Releases der Woche

17. April 2018 09:50; Akt: 17.04.2018 09:50 Print

30 Seconds to Mars halten die Amis für verrückt

von Neil Werndli - Die Band um Jared Leto hält den USA den Spiegel vor, Panda Lux lassen ihr «Beuteltier» von der Leine und Pablo Nouvelle tritt in seiner Heimat auf.

Jared Leto lebt seinen Hang zum Pathos auf dem neuen Album «America» voll aus. (Quelle: Youtube/THIRTY SECONDS TO MARS)
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Album der Woche: 30 Seconds to Mars – «America»

Auch wenn Donald Trump zu den umstrittensten Präsidenten der US-Geschichte gehört, hatte seine Wahl positive Effekte: Immer mehr Künstler beziehen politisch Stellung. So auch 30 Seconds to Mars mit ihrem fünften Album. Und weil Frontmann Jared Leto nicht unbedingt für Subtilität bekannt ist, heisst das Teil schlicht «America».

Das Artwork dieses Konzeptalbums existiert in zehn verschiedenen Varianten. Auf jedem listen 30 Seconds to Mars Dinge auf, die zu ihrem Heimatland gehören – seien es Namen (von Kim über Jesus bis Donald), Sportarten (von Basketball über Skateboarden bis zum Trampolinspringen) oder Sexstellungen (von Doggy über 69 bis zu «The Crab»). «Sind eigentlich alle da draussen verrückt geworden?», fragt Leto in «Hail to the Victor» seine Landsleute. Wie wir alle scheint er vom aktuellen Geschehen in den Staaten einerseits fasziniert und gleichzeitig komplett überfordert zu sein.

Apropos Überforderung: Seinen Hang zum Pathos lebt der Musiker-Schrägstrich-Schauspieler auch musikalisch aus. «Monolith» etwa ist mindestens so bombastisch wie ein Hans-Zimmer-Soundtrack. Der Alternative Rock, der die frühen 30-Seconds-to-Mars-Alben dominierte, entwickelte sich mittlerweile zum pompösen Stadion-Pop, wie man ihn von Imagine Dragons kennt. Auf den Beat von «Love Is Madness» wäre Katy Perry neidisch und die Hook von «Dangerous Night» selbst bei den Chainsmokers nicht deplatziert. Kann man machen. Wer Leto und seine Posen nicht schon vor Jahren abgeschrieben hat, wird auch dieses Album rauf und runter hören.

Video der Woche: Panda Lux lassen ihr «Beuteltier» von der Leine

Tiervideos gehören zu den Evergreens des Internets. Die Ostschweizer Panda Lux nutzen unseren Hang zu süssen Geschöpfen mit ihrem Video zum Song «Beuteltier» geschickt aus. Der Clip zeigt unter anderem einen Hund in der Badewanne und Eisbären, die eine Hüpfburg aufblasen. Die Band hängt derweil ganz nonchalant im Lowrider rum.


Im neuen Panda-Lux-Video wird der Hund in der Badewanne verrückt. (Quelle: Youtube/Panda Lux)

Konzerttipp: Pablo Nouvelle hat ein Heimspiel
Pablo Nouvelle; Samstag, 21.04.; Dachstock, Bern.

Ursprünglich kommt Fabio Friedli alias Pablo Nouvelle aus Bern. Heute pendelt der 31-Jährige zwischen Zürich und London, wo er Songs im Stil von Bonobo und Jamie xx schreibt und produziert. Nebenbei landete er mit seinem Kurzfilm «In a Nutshell» auf der Longlist für einen Oscar. Pablo Nouvelle ist ohne Zweifel einer der talentiertesten Künstler der Schweiz.

Momentan tourt er mit seinem neuen Album «Wired» und einer neuen Band um die Welt. Der Halt im Dachstock ist für Friedli ein Heimspiel. Ausserdem wird er unterstützt von der Badener Trip-Hop-Tüftlerin Sensu. Ein Abend für Fans der subtilen und trotzdem tanzbaren Klänge.


Pablo Nouvelle ist nicht nur ein Meister der Musikproduktion, sondern nutzt auch visuelle Stilmittel geschickt. (Quelle: Youtube/Armada Music)

Wir verlosen 1 x 2 Tickets für die Dachstock-Show von Pablo Nouvelle! Schick zum Teilnehmen ein Mail an konzerte@20minuten.ch – ausgelost wird am Dienstagabend um 18 Uhr.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vincent the Sandcorn am 17.04.2018 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sackstarker Song

    Kommt sehr gut an. Speziell die Aussage "Breaking all Promises". Lag nach Pink ja auch wieder mal an der Zeit, ein Statement an eine untouchable Person abzugeben. Weiter so.

  • Selina F. am 17.04.2018 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    Echelon

    Wenn man die Musik bis zum vorletzten Album mochte, tut man dies jetzt nicht mehr. Wenn man ganz ehrlich wäre. Ich habe kein Problem mit Leuten, die diese Musik mögen, ich kann die treuen 'Echelon' nur nicht ganz ernst nehmen, wenn sie erst den harten Alternative-Rock mochten und jetzt plötzlich fahren sie auf diesen Kommerz Pop ab. Die Fangemeinde der Band ist fast eine Sekte, sie glauben an ihre Götter (Jared, Shannon, Tomo) und würden ihr Leben für diese hergeben. Gefährlich!

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  • Selina F. am 17.04.2018 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    Echelon

    Wenn man die Musik bis zum vorletzten Album mochte, tut man dies jetzt nicht mehr. Wenn man ganz ehrlich wäre. Ich habe kein Problem mit Leuten, die diese Musik mögen, ich kann die treuen 'Echelon' nur nicht ganz ernst nehmen, wenn sie erst den harten Alternative-Rock mochten und jetzt plötzlich fahren sie auf diesen Kommerz Pop ab. Die Fangemeinde der Band ist fast eine Sekte, sie glauben an ihre Götter (Jared, Shannon, Tomo) und würden ihr Leben für diese hergeben. Gefährlich!

  • Vincent the Sandcorn am 17.04.2018 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sackstarker Song

    Kommt sehr gut an. Speziell die Aussage "Breaking all Promises". Lag nach Pink ja auch wieder mal an der Zeit, ein Statement an eine untouchable Person abzugeben. Weiter so.