Bijous und Geheimtipps

05. Juni 2012 14:48; Akt: 06.07.2012 15:27 Print

Die schönsten Badis der Schweiz

von Susanne Lüthi - Ein Sommernachmittag im Freibad kühlt nicht nur den Körper – er erfrischt auch die Seele. Kein Land der Welt hat so viele schöne Badis, wie ein neuer Führer des Heimatschutzes zeigt.

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Das ist die Biobadi Biberstein, AG. Bei der Neueröffnung nach der Umgestaltung im Jahr 2000 war dies der erste Bio-Schwimmteich des Landes. Gratis baden und das erst noch im Naturschutzgebiet: Das Reussdelta zwischen Flüelen und Seedorf im Kanton Uri. Das Schwimmbad Wolfensberg in Winterthur hatte anfänglich gar kein Schwimmbecken. Man konnte auf dem Grundstück geschlechtergetrennt sonnenbaden und Sport treiben. Ausserdem fanden sich hier Schrebergärten. Doch da die Sonnenbäder nicht genügend Geld abwarfen, baute man ein Schwimmbecken ein, welches 1936 eröffnet wurde. In aargauischen Baden waren eigentlich alle ebenen Flächen in den 1930er bereits verbaut. Darum musste dieses Bad an einem abschüssigen Hang am Stadtrand gebaut werden. Somit entstand das Terrassenschwimmbad. Zum Bains de la Motta, Fribourg gelangt man am schönsten mit dem einzigartigen Funiculaire. Das Bad liegt zwischen einer steilen Felswand und der imposanten Altstadt von Fribourg. Das Schwimmbad in Solothurn liegt an der Aare, etwas ausserhalb der Stadt. Man kann im Bad schwimmen, oder den Sprung in den Fluss wagen. La Piscine de Lancy im Kanton Genf. Es liegt eingeklemmt zwischen Bahngeleisen und Hauptstrasse und ist auch nicht sehr gross. Um diese ungünstigen Umstände zu umgehen, haben die Architekten einfach zu einem Trick gegriffen und das ganze Areal abgesenkt. So bleiben neugierige Blicke und Lärm draussen. Das Freibad Allenmoos war das erste Freibad in Zürich. Es ist bis heute das grösste. Der Caumasee bei Flims/Trin, Graubünden ist der Nachbar vom Crestasee (nicht im Bild). Eine kostenlose Standseilbahn bringt die Badegäste zum See und von dort auch wieder Weg. Der Caumasee ist dank seinen Quellen wärmer als der Crestasee. Dieser ist dafür weniger frequentiert. Das Marzilibad in der Stadt Bern bietet verschiedene Bäder, den schwumm in der Aare und einen Blick direkt aufs Bundeshaus. Und das alles gratis. Flussbad Unterer Letten in der Stadt Zürich. Wer sich hier in die Limmat getraut, soll die Warnung vor dem Gitter am Ende des Bades ernst nehmen. Zieht der Fluss stark, trägt manch einer blaue Flecken oder gestauchte Zehen davon.

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Lauschig unter Bäumen oder urban vor dem Bundeshaus - der Schweizer Heimatschutz entführt uns mit seinem Bändchen «Die schönsten Bäder der Schweiz» (siehe Info-Box) in eben diese. Dabei empfiehlt der Heimatschutz keine Wellness- oder Erlebnisbäder, sondern nur solche, in die zu gehen sich jeder leisten kann. Infos zu den Bädern im Speziellen und der Schweizer Badkultur im Allgemeinen machen das Büchlein zu weit mehr als nur einem simplen Ratgeber.

So liest man, dass in den Anfangszeiten der öffentlichen Schwimmanstalten - also in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts - sogenannte Kastenbäder gebaut wurden. Das sind rundum mit Holz verkleidete Konstruktionen, die verhinderten, dass sich neugierige Blicke in die streng nach Geschlechtern getrennten Bäder verirren konnten. In solchen Kastenbädern kann man heute noch planschen, beispielsweise in der «Rhybadi» in Schaffhausen oder in Zürich im Unteren Letten und in der Frauenbadi.

Proteste gegen die Schliessung

In Bern ist ein Besuch des Marzilibades ein Muss. Denn wo sonst hat man schon die Möglichkeit, vom Sprungbrett aus direkt in die Büros der Bundesräte zu gucken? Und das erst noch kostenlos.

Wenn Sie schon dort in der Nähe sind, sollten Sie unbedingt auch beim Ka-We-De vorbeischauen, das in den 1930er-Jahren entstanden ist. Die Stadt Bern wollte «Kunsteisbahn und Wellenbad Dählhölzli» bereits schliessen. Proteste der Bevölkerung konnten dies verhindern - bis jetzt. Nicht pressieren müssen Sie hingegen, wenn Sie ins Strandbad Tiefenbrunnen am rechten Zürichseeufer wollen. Denn diese Badi ist nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter geöffnet. Dann allerdings nicht zum Schwimmen, sondern zum Spazifizotteln.

Das Erste ist das Grösste

Nach der Entrichtung eines kleinen Eintrittpreises - falls dieser überhaupt gefordert wird - öffnen sich uns die Tore zu den wirklich schönsten Bädern des Landes. Aber sie sehen nicht nur gut aus, sie erzählen auch Geschichten. So erfährt man, dass das erste Freibad in Zürich nicht etwa, wie man denken würde, am Zürichsee zu liegen kam, sondern in Zürich-Nord gebaut wurde. Dort steht seit 1934 das älteste und auch das grösste Freibad der Stadt, das Allenmoos.

Ein weiterer Erstling findet sich im aargauischen Biberstein: Dort lockt seit der Neugestaltung im Jahr 2000 das erste Bio-Bad der Schweiz. Ein weiteres einzigartiges Schwimmbad findet man in Sarnen. Die Architekten des Erlebisbades Seefeld haben nämlich kurzerhand beschlossen, das Schwimmbecken auf das Dach zu heben, in Obwalden krault man also im ersten Stock.

Der Badi-Führer wird aber nicht alle erfreuen. Insbesondere die Einwohner von Diessenhofen nicht. Denn das Schwimmbad Rodenbrunnen galt bis anhin als Geheimtipp. Dass das auch nach der Publikation so bleiben könnte, diese Hoffnung besteht allerdings. Denn das Bad im Kanton Thurgau ist nur zu Fuss oder mit dem Velo erreichbar. Der grosse Touristenstrom wird also weiterhin ausbleiben, uff.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Vorname Name am 17.06.2012 01:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Koppigen

    Badi Koppigen *__*

  • Chicita am 16.06.2012 23:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aiaiai

    Ebenso Basel -.-' zzz...

  • Hans Dreck am 16.06.2012 20:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    3

    Marzili Bad ist super!

  • tg am 16.06.2012 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    go Biberstein

    Biberstein der absolute hammer... klein aber fein

  • Heidi am 16.06.2012 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zürcher Weinland

    Badi im Stammertal auch.....