Grammy-Verleihung 2018

28. Januar 2018 15:29; Akt: 28.01.2018 18:46 Print

Warum tragen die Musiker heute weisse Rosen?

Sonntagnacht steigt die Grammy-Verleihung 2018. Die #MeToo-Bewegung und der Amoklauf in Las Vegas versprechen eine politisch aufgeheizte Musik-Zeremonie.

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Sonntagnacht werden im Madison Square Garden die 2018er Grammys verliehen. Die meisten Chancen auf weitere goldene Grammofone im Award-Regal hat : Der Rapper ist achtmal nominiert, darunter in den Königskategorien Record Of The Year, Album Of The Year und Song Of The Year. Der 48-Jährige wird auch live an der Verleihung antreten. Genauso ... ... (25). Mit ihrem im Sommer releasten Track «Bodak Yellow» (für zwei Grammys nominiert) hat sie sich sofort zum Liebling der Urban- und Pop-Szene gemausert und gewinnt mit ihrer unverfälschten Bronx-Art ständig neue Fans hinzu. Speziell ihre Performance daheim in ihrer Heimatstadt dürfte dem Anlass ordentlich frische Farbe bescheren. Er ist erst 19 Jahre alt und hat nur wenige davon aktiv in der Musikszene verbracht – und nun ist er gleich für fünf Grammys nominiert. s Performance dürfte für den Künstler selbst, aber auch fürs Publikum darum besonders emotional ausfallen. Apropos emotionale Auftritte: wird mit ihrer Comeback-Single «Praying» (der Song und das zugehörige Album «Rainbow» sind für je einen Grammy nominiert) auftreten. Der 2017 veröffentlichte Song ist der erste, den sie seit dem Gerichtsstreit gegen ihren ehemaligen Produzenten Dr. Luke – sie warf ihm sexuelle Übergriffe vor, er verklagte sie daraufhin wegen Rufschädigung und Vertragsbruch – releast hat. Im Zuge der #MeToo-Bewegung wird die Performance der 30-Jährigen besonders viel emotionales Gewicht bekommen. 2001 trat er mit Eminem auf, 2013 mit Ed Sheeran, Mumford & Sons und Brittany Howard von Alabama Shakes. Als ungewöhnlichen Duettpartner für 2018 hat sich (25) ausgesucht. Nicht nur deswegen sind dem Engländer die Augen und Ohren des Publikums sicher: Diese Woche kündigte er an, nur noch einmal auf Welttournee zu gehen, weshalb für seine Fans nun wohl jeder Auftritt des 70-Jährigen zu einem Ereignis wird. Spanischsprachige Lieder werden nur selten für den Record oder Song Of The Year nominiert. Das virale Phänomen «Despacito» von (40, nicht auf dem Bild) hat beides – plus eine Nomination für die Best Pop Duo/Group Performance – geschafft. Die Latin-Gemeinde dürfte den Grammy-Auftritt der beiden Überflieger darum ziemlich feiern.

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In der Nacht auf Montag werden zum 60. Mal die Grammys verliehen. Wir sagen dir, was dich 2018 bei der Vergabe des wichtigsten Musikpreises der Welt erwartet.

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Zurück im Big Apple
Zum ersten Mal seit 15 Jahren steigen die Grammy Awards wieder in New York City, genauer im Madison Square Garden. Danach ist für mindestens vier Jahre wieder das Staples Center in Los Angeles gebucht. Meistens findet die Zeremonie Mitte Februar statt, aber um den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang aus dem Weg zu gehen, wurde sie vorverlegt. Aus demselben Grund findet übrigens die Oscar-Verleihung dieses Jahr Anfang März statt Ende Februar statt.


2009 besang Jay Z (zusammen mit Alicia Keys) die Stadt New York – 2018 werden dort die Grammys verliehen und Jay Z führt die Nominiertenliste an. (Quelle: Youtube/Account)

Red Carpet für Black Music
Passend zu NYC als Veranstaltungsort gibt in der Nacht auf Montag der Hip-Hop den Ton an: Jay Z ist für acht goldene Grammofone nominiert, Kendrick Lamar für sieben. Auf Platz drei der Nominationen-Liste ist zwar kein Rapper, aber ebenfalls ein Afroamerikaner: Bruno Mars hat Chancen auf sechs Awards. Auch auf der Bühne zeigt sich, dass die Recording Academy auf die #GrammysSoWhite-Vorwürfe vom letzten Jahr reagiert haben: Cardi B, Rihanna, Bruno Mars, Kendrick Lamar, Childish Gambino, SZA und Khalid werden neben – unter anderem – Luis Fonsi und Daddy Yankee, Sam Smith, Lady Gaga, Pink, Miley Cyrus, Alessia Cara und Logic auftreten.

Es regnet weisse Rosen
Die Farbe Weiss spielt dennoch eine wichtige Rolle. Bei den Golden Globes trugen viele Stars aus Film und Fernsehen Schwarz, um so gegen Sexismus und sexuelle Gewalt zu protestieren – bei den Grammys werden hingegen weisse Ansteckrosen erwartet; wer eine trägt, zeigt, dass sie oder er sich für die #MeToo-Bewegung und die «Time's Up»-Kampagne einsetzt. Dua Lipa, Halsey und Kelly Clarkson haben bereits angekündigt, mit einer weissen Rose auf dem roten Teppich zu erscheinen.


Bei den Golden Globes war Schwarz die Farbe des Protestes, bei den Grammys soll es Weiss sein. (Video: AFP)

Performance zu Ehren der Amok-Opfer
Die Country-Stars Eric Church, Brothers Armstrong und Maren Morris zollen mit ihrer Live-Performance den Opfern Tribut, die im vergangenen Jahr bei Konzerten und Openairs getötet wurden. Die drei Acts traten am Route 91 Harvest Festival in Las Vegas auf, wo ein Amokschütze am 1. Oktober in die Menge feuerte und 58 Menschen tötete. Neben sexueller Gewalt und Sexismus dürften Sonntagnacht im Madison Square Garden also auch die US-Waffengesetzte zu reden geben.


Ein beklemmendes Video der Amok-Attacke in Las Vegas. (Video: Tamedia/AFP/Storyful/Twitter/Instagram)

Premiere: Online-Voting
Die Mitglieder der Recording Academy konnten erstmals online für ihre Favoriten stimmen – ist ja schliesslich erst 2018, hüstel. Vorher ging das nur brieflich, weshalb Musiker, die im Abstimmungszeitraum auf Tour waren, ihre Stimme oft nicht abgeben konnten. Eine mögliche Folge könnte sein, dass die Ergebnisse damit genauer der Meinung der Academy-Mitglieder entsprechen.

Die Grammys 2018 werden erneut von James Corden moderiert und beginnen am Sonntagabend um 19.30 Uhr New Yorker Zeit – also am Montagmorgen um 1.30 Uhr Schweizer Zeit.

Wer gewonnen hat und was alles passiert ist, liest du am Montagmorgen früh hier auf 20min.ch.

(shy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pepe Roni am 28.01.2018 15:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pflichtrosen

    ...werden weisse Rosen erwartet. Wehe, wer keine trägt, wird geächtet!

  • De La Nuit am 28.01.2018 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und wieder...

    wird vorgeschrieben, was man zu tragen, zu sagen und zu denken hat! Wehe dem, der sich nicht "solidarisiert", oder gar wie die Kritikerinnen der #metoo-Kampagne Gegenpositionen bringt!

    einklappen einklappen
  • Beltran Leyva am 28.01.2018 18:10 Report Diesen Beitrag melden

    Heute Heucheln wir :-)

    Morgen dann wieder gewohnt,die einten nutzen ihre position aus während die anderen alles für ruhm tun,von 90% aller beteiligten,ganz bewusst...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bruce am 29.01.2018 05:03 Report Diesen Beitrag melden

    Heidi ist die beste

    Sie braucht keine weisse Rose, dafür hat sie ja das passende Horizontalgewerbe Kleid an. Ich wäre auch so, wenn ich in Amerika wäre würde ich an MeToo Veranstaltungen besuchen verkleidet als Harvey Weinstein.

  • Musiker am 28.01.2018 21:39 Report Diesen Beitrag melden

    Unwichtig

    Die Grammys sind zum Eitelkeiten Showlauf der HipHop und RnB Szene verkommen. Wichtige Kategorien wurden gestrichen. Also ein Unwichtiges Event... oder wieviel Platin Scheiben haben Beatles, Queen, Rolling Stones und wieviele Grammys gabs dafür?

  • Country Girl am 28.01.2018 21:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Country Künstler - Die fremde Spezies

    Die Herren welche mit Eric Church und Maren Morris auftreten heissen Brothers Osborne.

  • Expat am 28.01.2018 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unwichtig

    Diesen verlogenen Mist braucht die reale Welt genau so wenig wie Silikonbusen, Afterbleaching, Lifting oder Hollywooddiäten die alle aus diesen Kreisen kommen. Die ganzen Preisverleihungen sind eine Scheinwelt, von der ich mich nicht blenden lasse.

    • Boris am 29.01.2018 05:05 Report Diesen Beitrag melden

      Warum denn um gottes Willen ?

      Afterbleaching ? Hilft das der Verdauung ?

    einklappen einklappen
  • De La Nuit am 28.01.2018 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bleibt nur zu hoffen....

    dass bei dem ganzen Metoo-Hype nicht aus Versehen vergessen wird, ethnische Minderheiten, verschmutzte Badeteiche, schlimme Katzenvideos und schlecht lackierte Fahrräder in unser Bewusstsein zu rücken! Denn nichts auf dieser Welt ist so geeignet für politische und soziale Statements, wie eine von der Unterhaltungsindustrie geprägte "Preis"verleihung...