Braun gebrannt

09. Mai 2012 07:19; Akt: 09.05.2012 09:52 Print

H&M-Werbeplakate empören Experten

von Cécile Moser - Die neuen H&M-Werbeplakate ziert ein stark gebräuntes Model, dessen Haut fast schwarz wirkt. Hautkrebs-Experten sind empört und schlagen Alarm.

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H&M lancierte jetzt seine neue Werbekampagne für die Bademode-Kollektion «Strandgefühle». Ein extrem gebräuntes Model ist auf den Plakaten zu sehen. Ist es überhaupt realistisch, dass jemand auf natürliche Art und Weise derartig gebräunt werden kann? «Mit ihrem Hauttyp kann durch intensives Sonnenbaden theoretisch eine solche Bräune erreicht werden. Gesund ist das aber natürlich auf keinen Fall», so Prof. Dr. med. Ralph Braun, Leiter Früherkennung des Hautkrebszentrums am Universitätsspital Zürich, im Interview mit 20 Minuten Online. Braun schlägt jetzt Alarm: «Ich finde diese Werbung sehr bedenklich und grenzwertig.» Sie suggeriere ein unrealistisches Schönheitsideal. «Viele Menschen, insbesondere junge, werden diesem nacheifern und versuchen genauso braun zu werden, obschon das mit ihrem Haupttyp gar nicht möglich ist.»

Auch Cornelia Egli, stellvertretende Kommunikationsleiterin der Krebsliga Schweiz, zeigt sich empört: «Diese Werbung widerspricht komplett unseren Bemühungen.» Die Schweiz hat europaweit die höchste Hautkrebsrate und die Erkrankungen nehmen zu. Miss Schweiz Amanda Ammann, die 2009 selbst an Hautkrebs litt, ist von den Plakaten ebenfalls nicht begeistert: «Ich finde es schade, denn solche Werbung vermittelt ein völlig falsches Bild. Hier wird ein unrealistisches Ideal nachgeahmt», so Ammann. Das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, werde zudem oft unterschätzt.

In England haben mittlerweile viele Modelagenturen reagiert und ein Sonnenbank-Verbot für ihre Models erhoben. Ana Bobicanec, Pressesprecherin von H&M Zürich, erklärt die Wahl wie folgt: «Mit dieser Sommerkampagne wollen wir unsere neue Swimwear-Kollektion zeigen, die mit ihren kräftigen Farben und starken Prints im Vordergrund steht. Dafür ist die Wahl des Kampagnen-Models auf Isabeli Fontana gefallen, die als Brasilianerin von Natur aus eine dunklere Haut als europäische Frauen hat.» Andere Bilder (siehe Bildstrecke) von Isabeli Fontana lassen an der Argumentation von H&M zumindest Zweifel aufkommen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto am 09.05.2012 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    klare Sache

    in Berlin am Potsdamer Platz hängt das h & m Plakat mindestens 15 auf 25 Meter. kein Mensch regt sich da auf... . Leute seid nicht blöd. jeder weiss, dass viel im Photoshop nachgeholfen wird.

  • jo am 09.05.2012 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    richtig.... aber

    ansich hat er ja recht mit diesen ganzen schönheitsideale aber bei dem bild ist das dunkelste immer noch der schatten.... also fast alles :-) aber generell bekommen die meisten jungen menschen das nicht mit und sehen das als ideal.... SCHLECHT

  • ich am 09.05.2012 21:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rivella?

    und Rivella? Einrad-Stunds ohne Helm und Schutzausrüsstung! Genau so gesundheits gefährdend!

  • Martha Keller am 09.05.2012 20:21 Report Diesen Beitrag melden

    Farbtupfer und Fröhlichkeit

    H&M, so wie viele Werbeagenturen hatten einfach nicht den Mut dazu ein afrikanisches Model für die Kampagne zu nehmen. Bekennt euch zu mehr Farbe und Fröhlichkeit.

  • Olivia am 09.05.2012 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    Sone seich..

    Mich stören Zigi und Alk-werbung weit mehr als dieses braun gebrannte Model. Was ist wohl schädlicher für die Jugend?? Zigi?? Alk?? Selbstrbräuner?? Hhmmmm....schwierig schwierig!!

    • Sonneeeenschein am 09.05.2012 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Sonne

      Ich denke das sonnenbaden genau so schlimm ist wie rauchen. Die haut vergisst nie!

    • Davide am 09.05.2012 21:48 Report Diesen Beitrag melden

      @Sonnenschein

      Ja und die Lunga etwa nicht, lieber Sonnenschein? Schäden an den Lungenbläschen entstehen schon bei einem Zug und die sind irreversibel! Fairerweise muss ich sagen, dass gewisse andere Schäden vom Rauchen, wie z.B. verschleimte oder entzündete Bronchien reversibel sind.

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