Ein Tag CH-Musik auf SRF

08. Februar 2018 09:52; Akt: 08.02.2018 09:52 Print

«Wir spielen 2000 Schweizer Songs»

Am Freitag stehen die SRF-Radios ganz im Zeichen des hiesigen Musikschaffens: 24 Stunden lang werden ausschliesslich Schweizer Lieder gespielt.

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Sobald die Uhr am Donnerstagabend Mitternacht anzeigt, läuft auf allen SRF-Radios (ausser dem Nachrichtensender SRF 4) und den Swiss-Satellite-Radios während 24 Stunden ausschliesslich Schweizer Musik. Warum? «Weil sie es verdient hat», begründet SRF-Musikredaktor Claudio Landolt kurz und knapp gegenüber 20 Minuten.

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Einen ganzen Tag lang nur Schweizer Musik – wie denkst du darüber?

Michael Schuler, Leiter der SRF-Musikredaktion, holt etwas weiter aus: «Schweizer Musik findet bei uns immer wieder in einzelnen Gefässen statt. Aber an so einem Schwerpunkt-Tag können wir das Thema in seiner ganzen Breite anschauen.» Das Datum des 9. Februar ist übrigens nicht von ungefähr gewählt: Am Abend finden die elften Swiss Music Awards statt – an diesem Tag wird das Schweizer Musikschaffen also gross gefeiert.

Von 20 auf 100 Prozent Schweizer Musik

Schuler rechnet vor: «Pro Stunde werden – je nach Radio – etwa 12 bis 14 Songs gespielt. Dies multipliziert mit 24 Stunden und den acht teilnehmenden Radiostationen bedeutet: Wir spielen an diesem Tag grob und zurückhaltend gerechnet etwa 2000 Schweizer Songs.»

Für einige Stationen stellt dies eine ziemliche Umstellung dar: Im täglichen Musikprogramm von SRF 1 und 3 stammt etwa jedes fünfte Lied von einem hiesigen Act, während Virus es auf mehr als 50 Prozent Schweizer Musik bringt.

Diesen Anteil auf 100 Prozent hochzuschrauben, sei allerdings nicht das Problem gewesen, so Landolt: «Schwieriger war es, die optimale Mischung zu erzielen. Die Musik-Identität der einzelnen Sender musste erhalten bleiben.» SRF 3 soll trotzdem noch nach SRF 3 klingen und die Musikwelle nach der Musikwelle.

Einblick ins Musikbusiness

Der senderübergreifende Schweizer Musiktag ist eine Premiere, für einzelne Stationen wie SRF 3 oder Virus wurde dies aber auch schon gemacht. «Da kamen viele Rückmeldungen der Hörer à la ‹Was, das ist wirklich Schweizer Musik?› rein», erinnert sich Schuler, «und genau darum geht es ja: Die Vielseitigkeit der Schweizer Musik soll dargestellt werden.»

Dazu kommt auch der – akustische – Blick hinter die Kulissen: Konzert- und Festival-Veranstalter, Label-Vertreter und andere Musikbusiness-Experten erzählen von ihrer Arbeit, von der die meisten Hörer selten etwas mitbekommen. «Vor allem in den letzten Jahren hat sich da viel getan und das wollen wir aufzeigen», so Schuler.

Keine Propaganda fürs Nein-Lager von No Billag

Kein Thema sein soll allerdings die No-Billag-Abstimmung am 4. März. Sie habe auch keine Rolle gespielt, als Schuler, Landolt und ihre Teams vor rund drei Monaten die Arbeit am «CH Musik»-Tag aufgenommen haben. «Das ist keine Propaganda», versichert der Leiter der SRF-Musikredaktion. Und wenn den Hörern das Spezialprogramm am Freitag gefällt, will er den Anlass auch in den kommenden Jahren wieder durchführen.

Erst mal konzentrieren sich die beiden allerdings auf den 9. Februar – und freuen sich besonders auf den geplanten Liveauftritt der Genfer Rapperin Danitsa auf SRF 3. Schuler: «Sie gehört zum Spannendsten, das sich momentan in der Schweiz bewegt.»

Landolt fügt an: «Ich freue mich ganz allgemein auf das grosse Chäferfäscht. Und auf die bekannten Musiker, die ihre liebsten Schweizer Songs neu interpretieren werden und dafür aus ihrer Komfortzone ausbrechen müssen.»

Welcher Act auf SRF 3 welchen berühmten Schweizer Song covern wird, siehst du oben in der Bildstrecke.

(shy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Braucht es nicht am 08.02.2018 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Einheitsbrei

    Dann läuft am Tag eine Endlosschlaufe der Lieder von Lo&Leduc, Dodo und Nemo. Obwohl, ist ja auch jetzt schon so!

  • Ueli van der Chueli am 08.02.2018 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verzweifelt

    Man zieht alle Register im Kampf um die Steuer Milliarden der Billag. Spotify spielt eine Woche Schweizer Musik, wenn ich das will!

  • Peter am 08.02.2018 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    Berechnend

    Das Schweizer Radio hat sich über Jahrzehnte kaum um die hiessige Szene bemüht und nur das gespielt was sie aufgrund der Verkaufszahlen mussten. Viele sehr gute Schweizer Musiker wurden eiskalt ignoriert. Doch jetzt, kurz vor der No Billag Abstimmung, kann es nicht mehr schweizerisch genug sein. Absolut unglaubwürdig und berechnend.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Baselboy12 am 08.02.2018 15:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute idee

    Finde es eine gute idee, solange man nicht das 0815 mundart gedudle von lo und leduc, nemo und co. hört. Ich denke das wäre auch mal eine chance bands wie shakra und eluveiti, welche man nie im radio hört, zu bringen.

  • DDGG am 08.02.2018 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Grösster Rocksong aller Zeiten!

    Mir scheint es, als wäre es dem SRF3 peinlich, dass Knöppel den "grössten Schweizer Rocksong aller Zeiten" gewonnen hat :-) Aber auch als regelmässiger Musikhörer war mir vieles in deren Auswahl unbekannt. Darum finde ich es umso besser, dass wenigstens SRF auf mehr CH-Musik setzt! Jetzt sollten die privaten Stationen nachziehen und statt dem dauernden Hitparade-Zeugs etwas mehr CH-Musik spielen. Mit ein bisschen Mühe auf Seiten der "Musikredaktionen" (sofern es solche noch gibt...) findet man nämlich genug regionale/nationale Künstler, welche "radiotauglich" sind!

  • Dasjolo am 08.02.2018 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ja sicher..

    keine propaganda...mhm ja.. genau..

  • Azrael666 am 08.02.2018 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Glaube ich?

    Wieso 1 Tag in X Jahren? Schweizer Radio sollte viel mehr Schweizer Musik spielen. Bitte auch "Oldschool, Hardcore" und nicht nur den Kommerz von heute. Hauptsache wirklich Querbeet wie es soviel gepredigt wird.

    • Patnuk am 08.02.2018 20:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Azrael666

      Tut sie auch, nur eben sind es die von staatlichen Gebühren finanzierte Radiosender. Für die Privatsender bring Schweizermusik kein Geld ein

    einklappen einklappen
  • Peter am 08.02.2018 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    Berechnend

    Das Schweizer Radio hat sich über Jahrzehnte kaum um die hiessige Szene bemüht und nur das gespielt was sie aufgrund der Verkaufszahlen mussten. Viele sehr gute Schweizer Musiker wurden eiskalt ignoriert. Doch jetzt, kurz vor der No Billag Abstimmung, kann es nicht mehr schweizerisch genug sein. Absolut unglaubwürdig und berechnend.