Fake-Accounts

26. Februar 2018 09:20; Akt: 26.02.2018 10:18 Print

Schlawiner wird mit Spotify-Trick zum Millionär

Mit 1200 Fake-Premium-Accounts und über 400 eigenen Songs hat ein Bulgare den Streaming-Dienst Spotify ausgetrickst und viel Geld verdient.

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Eine Person aus Bulgarien hat sich dank einer findigen Masche mehrere Millionen auf dem Musikstreaming-Dienst Spotify erschlichen, wie «Music Business Worldwide» berichtete.

Die unbekannte Person lud dabei über 400 Songs – an denen sie die Rechte besass – auf die Plattform, erstellte zwei Playlists und 1200 Fake-Premium-Accounts und liess die Lieder ununterbrochen abspielen.

Die zwei Playlists namens «Soulful Music» und «Music From The Heart» erreichten so in einem vertraulichen Spotify-Ranking sogar die Top 100 der klickstärksten Listen weltweit. In den USA landete «Soulful Music» auf Platz 11.

72 Millionen Aufrufe im Monat

Trotz der guten Platzierung: Viele Menschen werden die Songs kaum gehört haben. Die Songs wurden hauptsächlich von den 1200 Premium-Accounts abgerufen. «Music Business Worldwide» errechnete, dass ein Premium-Nutzer in der Dauerschleife auf etwas über 60'000 Abspielungen pro Monat kommen kann. Mit seinen 1200 Fake-Premium-Accounts kam der Bulgare also auf rund 72 Millionen Aufrufe im Monat.

Auch bei der Länge seiner Lieder bewies er Köpfchen. Die durchschnittliche Länge seiner Lieder war lediglich 43 Sekunden. Bei Spotify gilt eine Mindestlänge von 30 Sekunden für eine Vergütung an den Urheber.

300'000 US-Dollar pro Monat

Bei einer durchschnittlichen Länge von 43 Sekunden und einem Lohn von 0,004 US-Dollar pro abgespielten Lied kam der Bulgare damit auf einen Verdienst von 300'000 US-Dollar pro Monat. Mindestens vier Monate lang soll er sich mit diesem Trick bereichert haben. Das entspricht einem Gesamtverdienst von 1'200'000 US-Dollar. Damit wären auch die monatlichen Abokosten von 12'000 US-Dollar für die 1200 Premium-Accounts locker zu stemmen.

Ob der Trickser alleine handelte oder mehrere Personen hinter der Masche standen, ist unklar. Sie dürfte aber einen grossen logistischen Einsatz erfordert haben. Neben der Anschaffung von unzähligen Rechnern hätten auch Email-Adressen und Identitäten für die 1200 Premium-Accounts hinterlegt werden müssen.

Aufgeflogen ist die Masche im vergangenen Oktober, als sich die richtigen Künstler bei Spotify meldeten und sich beklagten über die unlautere Konkurrenz. Spotify löschte in der Folge die Lieder und die Playlists.

Ein Gesetz hat er aber nicht verletzt: Weil für die Accounts ordnungsgemäss bezahlt wurde, liegt kein Verbrechen vor.

(fur)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • puter.com am 26.02.2018 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tja

    die mio hat er sich verdient, so viel aufwand wie der dafür aufbrachte

    einklappen einklappen
  • Hp am 26.02.2018 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Warum bin ich nicht auf das gekommen :)

    einklappen einklappen
  • Fabian S am 26.02.2018 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht der Erste

    Die Band Vulfpeck hat mit diesem Trick ihre erste Tour finanziert. Ein Album ("Sleepify") mit zehn >30s Tracks - alle ohne tatsächliche Musik - und die Bitte an die Fans, das Album im Hintergrund laufen zu lassen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sami Chlaus am 28.02.2018 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    Schon was von geistigem Eigentum gehört?

    Warum liegt hier kein Verbrechen vor? Stehlen von geistigem Eigentum ist doch das?!

  • Spotty Trotty am 27.02.2018 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Musik

    geht es da um Musik ?

  • Uwe-Andreas Hennecke am 27.02.2018 09:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Manipulierbare Charts

    Da sieht man doch auch, wie leicht sich die Charts manipulieren lassen. Bestimmt nutzt auch so mancher "Megastar" solche Algorithmen, um seine Song in die Charts zu bringen.

  • Hiki am 27.02.2018 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufwand

    Sollte es ein Programmierer sein, denke hält sich der Aufwand inGrenzen.Dann kann er den ganzen Prozess automatisieren und brauch evt 2-3 Rechner um die Leistung und Bandbreite hinzubekommen.

  • Kurdo am 26.02.2018 21:23 Report Diesen Beitrag melden

    Gönner

    Der ist in Bulgarien jetzt bereits Rentner geworden und hat ausgesorgt.