Naidoo nimmt Stellung

09. Mai 2017 10:02; Akt: 09.05.2017 11:13 Print

«Ich bin weder rassistisch noch rechtspopulistisch»

Mit seiner neusten Single löste Xavier Naidoo eine Kontroverse aus: Bedient sich der deutsche Superstar im Songtext an rechtem Gedankengut? Jetzt nimmt er Stellung.

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Nach der Veröffentlichung von Xavier Naidoos aktueller Single «Marionetten» gingen vergangene Woche die Wogen hoch: Im Text kommt es zu wiederholten Gewaltandrohungen, zudem würde er Verschwörungstheorien und antisemitische Klischees zitieren, so die Vorwürfe.

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Morgen Mittwoch tritt die Band im Zürcher Volkshaus auf. Das in der Schweiz für die Söhne Mannheims zuständige Label hat nun im Vorab ein Statement von Xavier Naidoo verschickt, worin er zur Diskussion Stellung nimmt. 20 Minuten fasst seine wichtigsten Aussagen zusammen.

Naidoo sagt, er schreibe intuitiv: «Mein Unterbewusstsein hat ganz sicher Einfluss auf die Entstehung der Songs. Selbstverständlich können und werden Erfahrungen und Beobachtungen aus meinem erlebten Alltag [...] in diesen
Schaffensprozess einfliessen. In diesen Momenten verschwende ich keinen einzigen bewussten Gedanken darauf, wohin mich die Reise wohl führen mag.»

Naidoo fühlt sich bezüglich «Marionetten» missverstanden: «Einzelne Fragmente oder Satzteile wurden hier – teilweise aus dem Kontext gerissen – bewertet, gedeutet und heftig kritisiert. Damit kann ich gut leben – gerade als Musiker, für den Kunst- und Meinungsfreiheit eines der höchsten Güter überhaupt ist.»

«Dennoch ist es schade, dass in der Diskussion über diesen Song teilweise Unterstellungen wiederholt werden, zu denen es meinerseits zahlreiche Klarstellungen und unmissverständliche Dementis gab.»

«Marionetten» sei zugespitzt, bezüglich Songinhalt bleibt Naidoo unkonkret: «Bei dem Lied handelt es sich um eine zugespitzte Zustandsbeschreibung gesellschaftlicher Strömungen, also um die Beobachtung bestimmter Stimmungen, Auffassungen und Entwicklungen, dies im Rahmen einer künstlerischen Auseinandersetzung bewusst überzeichnet.»

Von extremen politischen Standpunkten distanziert er sich: «Wir erleben derzeit leider eine Phase, in der viele Menschen zumindest das Gefühl haben, dass es ihnen nicht mehr ganz so gut geht oder dass sie nicht mehr ‹mitgenommen› werden von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Das ist gefährlich und kann zu Extremismus führen. Und der ist nie gut.»

«Die Söhne Mannheims und ich stehen seit vielen Jahren ganz klar gegen jede Art von Gewalt, gegen jede Art von Fremdenhass, gegen jede Art von Diskriminierung und gegen jede Form von Radikalismus oder Nationalismus. Genauso erheben wir seit Jahren unsere Stimme gegen alle menschenverachtenden, populistischen oder Hass säenden Personen und Bewegungen.»

«Ich schätze mich glücklich und empfinde es als Bereicherung, dass ich viele Freunde jeglicher Nationalität und jeglichen Glaubens habe. Dass ich weder rassistisch noch rechtspopulistisch bin, bedarf für mich eigentlich keiner (erneuten) Erwähnung.»

Naidoo will zur Diskussion anregen: «Eine Demokratie und eine offene Gesellschaft leben davon, dass [...] sie streitbar ist und auch, dass ihr Zustand kritisch hinterfragt werden darf. Gerade um sie zu erhalten und gerade um sie zu verbessern.»

«Dies gilt insbesondere in Zeiten, in der Globalisierung und internationale Abhängigkeiten es schwerer machen, jene unverzichtbaren Grundwerte einer Demokratie wie Freiheit, Frieden, Gleichheit und Solidarität so verständlich zu machen, wie wir es uns wünschen.»

«Ich gebe keinem meine Stimme, sondern erhebe meine eigene mit den Mitteln meiner Kunst. Und die ist [...] im besten Fall zum eigenständigen Denken anregend, gerne auch mal provozierend.»

Das Statement beendet Naidoo kurz und knapp mit: «One Love Euer Xavier».

(fim)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mike am 09.05.2017 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    Team Xavier

    Xavier Naidoo hat so recht, nur weil sich gewisse Politiker angegriffen fühlen, werfen sie ihm jetzt böse Dinge an den Kopf. Xavier steh drüber und mach bitte weiter so!

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  • FunkerVogt am 09.05.2017 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Vor vielen Jahren hat er gegen rechts gehetzt nahezu zu Straftaten gegen rechte aufgefordert Da wurde nichts zu gesagt ...

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  • Swisshoopz am 09.05.2017 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    True

    Warum frage ich mich, warum wollen oder müssen die Medien andere Menschen in eine Schublade setzen? Warum muss ein Mensch rechts oder Links sein? Wieso akzeptiert ihr nicht, dass es eine gesunde mitte gibt die unsere Nation aufrechthaltet! 1000 sehr gute Ausländer die sich perfekt integriert haben, dann gibts die 2-3 schlechten die alle andere runterziehen und schlechtmachen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • marko 32 am 09.05.2017 15:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Finde ich super

  • who knows am 09.05.2017 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    sehr fahler beigeschmack

    Ein Auftritt von ihm bei einer Reichbürgerveranstaltung war dann wohl auch nicht so gemeint

  • Mike am 09.05.2017 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kritik

    Was ist das für eine Demokratie die so mit Kritik umgeht. Sagt man die Wahrheit ist man gleich Rechtsradikal.

  • G.H am 09.05.2017 12:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was solls

    man sollte nicht alles zu Tode analysieren der Xaveri weiss es selber nicht was er sagen will und wenn man der Inhalt des Liedtexte hört ist es ein Nonsens es ist wie bei einen Gemälde jeder sieht was anderes.

  • Labrus am 09.05.2017 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Ungutes Gesinnungsklima

    Was ich in den Medien zunehmend beobachte, ist eine Tendenz, Menschen zu denunzieren und pauschal als Rechtspopulisten, Demokratiefeinde, etc. zu bezeichnen, die offenbar nicht die gewünschte Meinung vertreten. Eine Art medialer Konformitätszwang. Für mich eine gefährliche Entwicklung. Meinungen zu unterdrücken führt dazu, dass kein ergebnisoffener Dialog mehr stattfinden kann und dass man nicht mehr weiss, was das Gegenüber tatsächlich denkt, weil die Meinung nicht mehr offen geäussert wird.