Leser wollen Winiger im «Tatort»

06. April 2018 07:22; Akt: 06.04.2018 07:22 Print

«Eine Frau in der Hauptrolle fänd ich schön»

SRF zügelt den Schweizer «Tatort»: Ab Januar 2019 geht in Zürich ein neues Ermittlerteam an den Start. Wer die Prestigejobs übernehmen soll, ist für die 20-Minuten-Leser klar.

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Ermittlungen in Tötungsdelikten hat sie schon drauf. Zurzeit steht die Tessinerin für die ARD-Serie «Mordkommission Istanbul» in Thailand vor der Kamera. Höchste Zeit für ein neues Engagement in der Heimat. Sie steht noch für den SRF-Quotenhit «Wilder» im Einsatz. Wenn die zweite Staffel abgedreht ist, könnte sie direkt beim «Tatort» anheuern. Auf diesem Bild könnte sie bereits als Kommissarin durchgehen. Die Bündnerin kommt ursprünglich aus Samedan, lebt heute in Berlin und hat schon in einigen «Tatort»-Produktionen mitgewirkt. Ein Zürcher, der einst nach Los Angeles ging – und nun wieder nach Zürich zurückkehrt? Der «Bond»-Bösewicht würde dem «Tatort» Hollywood-Glamour verleihen. Und er könnte endlich sein Schurkenimage ablegen. Der in Berlin lebende Zürcher ist ein Vollprofi. Er hat in unglaublich vielen Produktionen mitgewirkt – und schon «Tatort»-Erfahrung gesammelt. Ein Urzürcher, der das Zeug zum Kult-Charakter mitbringt. : Die Zürcherin hat in den vergangenen Monaten gleich zweimal begeistert: als Journalistin Jenny Langerin in «Wilder» und als Bankangestellte Stefanie Pfenninger in «Private Banking». Wir sähen sie auch als Kommissarin. Hat 2017 schon beim Dresdner «Tatort» mitgespielt. Die deutsch-schweizerische Film- und Theaterschauspielerin ist in Basel aufgewachsen und lebt heute mit ihrer Familie in Berlin. Vielleicht ist bei ihr die Zeit reif für einen Wohnortwechsel. Hat TV-, Kino- und Bühnenerfahrung. Zuletzt überzeugte er in der Hauptrolle im Erfolgsfilm «Die göttliche Ordnung», bald wird er als Reformator Zwingli zu sehen sein. Vielleicht hat er danach einen Platz frei in der Agenda für ein paar Jahre «Tatort». Hat mit «Blue My Mind» als Regisseurin ein mehrfach ausgezeichnetes Debüt hingelegt. Dass sie auch vor der Kamera überzeugt, hat sie schon in sehr unterschiedlichen Rollen gezeigt – etwa in «Goliath», «Tempo Girl» oder «Frühling im Herbst». Der Rapper gab gerade sein Debüt in «Dene wos guet geit». Eine Zürcher Szenefigur, die dem «Tatort» Glaubwürdigkeit bringen könnte. Und er ist kaum aus der Ruhe zu bringen – gute Voraussetzung für einen Kommissar. Ein Zürcher durch und durch, im Kreis 4 aufgewachsen. Der 28-Jährige hat einen Leistungsausweis wie kaum ein Schweizer Schauspieler seiner Generation. Er würde einen jungen und kantigen Kommissar abgeben. Allerdings ist es fraglich, ob er sich an so einen Part binden lässt. Auch Spales Ermittler-Kollege in «Wilder» wäre prädestiniert für den «Tatort». Die Ex-Miss Schweiz hat im SRF-Zweiteiler «Private Banking» schon mal Schauspielluft geschnuppert. Zu 20 Minuten sagte sie danach, sie habe Lust auf mehr. Der Berner gilt hierzulande als einer der talentiertesten Schauspieler und wurde gerade für seine Rolle als schwuler Fussballer in «Mario» mit seinem zweiten Schweizer Filmpreis ausgezeichnet. Bald schliesst er seine Schauspielausbildung in Leipzig ab – und könnte gleich in die Kommissaren-Rolle schlüpfen. Die Zürcherin brillierte vor kurzem noch als Bundesanwältin Barbara Rossi in «Wilder» und gilt als Schweizer Publikumsliebling schlechthin. Sie lebt in Feldmeilen ZH und wäre ruckzuck bei den Dreharbeiten. In der TV-Serie «Seitentriebe» hat sich der Zürcher gerade mit den Problemen von Langzeitbeziehungen beschäftigt. Zuvor sammelte er aber diverse Krimi-Erfahrungen, die für den «Tatort» wertvoll sein könnten: zum Beispiel in «SOKO Leipzig». Begeisterte jüngst als Bankerin in «Private Banking». Und die deutsch-schweizerische Schauspielerin aus Zürich würde bestimmt auch als taffe Kommissarin eine gute Figur machen.

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Gemäss SRF ist noch völlig offen, welche Schauspieler als Kommissare im Zürcher «Tatort» zum Einsatz kommen werden. Gibt es ein Frauenduo? Gar ein Dreier-Kernteam? Oder ein Geschwistergespann? Fest steht einzig: Die «Tatort»-Reihe lebt von festen Teams. «Dieses Konzept werden wir beibehalten», sagt SRF-Bereichsleiter Urs Fitze. «Die Besetzungsfrage gehen wir aber erst in den kommenden Monaten an.»

Umfrage
Wen sähen sie gern als Ermittler in Zürich?

Die 20-Minuten-Leser haben eine klare Favoritin: Melanie Winiger holt 19 Prozent der über 3000 Umfrage-Stimmen (Stand Donnerstag, 18 Uhr). Die in Zürich wohnhafte Tessinerin steht gerade in Bangkok für «Mordkommission Istanbul» vor der Kamera.

«Herausforderung und Bestätigung»

Am Telefon zeigt sich Winiger freudig überrascht über das Leser-Votum: «So cool! Ich freue mich sehr und bin dankbar, dass die Leser mich in dieser Rolle sehen.» Schauspielerisch wäre der Job auf jeden Fall «eine sehr spannende Herausforderung» und eine Bestätigung ihrer bisherigen Arbeit. «In unserem Beruf hat man nie ausgelernt.»

Ob sie für die Rolle geeignet wäre, müssten andere berurteilen. Fakt ist: Mit ihrem Engagement bei «Mordkommission Istanbul» kennt Winiger die ermittelnde TV-Arbeit bereits – sie spielt in der ARD-Reihe eine Gerichtsmedizinerin.

«Das wäre doch ein Zeichen»

Die 39-Jährige verfolgt den «Tatort» übrigens schon seit Jahren und schaltet so oft wie möglich ein. «Die Reihe ist sehr hochwertig produziert.» Etwas ist Winiger besonders wichtig: «Ich fände es schön, im Zürcher ‹Tatort› eine Frau in der Hauptrolle zu sehen. Es ist schliesslich 2018, das wäre doch ein Zeichen.»

Die weiteren Favoriten der 20-Minuten-Leser: Bei den weiblichen Darstellerinnen schaffen es Sarah Spale (37, «Wilder») und Ursina Lardi (47, «Polizeiruf 110», «Tatort») in die Top drei. Bei den Herren sind der hollywooderprobte Anatole Taubman (47), der Urzürcher Beat Schlatter (56) und Pasquale Aleardi (46, «Gotthard», «Tatort») die Favoriten. Das ideale gemischte Ermittlerduo wäre gemäss den 20-Minuten-Lesern somit Winiger/Taubman.

Mögliche Kandidaten für die frei werdenden Jobs sehen Sie in der Bildstrecke.

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