Braucht es das?

26. Juli 2017 05:46; Akt: 26.07.2017 05:46 Print

Schweizer Musiker haben jetzt eigene Charts

Radio SRF 3 hat erstmals die Top 10 der am meisten gehörten Schweizer Songs veröffentlicht. Der Grund: In der offiziellen Hitparade tauchen hiesige Acts kaum noch auf.

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In den Top 100 der hiesigen Singlecharts ist diese Woche nur ein einziger Schweizer Song vertreten: «Sin ti» von Loco Escrito auf Platz 79. Um in ihrer «Hitparade»-Sendung trotzdem noch Schweizer Musik spielen zu können, hat die SRF-3-Redaktion am Sonntag ein neues Segment eingeführt: die Top 10 der am meisten gespielten, gestreamten und downgeloadeten Schweizer Songs der Woche.

Umfrage
Gesonderte Schweizer Charts – Notwendigkeit oder Kapitulation vor der internationalen Übermacht?
59 %
28 %
13 %
Insgesamt 1172 Teilnehmer

Diese Neuerung sei nötig geworden, weil «das Schweizer Musikschaffen von vielen Streaming-/Download-Anbietern vernachlässigt wird» und «Songs von nationalen Künstlern beinahe nicht mehr in den Schweizer Singlecharts stattfinden», so SRF-Musik-Redaktionsleiter Michael Schuler.


Loco Escrito ist aktuell der einzige Schweizer Interpret in unserer Singles-Top-100 – und auf Platz zwei des neuen SRF-«Hitparade»-Segments. (Quelle: Youtube/Loco Escrito)

«Von Spotify ausgeschlossen»

Hit-Produzent und Labelbesitzer Roman Camenzind bestätigt dies: «Die Situation für Schweizer Musik ist momentan sehr schwierig. Von dem hitparadenrelevanten Musikdienst Spotify sind wir ausgeschlossen und auch die Schweizer Privatradios spielen nur sehr wenig Schweizer Musik.»

Mit «ausgeschlossen» meint Camenzind vor allem die fehlende Möglichkeit der Musiklabels, ihre Künstler sinnvoll in den wichtigen Playlists des schwedischen Streaming-Riesen zu platzieren. 20 Minuten weiss, dass sich die Labels schon lange daran stören und sowohl Spotify als auch Apple Music in naher Zukunft Schweizer Büros eröffnen wollen.


Bronze für Nemos «Ke Bock» in den neuen CH-Top-10. (Quelle: Youtube/bakaramusic)

«Jede Plattform ist begrüssenswert»

Bis dahin sind «SRF 3 und die anderen SRG-Sender die einzigen, die stark auf Schweizer Musik setzen», lobt Camenzind. Schuler präzisiert: «Der Anteil von Schweizer Musik liegt im Tagesprogramm von SRF 3 bei fast 25 Prozent.»

Und auch wenn die neue Schweizer Top 10 sozusagen im geschützten Rahmen abseits internationaler Charts-Konkurrenz stattfindet, weiss Camenzind: «Für Schweizer Musiker ist jede Plattform, die man ihnen bietet, begrüssenswert.»


James Gruntz führt mit «You» die erste Schweizer Top-10-Liste von SRF 3 an. (Quelle: Youtube/Zytglogge Verlag AG)

(shy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Steve Lee am 26.07.2017 06:37 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte Musiker

    Seien wir ehrlich: Schweizer Mainstream-Musik ist bemitleidenswert und ist zurecht nicht in den internationalen Charts vertreten.

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  • Musikus am 26.07.2017 06:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Privatsender sind zum Gähnen

    Kompliment an SRF3 - und alles ohne Werbeunterbrechung! Die Privatradiosender sind ja wirklich kaum zum aushalten...da läuft Mainstream rauf und runter. FM1 z.B. mit ihrem doofen Slogan "einfach gueti Musig" - da ist bei mir gleich Senderwechsel angesagt!

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  • Mike am 26.07.2017 06:31 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Musik

    Es gibt zurzeit echt gute CH Musik aber Nemo gehört nicht dazu. Kann nicht rappen, singen komplett gehyped und überbewertet.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • gero am 26.07.2017 18:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ist halt nicht mehr wie früher

    als man ein paar hundert CDs selber kaufte für einen guten Charteinstieg.

  • Singular am 26.07.2017 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Verständlich

    Wenn ich ein erfolgloser Musiker wäre und in den Charts nie Platz 1 erobern kann, würde ich mich vielleicht auch freuen, wenn man dann extra für mich und die anderen Erfolglosen eigene Charts macht, damit wir auch mal oben sein können. Erinnert mich an Schweizermeisterschaften im Skifahren. Selbst der mieseste Skifahrer kommt da noch weit hoch und Plätze 1-35 sind nur von Schweizern besetzt.

  • Walt1 am 26.07.2017 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    Top 100 Einheitsbrei

    Ich halte sowieso nicht viel von den Charts. Wenn man schon Tp 10 aus der Schweiz macht, macht es auch mehr Sinn, die Top 10 aus Rock, Metal, Pop, Hip-Hop, Jazz, Blues, Klassik ,oder/und EDM zu präsentieren. So gibt es wenigstens etwas Abwechslung, da die Top 100 Songs meist gleich tönen. Sicher gibt es mal eine Ausnahme, aber nur sehr selten.

  • Fabio am 26.07.2017 14:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sauber

    Finde ich super! Man hat gar keine Chance seine Musik in den internationalen charts zu plazieren, die grossen Produzenten kaufen sich in die Charts rein, unfair und pure Geldmacherei, so geht die Kunst an der Musik verloren, aber geld regiert hald die welt...

  • Fäbu am 26.07.2017 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Mimiks

    Der einzige Schweizer Künstler den ich hören und unterstützen kann ist Mimiks, alles andere kann ich mir nicht geben.