Nach tödlichem Zwischenfall

04. September 2017 10:38; Akt: 05.09.2017 15:04 Print

So funktioniert das «Burning Man»-Festival

Beim «Burning Man» ist ein 41-Jähriger aus dem Kanton Thurgau ins Feuer gerannt und seinen Verletzungen erlegen. 20 Minuten sagt, was man über das Kult-Festival wissen muss.

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Wie hat alles angefangen?
Das erste Mal fand das Festival vor 31 Jahren statt, damals noch an einem Strand in San Francisco. Gegründet hat es eine Gruppe von Künstlern – und schon bei der allerersten Ausgabe wurde eine hölzerne Figur abgebrannt. Der Event wurde jährlich grösser und 1990 in die Black-Rock-Wüste im Staat Nevada verlegt, wo er heute noch stattfindet.

Umfrage
Waren Sie schon mal am Burning Man Festival?
4 %
55 %
41 %
Insgesamt 5398 Teilnehmer

Was läuft dort genau?
Acht Tage dauert das Happening, es findet jeweils vom letzten Sonntag im August bis zum ersten Montag im September (dem Labour Day, ein Feiertag in den USA) statt. Am Sonntag vor Ende der Party wird traditionellerweise die mehrere Meter hohe, hölzerne Männerfigur verbrannt, die dem Event den Namen gibt. Die Macher des «Burning Man» schreiben auf der Website: «‹Burning Man› ist kein Festival, es ist eine Gemeinschaft.»

Was macht es so besonders?
Während einer Woche kommen mitten in der Wüste bis zu 70'000 Menschen zusammen und bauen eine temporäre Stadt auf, Black Rock City, die in einem Halbkreis mit 2,5 Kilometern Durchmesser aufgebaut ist. Es gibt sogar einen Flughafen für die Dauer des Events. Am «Burning Man» treten keine Acts auf, die Besucher selbst bestimmen, was läuft. Sie bauen riesige Skulpturen, Bars und Tanzzelte. Die dominierende Musikrichtung ist elektronisch.

Wer geht hin?
Die meisten Teilnehmer tragen entweder selbstgemachte Kleider, die irgendwo zwischen Hippie- und Science-Fiction-Looks einzuordnen sind, oder noch lieber: möglichst wenig Kleidung. Unter den Besuchern findet sich auch Hollywood- und Silicon-Valley-Prominenz: Cara Delevingne geht regelmässig hin, genauso wie die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin.

Gibt es Regeln?
Die Organisatoren verweisen auf der Website des Festivals auf zehn Prinzipien, an die man sich halten muss. Dazu gehört, dass sich jeder Teilnehmer in der Gemeinschaft einbringen soll, sei es mit künstlerischen Beiträgen oder mit Hilfeleistungen in der Organisation. Die bekannteste Regel aber ist: «Hinterlasse keine Spuren.» Bevor die Besucher Black Rock City verlassen, wird jedes noch so kleine menschliche Abfallstück eingesammelt. Die Stadt wird komplett abgebaut.

Wie siehts mit Drogen auf dem Gelände aus?
Berichte von Journalisten, die am Kunst-Happening teilgenommen haben, machen deutlich: Am «Burning Man» gehören Drogen für viele dazu. Doch Black Rock City ist keine rechtsfreie Zone: Auf dem Gelände ist die Polizei äusserst präsent. Wie auf der offiziellen Website steht, sei es nicht die Aufgabe der Beamten, «den Lifestyle zu kontrollieren oder die Selbstverwirklichung zu hemmen». Sie würden dieselben Aufgaben wahrnehmen, «wie in jeder anderen Stadt».


(fim)