Releases der Woche

06. Februar 2018 15:56; Akt: 06.02.2018 15:56 Print

Justin Timberlake wühlt tief in der Klischee-Kiste

Nach dem «The 20/20 Experience»-Höhenflug ist Timberlake mit «Man of the Woods» zurück, Lo & Leduc toben sich in 8 Bit aus und Audio Dope tauft sein Debütalbum.

«Man of the Woods», der Titeltrack von Justin Timberlakes neuer Platte. (Quelle: Youtube/justintimberlakeVEVO)
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Album der Woche: Justin Timberlake – «Man of the Woods»

Es hätte sein Wochenende werden können: Am Freitag ver­öffentlichte Pop-Superstar Justin Timberlake sein viertes Studioalbum «Man of the Woods». Und am Sonntag bestritt er die prestigeträch­tige Halbzeit-Show der Superbowl – und für beides erhielt der 37-Jährige durchzogene Kritiken.

Platte und Performance kranken dann auch am selben Problem – trotz pompöser Produktion: Timberlake geht zu sehr auf Nummer sicher. Im Stadion verliess er sich auf seine alten Hits (die mögen alle) und im Studio auf eine ohrgerechte Mischung aus Country, Soul, Funk, Disco und Gospel (das mögen alle).


Timberlake im Duett mit Country-Grösse Chris Stapleton. (Quelle: Youtube/justintimberlakeVEVO)

Bei so vielen Genrefetzen geht schnell mal der rote Faden verloren. Das Zurück-zu-den-Wurzeln- und Beschränkung-aufs-Wesentliche-Thema des Artworks und der Pressefotos wirkt aufgesetzt. Die Bilder sehen eher nach Levi’s-Katalog als nach echtem Holzfällertum aus. Und schon der Opener, die Vorab-Single «Filthy», klingt nach Stadion-Funk – und null nach Pferdeweide.

Wie zum Ausgleich hat der Ehemann von Jessica Biel (35) – sie und der gemeinsame Sohn Silas Randall (2) sind ebenfalls auf der LP zu hören – mit «Flannel» und dem Chris-Stapleton-Duett «Say Something» klischierte Country-Folk-Nummern auf die über einstündige Platte gepackt. Wenn Show und Album derart durchzogen daherkommen, muss die Frage erlaubt sein: Sind Justin Timberlakes Tage als Pop-Superstar gezählt? (shy)

Video der Woche: Lo & Leduc sind zurück – und auch visuell in bester Spiellaune

Mit dem Clip zu «Lug wi mir flüge» kündigten Lo & Leduc aus dem Nichts ein neues Gratis-­Album an. Zwischen verpixelten Bildern und 8-Bit-Animationen beweisen sie ihre musikalische Spiellaune. Und nach und nach tröpfeln zu weiteren Tracks Videos rein. Verbindendes Element neben den ­Pixel-Bildern: Langzeitproduzent Dr. Mo wird mit Cameos gefeiert. (fim)


Die Single-Auskopplung «Lug wi mir flüge» von Lo & Leducs vergangene Woche releastem Gratis-Werk «Update 4.0». (Video: Bakara Music)

Konzert-Tipp: Audio Dope; Donnerstag, 8. Februar, Exil, Zürich

2016 lieferte der Basler Mischa Nüesch (27) alias Audio Dope bei der Demotape Clinic des M4Music-Festivals den besten Song in der Kategorie Electronic ab. Die gewonnenen 3000 Franken steckte er unter anderem in die Produktion seines selbstbetitelten Debütalbums, das am Freitag erschienen ist.


Könnte durchaus auch von Disclosure sein: Audio Dopes «Unconditional» featuring Emilia Anastazja. (Quelle: Youtube/Majestic Casual)

Fernöstlich angehauchte, verschachtelte Tracks wie «Pai Mei» und «Park» klingen, als hätte es Jack Garratt auf einer Asien-Reise die Sprache verschlagen und «Unconditional» mit Emilia Anastazja könnte auch aus der Hit-Feder von Disclosure stammen. Wer Herz und Beine gleichermassen wärmende Electronica mag, kommt diesen Donnerstag nicht um die Plattentaufe im Zürcher Exil herum. (shy)

Wir verlosen Tickets für die Show im Exil: Schick ein Mail an konzerte@20minuten.ch – ausgelost wird am Mittwochabend um 17 Uhr.

(20min)

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