Zigi-Werbung mal anders

10. November 2012 13:22; Akt: 10.11.2012 13:22 Print

Schöner rauchen mit Adolf H.

Lange, lange Zeit vor jeglichen Anti-Raucher-Gesetzen kämpfte das «Mad»-Magazin gegen die Tabakindustrie – mit bissiger Satire.

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«Hallo, ich bin Adolf Hitler. In den 30ern und 40ern beförderten wir Millionen Menschen in den Tod. Das ist aber noch nichts! Darf ich Ihnen mal einen wirklich fantastischen Friedhofs-Füller vorstellen?» Hier wird gleich der Winston-Werbespruch, «tastes good like a cigarette should», durch den Kakau gezogen: «As» statt «like» wäre richtig, nämlich - doch was nützt einem korrekte Grammatik, wenn man bereits unter der Erde ist? Likely Strife macht aus Jungs echte Männer ... und Krebspatienten. «Bwuuuaaaarghh!»: Der Tag an dem ein Gentleman endlich einer Dame eine Tiparillo anbot. Die US-Zigaretten-Marke Tiparillo fuhr damals eine mit dem Claim «Should a gentleman offer a lady a Tiparillo?» Befördert die Glimmstengel doch den Fluss hinunter! Richtig beobachtet: Damals schon gab es wissenschaftliche Studien, die den Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs zweifelsfrei nachwiesen - doch die Tabakindustrie war nicht gewillt, den Kampf aufzugeben. Doch «Mad» parodierte nicht nur Zigi-Werbung, sondern diverse Kampagnen die anno dazumal Furore machten - wie diese etwa mit den «mindestens acht reifen Pelati-Tomaten pro Dose» Pack den Tiger in den Tank! Dieser Tiger hat sich 'nen Tankwart in seinen eigenen Tank gepackt. Er hat es nämlich satt, für Werbezwecke ausgebeutet zu werden! Kellogs, Esso ... irgendwann mal ist Schluss! Ja. Damals, im 1964, war es möglich, Ringo Starr für eine Shampoo-Werbeparodie zu benutzen ... ... oder Brigitte Bardot. Nein, sie braucht kein Bargeld - und auch nicht American Express. Dazu hat sie echte Amerikaner, die für ihre Unkosten aufkommen. Auch Fidel Castro ist Werbeträger: Wenn man einen bärtigen Kubaner nicht ärgern will, serviert man ihm besser keine Erdnussbutter. «Weshalb sehen wir immer so verärgert aus in diesen Werbungen? Nun, wir arbeiten hart - vielleicht 12, vielleicht 14 Stunden am Tag, bauen feinsten Kaffee an, pflücken die reifsten Kaffeebohnen, schleppen schwere Säcke im Schweisse unseres Angesichts - und weshalb? Damit das Big Business unseren Kaffee zu lausigem Instant-Kaffee mahlen kann, weil die amerikanische Hausfrau zu faul ist, um echten Kaffee zu kochen und der amerikanische Mann zu unterwürfig ist, um zu meckern. Das Qualitätsmerkmale eines guten Biers: Der Rülpser nach dem ersten Schluck. Geht sie eigentlich ... oder geht sie nie mit Typen in ihrem Alter raus? Weshalb nur mit wirklich jungen Jungs? Nur ihr Psychiater weiss genau Bescheid.

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Es gab eine Zeit, da waren Zigaretten keineswegs verpönt. In den Fünfziger- und Sechzigerjahren wurde das Rauchen grossflächig glorifiziert - kaum eine legendäre Filmszene aus dieser Epoche, in denen die vor Sex-Appeal triefenden Hauptdarsteller sich nicht gegenseitig die Köpfe vollschloten. Währenddessen wurden in den Illustrierten Werbungen abgedruckt, in denen Ärzte spezifische Zigarettenmarken wegen ihrer gesundheitsfördernden Eigenschaften empfohlen.

Gänzlich untypisch für diese Zeit, legte in den Fünfzigerjahren das Satiremagazin «Mad» eine radikale Anti-Raucher-Haltung an den Tag. Dies mittels bissiger Pseudo-Werbung in der etwa Grabsteine für die Zigarette «mit der geschmackvollen Krebs-Note» werben oder gar Gröfaz Hitler ein «wirklich fantastisches Friedhofs-Füllsystem» anpreist.

(obi)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • DH Mosquito am 12.11.2012 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Köstlich, wenn man bedenkt

    Dass Hitler absoluter Nichtraucher war und das Rauchen in seiner Gegenwart ein Schwerverbrechen war.

  • Ralf Böhm am 12.11.2012 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Menschheit früher und heute

    man merkt wie unwissend die Menschen früher waren, wir werden immer schlauer z.B. gibts mittlerweile bei z.B. diese elektrische Zigaretten mit 92% weniger schadstoffen..das ist doch mal was :)

  • Altraucher am 11.11.2012 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Sargnagel

    Wir haben die Zigaretten liebevoll "Sargnagel" genannt.

  • d jenny am 11.11.2012 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    I love Mad

    Mad ist das beste Magazin wos gitts! (Nix für Spiesser und Moralis) Neben Clever und Smart! (Und Donald Duck) ... ;)

  • Hans Merz am 11.11.2012 06:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Titanic

    Mad ist Geschichte, kauft das Magazin "Titanic" denn der Auftrag ist die endgültige Teilung Frutschlands. Hoffentlich komm ich damit durch die Zensur. Ich wünschte wir hätten so ein Heft in der Schweiz, der verschnarchte Nebelspalter ist sogar in Wartezimmern am aussterben.