Eurovision Song Contest

01. Juni 2010 10:47; Akt: 01.06.2010 12:01 Print

Siegel hat den Mund zu voll genommen

Unwissenheit oder Lüge? Mit seiner Behauptung, Deutschlands einzig wahrer ESC-Gewinner zu sein, hat sich Musikproduzent Ralph Siegel ganz schön in die Nesseln gesetzt.

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Im Vorfeld des Eurovision Song Contest war ganz Deutschland im Lena-Fieber - bis auf Ralph Siegel. Der alternde Musikproduzent stänkerte im Gespräch mit der «Süddeutschen Zeitung» über Lena und Stefan Raab. «Warten Sie mal ab,» sagte er da. «Es ist ein Riesenunterschied, ob ich ein paar Wochen lang bei einer ProSieben-Sendung gewinne, wo ein paar tausend Facebook-Kids anrufen, oder ob ich auf einer internationalen Bühne beim Grand Prix stehe. Der Grand Prix ist die Weltmeisterschaft der Musik, das ist eine ganz andere Nummer.» Man wolle mit Lena nur CDs verkaufen, der Grand Prix sei dem Team um Stefan Raab völlig egal. Und: «Es geht nur ums Geld.»

Wer dachte, dass sich Siegels Meinung nach dem erdrutschartigen Sieg von Lena ändern würde, täuscht sich: Zwei Tage nach dem Finale - mitten im Freudentaumel des ersten deutschen Grand-Prix-Sieges seit 1982 - behauptete Siegel im Gespräch mit der «Berliner Zeitung», er sei nach wie vor der einzige Deutsche, der einen Eurovisions-Sieg für sich verbuchen darf. Er sei nämlich der einzige deutsche Komponist, der den Komponisten- und Texter-Wettbewerb je gewonnen habe. «Satellite» sei ein dänisch-amerikanischer Song, weshalb er selbst «mit Lenas Sieg nichts verloren» habe.

Da täuscht er sich aber: Siegel ist keinesfalls der einzige Deutsche, der mal einen Grand-Prix-Siegertitel geschrieben hat. Er ist nicht einmal der Erste. 1972 gewann Vicky Leandros für Luxemburg. Und sie sang einen Titel, der vom deutschen Komponisten Klaus Munro geschrieben wurde.

Wie er das wohl kontern wird?


(via oslog.tv)

(tny)