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10. April 2018 09:20; Akt: 10.04.2018 09:20 Print

Cardi B schafft es von der Stripperin zur Rap-Queen

von Neil Werndli - Vor wenigen Jahren tanzte sie noch an der Stange, nun erobert Cardi B die Charts, Halsey trifft an einer Party ihren Ex und Young Fathers kommen nach Zürich.

In «Bodak Yellow» beschreibt Cardi B ihren Aufstieg von einer Stripperin zum Rap-Star. (Quelle: Youtube / Cardi B)
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Album der Woche: Cardi B – «Invasion of Privacy»

«Schau, eine Bitch wie ich hatte zwei Optionen: Strippen oder verlieren», lautet die erste Zeile auf Cardi Bs «Invasion of Privacy». Mit ihrem Debütalbum setzt sie sich nicht nur breitbeinig auf den Thron des Hip-Hop, sondern steht auch für ein neues Frauenbild in der Szene.

Ihren ersten Fame erlangte Belcalis Almanzar, wie Cardi B bürgerlich heisst, 2015 mit der Reality-Show «Love & Hip Hop: New York» und einigen viralen Instagram-Videos. Es folgten drei Mixtapes und Gastauftritte bei Grössen wie Shaggy und Bruno Mars. Im letzten Sommer ging dann ihre Single «Bodak Yellow» durch die Decke – eine klare Ansage, dass Cardi B sich nicht von der männerdominierten Branche unterkriegen lassen wird, unterlegt mit einem gnadenlos hämmernden Trap-Beat.

«Meine Pussy ist so gut, ich schreie beim Sex meinen eigenen Namen», rappt Almanzar in «I Do», in dem sie von SZA – momentan ebenfalls eine der wichtigsten weiblichen Stimmen im Urban-Bereich – unterstützt wird. Im Laufe des Albums holt sie ausserdem Hochkaräter wie Kehlani, Chance the Rapper und 21 Savage mit ins Boot. Vor ihrem Durchbruch wohnte Almanzar in der Bronx und kam kaum über die Runden, heute wollen alle mit ihr ins Studio.

Am Tag nach ihrem Album-Release verkündete Cardi B bei «Saturday Night Life», dass sie von ihrem Verlobten Offset, Teil der Rap-Crew Migos, ein Kind erwartet. Dass sie gleichzeitig eine Familie gründet und die Charts erobert, ist nur ein weiteres feministisches Statement. Dank Rapperinnen wie Cardi B und Alben wie «Invasion of Privacy» sind Frauen im Hip-Hop endlich mehr als tanzende Accessoires.

Video der Woche: Halsey feiert den Schmerz weg

Es ist ein echter Stimmungskiller, bei einer Party seinen Ex mit einer anderen zu treffen. Genau das passiert Halsey in ihrem Clip zu «Alone». Die Sängerin betritt eine glamouröse Party – ihre Laune ist im Eimer, als sie ihren früheren Lover sieht. Halsey lässt sich den Abend aber nicht ruinieren und feiert den Schmerz einfach weg.


Halsey lässt sich von der Neuen ihres Ex nicht beeindrucken. (Quelle: Youtube / HalseyVEVO)

Konzerttipp: Young Fathers – Hip-Hop mit Punk-Attitüde

Als Young Fathers beschlossen, zusammen Rap-Songs zu produzieren, durften sie noch nicht einmal legal Bier kaufen. An einer U16-Party in Edinburgh lernte sich das Dreiergespann kennen. Es folgten diverse Mixtapes und 2015 das Album «Dead», das mit dem renommierten Mercury Prize geehrt wurde.

Vergangenes Jahr steuerten Young Fathers gleich mehrere Songs zum Soundtrack von «Trainspotting 2» bei – Regisseur Danny Boyle bezeichnete sie als «Herzschlag des Films». Nun ist mit «Cocoa Sugar» ihr drittes Album erschienen. Erneut kombinieren sie verwaschene Hip-Hop- und Rave-Sounds mit Punk-Attitüde. Live eine bestialische Wucht.


Die erste Single des neuen Young-Fathers-Albums «Cocoa Sugar». (Quelle: Youtube / Young Fathers)

Wir verlosen 2 x 2 Tickets für die Show von Young Fathers! Schick zum Teilnehmen ein Mail an konzerte@20minuten.ch – ausgelost wird am Dienstagabend um 18 Uhr.