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Am ESC in Malmö
17. Dezember 2012 14:12; Akt: 11.05.2013 01:26 Print
Heilsarmee kann auf viele Schäfchen zählen
Die Schweiz holt mal zero Points, mal ein paar zerquetschte Punkte. Am Eurovision Song Contest 2013 siehts womöglich besser aus – die Heilsarmee ist in 24 von 38 ESC-Staaten vertreten.
Seit Gunvors historischem letzten Platz am Eurovision Song Contest in Birmingham 1998 gehört «Schweiz: Zero Points» zum Alltags-ESC-Wortschatz. Gunvor sang vielen Schweizern mit ihrem Lied «Lass ihn» aus dem Herzen. Lass ihn, den ESC. Doch nach Pleiten, Schlappen und der Einführung des Publikums-Voting beim SRF (ehemals SF) blitzt jetzt ein zarter Hoffnungsschimmer auf. Wir schicken 2013 die Heilsarmee ans Sängertreffen nach Malmö. Die hat nicht nur Unterstützung von oben, sondern auch ganz viel von unten.
Bildstrecken Heilsarmee singt sich ins Finale Video
Heilsarmee – «You & Me»
Keine Unterstützung
In folgenden ESC-Ländern ist die Heilsarmee nicht aktiv:
Albanien
Armenien
Aserbaidschan
Bulgarien
Israel
Kroatien
Malta
Mazedonien
Montenegro
San Marino
Serbien
Slowenien
Weissrussland
Zypern
Soldaten an die ESC-Front
Die Heilsarmee oder Salvation Army gehört zu den grössten gemeinnützigen Organisationen der Welt. Das bringt viele Vorteile mit sich. Konkret: In 24 von 38 ESC-Staaten sind die Soldatinnen und Soldaten der Heilsarmee im Dienst. Auch in den stimmenträchtigen Balkanstaaten sind die Söldner vor dem Herrn aktiv (Ausnahmen, siehe Box).
Der Umkehrschluss liegt nahe: Mobilisiert die Heilsarmee an allen Fronten ihre Kräfte, haben die Heilsarmisten aus der schönen Schweiz mit ihrem Song «You and Me» womöglich wirklich eine Chance auf eine gute Platzierung. Die Kehrseite: Die christliche Freikirche mit ihrer konservativen Einstellung und Skepsis gegenüber gleichgeschlechtlicher Liebe könnte zum Problem werden. Die homosexuelle Community ist stark am ESC. Experten-Panel-Mitglied Hella von Sinnen bringt das gegenüber 20 Minuten Online auf den Punkt: «Sie werden keine Punkte von den Homosexuellen Europas erhalten. Wer uns nicht unterstützt, den unterstützen wir auch nicht.»
Durchzogene Forums-Bilanz
So oder so: Die erste Schlacht ist gewonnen. Und auch die Brüder und Schwestern der Heilsarmee-Dachorganisation in London verkünden die frohe Botschaft. Die Nachricht um die helvetischen Kollegen und ihren musikalischen Höhenflug ist auf der offiziellen Homepage als TopNews verlinkt. Im Forum auf der offiziellen Eurovision-Homepage Eurovision.tv gehen die Meinungen zum Schweizer Beitrag auseinander. Der Song gefällt, haut die Forums-Teilnehmer allerdings nicht aus den Socken. Für mehr Begeisterung sorgt Heilsarmee-Opa Emil. Er gilt in der Diskussion als Geheimwaffe. User HelloThereEurope aus England hofft auf einen Breakdance des Kontrabassisten. Grobbel aus Holland wirft der Heilsarmee Propaganda vor. Der Mehrheit der User gefällt das muntere Liedchen aus dem Hause HitMill.
Und den Schweizer SRF-Zuschauern augenscheinlich auch. Ob die Rechnung aufgeht, muss sich zeigen. So oder so kann sich die Heilsarmee immer herausreden: Es war ja nur für den guten Zweck.
PR-Coup oder einfach ein gutes Lied? Was halten Sie vom Schweizer ESC-Beitrag 2013? Diskutieren Sie mit im Talkback.
(bbe)
Jeder soll und kann seine eigene Meinung haben. Solange man den anderen trotzdem sein Leben leben lässt, ist dass doch kein Problem. Aber genauso wie heute nicht alle Menschen die Ehe gut finden, gibt es eben auch Menschen die zur Homosexualität eine andere Meinung haben. Nicht dass ich das gut finde, denn für mich sind vor Gott alle Menschen gleich, aber solang nicht versucht wird, denn anderen seine eigenen Überzeugungen aufzuzwingen, gilt für mich leben und leben lassen. – Stefan
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Alle 109 Kommentare

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Super
Gooo for heilarmee ist doch ein richtig schönes lied, die werden sich in die herzen der zuschauer singen.
Modern und fetzig - logisch, Heilsarmee
Die Heilsarmee zeigt, dass sie auch junge musikalische Leute hat und die haben sie wirklich, manche sogar mit Musikstudium! Sie bietet auch Musiklager und Songwriterwettbewerbe an. Jung und alt musiziert zusammen. Na also, so eine vielfältige Band findet die Schweiz nicht so schnell wieder.
Lieber Carrousel...
Als "Heilsarmee" dürfen sie ja offenbar gar nicht antreten und die Uniformen dürfen auch nicht mitkommen. Da bleibt man lieber konsequent, lässt auch die Sänger zuhause und schickt mit "Carrousel" den viel besseren Beitrag!