Bråvalla-Festival in Schweden

04. Juli 2017 23:31; Akt: 04.07.2017 23:31 Print

Sex-Übergriffe an Openair – Veranstalter geben auf

Nach mehreren Vergewaltigungen und Übergriffen ziehen die Veranstalter eines schwedischen Openairs die Reissleine: 2018 findet kein Festival mehr statt.

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Musikgrössen aus aller Welt haben beim Bråvalla-Festival im schwedischen Norrköping schon gespielt. Auch dieses Jahr waren mit Bands wie System of a Down, Linkin Park und Sabaton wieder beliebte Headliner am Start – allerdings zum vorerst letzten Mal.

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Das Grossereignis steht nämlich schon seit Jahren in der Kritik: Immer wieder ist es in der Vergangenheit zu sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen von jungen Frauen gekommen.

2017: Mindestens eine Vergewaltigung und elf schwere Übergriffe

Im letzten Jahr verweigerte Headliner Mumford & Sons sogar den Auftritt beim Festival und forderte Präventionsmassnahmen gegen sexuelle Gewalt. Doch auch in diesem Jahr verzeichnete das Festival eine traurige Bilanz. Es kam zu mindestens einer Vergewaltigung. Zusätzlich wurden der Polizei im Zeitraum vom 28. Juni bis zum 1. Juli elf teils schwere sexuelle Übergriffe gemeldet.

«Es ist verdammt nochmal nicht in Ordnung!»

Noch während des Auftritts des schwedischen Popidols Håkan Hellström am letzten Festivaltag zog Veranstalter FKP Scorpio die Konsequenzen: Im nächsten Jahr wird es kein Bråvalla-Festival geben.

«Es gibt keine Worte dafür, wie unglaublich traurig wir darüber sind, und wir bedauern und verurteilen diese Taten aufs Schärfste. Es ist verdammt nochmal nicht in Ordnung! Wir akzeptieren so etwas nicht auf unserem Festival», heisst es in der offiziellen Stellungnahme der Veranstalter.

OASG: Eine Meldung über eine «kleinere Belästigung»

Doch wie sieht die Situation an Schweizer Openairs aus? «Am Openair St. Gallen, das am gleichen Wochenende wie das Bråvalla-Festival stattfand, ging eine Meldung einer kleineren sexuellen Belästigung ein», sagt Gian Andrea Rezzoli von der Kantonspolizei St. Gallen auf Anfrage von 20 Minuten. Die Person überlege sich noch, ob sie Anzeige erstatten wolle.

(red/lme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kryat am 05.07.2017 05:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Irgend was sagt mir

    das diese Übergriffe seit 2015 massiv angestiegen sind.. Aber warum wohl...

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  • Lea am 05.07.2017 00:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist der Preis

    Für die ach so liebe Willkommens Kultur in Schweden. Aber Sie wachen langsam auf,währe schade um das schöne Land.

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  • SP-Wähler am 05.07.2017 07:06 Report Diesen Beitrag melden

    Warum keine genauere Angaben?

    Ich bin sehr weltoffen und links eingestellt doch soweit ich mich erinneren kann waren es letztes jahr asylantengruppen, welche ihre opfer unzingelt und sexuell missbraucht haben. Falls das dieses jahr wieder der fall ist frage ich mich wieso keine genaueren angaben der täter veröffentlicht werden. Diese Verniedlichung der Medien geht zu weit!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Prof. Dr. Abdul Nachtigaller am 05.07.2017 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    @all

    Das schlimmste an der Situation ist doch, dass noch 49998 weitere Personen an diesem Festival waren und keiner hat geholfen. Ein 15 Jähriges Mädchen wurde in der Zuschauermenge misshandelt. Viele haben sich bei der Polizei gemeldet weil sie unsittlich berührt wurden. An die Damen. Wer von euch wurde schon an einem Open-Air betatscht? Wer hat den Vorfall der Polizei gemeldet? In Schweden ist die Hemmschwelle so etwas zu melden zurecht sehr tief. An die Männer. Frauen finden euch nicht attraktiver je besoffener ihr seid.

  • Mk am 05.07.2017 09:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Täterschaft

    Letztes Jahr wurde die Täterschaft an diesem Festival in den Medien noch erwähnt. Diese politische Korrektheit wird Europa ins Chaos stürzen und das nur, weil man nicht eingestehen kann, dass eine gewisse Ideologie an der Realität gescheitert ist!

  • Frau am 05.07.2017 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Kein neues Problem

    Vielleicht sind es gar nicht die Vergewaltigungen oder der Missbrauch der zunimmt, vielleicht getrauen sich Frauen heut zu Tage einfach mehr, dies zur Anzeige zu bringen als früher. Mir wurde damals angedroht, dass wenn ich jemand anzeige, meine Familie umgebracht würde. Einer der Vergewaltiger war bereits vorbestraft. Italiener, die ich aus meinem Umfeld kannte. Ich war 16, im Schockzustand und hatte Angst. Sexuelle Übergriffe geschehen überall auf der Welt durch alle Schichten und Rassen. Vergleiche anzustellen wo mehr und wo weniger ist gefühlslos. Jeder Missbrauch ist einer zu viel.

  • Franjo Juric am 05.07.2017 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    WingTsun = Selbstverteidigung

    Solche Übergriffe können leider immer passieren wo viele Menschen sich tummeln. Leider zum Nachteil der Opfer. Ich Empfehle deswegen jeder Person Selbstverteidigung zu lernen! Und zwar keinen Sport wie Karate, Judo, Boxen etc. sondern effektives WingTsun. Die Kampfkunst die Selbstverteidigung lehrt.

  • Dr. Ikea am 05.07.2017 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    Vergewaltigungsstatistik Schweden

    Auf 100.000 Einwohner kamen 2006 in Schweden 46,5 bei der Polizei angezeigte Vergewaltigungen. Dies ist die höchste Quote in Europa und etwa vier Mal so hoch wie in Deutschland. Gründe hierfür u. a. einen weiter gefassten Vergewaltigungsbegriff sowie eine aktivere Stellung der betroffenen Personen im Prozess. So besitzen sie als Verfahrensbeteiligte das Recht, eigene Anträge zu formulieren, und haben nicht lediglich die Rolle eines Zeugen inne wie z. B. in Deutschland, wenn keine Nebenklage eingereicht wird bzw. werden kann.