute heutzutage sind... völlig Weltfremd und kein bezug mehr zur Natur.

  • Patrick am 27.06.2017 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    War ja nicht anders zu erwarten

    Ist diese Story wirklich 24 Bilder wert?

    • Bartli am 27.06.2017 16:31 Report Diesen Beitrag melden

      Mehr davon

      @ Ja Patrick, jedes Bild ist es wert veröffentlicht zu werden, man sollte sie sogar auf Werbeflächen aufkleben.

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  • Nüchtern am 27.06.2017 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne mich!

    Ich gehe an kein Festival, da ich mit 59 Jahren nicht gerade zum Ziel-Publikum gehöre und mir so etwas sicherlich NIE antun würde! Jedoch auch unsere Jungen besuchten noch NIE so einen schweinischen Anlass, was sicherlich damit zusammen hängt, dass sie weder Saufen, Rauchen noch sonst die Birne zu dröhnen! OHNE kann man wohl diese Verhältnisse nicht ertragen!!!

    • Elias am 27.06.2017 15:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nüchtern

      Ich denke eher, dass sie die Musik nicht so interessiert. Denn wenn man diese Gut finden ist es das einfachste der Welt das Openair ohne alle von Ihnen genannten Dinge zu "überstehen"

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