Releases der Woche

13. März 2018 18:46; Akt: 13.03.2018 18:46 Print

Hecht zeigen sich für einmal nachdenklich

von Neil Werndli - Die Zürcher Mundart-Rocker von Hecht klingen auf ihrem neuen Album überraschend tiefgründig, Taylor Swift beweist Selbstironie und mit dem M4Music startet die Festivalsaison.

Der Trailer zum neuen Hecht-Album «Oh Boy». (Quelle: Youtube / HECHT)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Hier präsentieren wir dir wöchentlich ein neues Album und ein frisches Musikvideo. Zudem verschenken wir Tickets für ein Konzert, das wir Musikentdeckern wärmstens empfehlen.

Umfrage
Hecht klingen auf «Oh Boy» reifer. Was halten Sie von nachdenklichen Texten?

Album der Woche: Hecht – «Oh Boy»

«Die eine träumed vomene Drüer, di andere bstelled en Zwoier und träumed vo früehner», lautet die erste Zeile von «Surfer». Sie steht stellvertretend für «Oh Boy», den dritten Langspieler der Zürcher Pop-Rock-Band Hecht: Die Texte sind stellenweise überraschend nachdenklich und trotzdem nie bierernst. Die Party, die Hecht vor sechs Jahren mit ihrem Debüt starteten, läuft immer noch – mittlerweile werden einfach auch deepe Themen diskutiert.

Bereits die Single «Kawasaki» bekommt eine finstere Note, wenn Frontmann und Songwriter Stefan Buck im Refrain ankündigt, den Namen seiner Liebsten in seinen Grabstein zu meisseln. Ähnlich bittersüss klingt «Heicho»: «Mer send gar ned förenand gebore, aber lass üs förenand stärbe» – laut Buck einer der persönlichsten Songs, die er je geschrieben hat.

Auf «Oh Boy» gibt es aber nicht nur Tod und Verderben. Am Ende des Tages tragen Buck und seine Mitmusiker immer noch ein Lächeln im Gesicht. «Kingsize», «Sonesweichsherz» und allen voran der Titelsong sind mit den frechen Gitarren und Mitsing-Melodien typisch Hecht’sche Hymnen, zu denen sich Fans live ein Tanzbein ausreissen werden.


Das Video zu «Kawasaki» drehten Hecht – wie bereits Crimer – im Plaza Kosmos. (Quelle: Youtube / HECHT)

«Es klingt vielleicht seltsam, aber dass wir Freunde sind, macht einen Grossteil unseres Sounds aus», sagt das Quartett. Auf «Oh Boy» hört man Hecht ihre Spiel- und Lebensfreude an, genau deshalb macht das Album so viel Spass.

Video der Woche: Taylor Swift kann auch Selbstironie

Taylor Swift ist eigentlich dafür berüchtigt, dass sie sich selbst wahnsinnig ernst nimmt. Im neuen Video zum Song «Delicate» beweist die 28-Jährige, dass sie auch Selbstironie beherrscht. Inmitten einer Hotellobby wird Swift plötzlich unsichtbar – keine Medien, keine Fans beobachten sie. Also zeigt die Sängerin für einmal Mut zur Hässlichkeit, schneidet Grimassen und tanzt so albern, dass man sich fast schon fremdschämt. So haben wir Taylor noch nie gesehen.


Taylor Swift wird im Video zu «Delicate» unsichtbar und blödelt rum. (Quelle: Youtube / TaylorSwiftVEVO)

Konzerttipp: Der Treffpunkt der Schweizer Musikszene

M4Music-Festival; 22. bis 24. März; Schiffbau und Exil, Zürich.

Bereits zum 21. Mal findet Ende März das M4Music statt. Es ist der kleine Startschuss in die Festivalsaison und über die Jahre zu einem der wichtigsten Events des Schweizer Musikschaffens geworden. Zum einen weil hier nicht nur Musik gemacht, sondern in der Conference auch darüber diskutiert wird – zum anderen wegen des exquisiten Line-up: Dieses kombiniert Schweizer Newcomer wie die Walliser Soundtüftlerin Meimuna und Mundart-Dancehall-Pionier Stereo Luchs mit internationalen Acts. Als Highlights sind unter anderem «Ok Cool»-Rapper Yung Hurn und die bezaubernden Zwillingsschwestern Ibeyi angekündigt.

Wir verlosen 1x2 Festivalpässe für das M4Music. Schick zum Teilnehmen ein Mail an konzerte@20minuten.ch – ausgelost wird am Mittwochabend um 17 Uhr.


Yung Hurn ist schuld, dass nun plötzlich alle «ok cool» sagen. (Quelle: Youtube / Live From Earth)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.