Fremdgehen, Lustlosigkeit, Analsex

31. Januar 2018 05:42; Akt: 31.01.2018 10:35 Print

Darum gehts in der neuen SRF-Serie «Seitentriebe»

von C. Steiner - Die neue SRF-Serie «Seitentriebe» beschäftigt sich – unter anderem – mit Erotik in Langzeitbeziehungen. Und ist zum Brüllen komisch.

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Nele und Gianni haben ein Problem. Die beiden Enddreissiger sind seit zehn Jahren verheiratet und die Luft ist definitiv raus. Die Aussicht auf Sex miteinander ist in etwa so verlockend wie ein Termin bei der Fusspflege.

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Es ist auch schon eine Weile her, dass die beiden miteinander geschlafen haben. «Da kommst du einmal müde vom Schaffen heim, möchtest deine Ruhe. Und plötzlich sind zweieinhalb Jahre um», sagt Gianni (Nicola Mastroberardino) achselzuckend in die Kamera. An Gianni, das muss man sagen, ist eigentlich nichts auszusetzen. Im Gegenteil: Der Laborant sieht gut aus, lässt sich nicht gehen, bemüht sich redlich. Er ist eigentlich derselbe wie vor zehn Jahren. Und genau das ist das Problem.

Nach dem Happy End

Wie können wir den Menschen, der jeden Morgen neben uns aufwacht, über eine lange Zeit hinweg sexuell begehren? Dieser Frage geht Autorin und Regisseurin Güzin Kar auf den Grund. Sie setzt dort an, wo die traditionelle Hollywood-Romanze endet.

Kar kommt rasch zum Punkt. Nach einem kurzen Rückblick auf den Beziehungsanfang, als die beiden immer und überall übereinander herfielen, sind Nele und Gianni mitten in ihrer Misere angekommen.

Treffen auf dem Seitensprung-Portal

Ausgerechnet an ihrem Hochzeitstag treffen sich die beiden unfreiwillig auf derselben Seitensprung-Website. Was nun? Trennen oder zusammenraufen? Sie beschliessen Letzteres und an ihrer Beziehung zu arbeiten. Das Paar offenbart sich einem (für uns unsichtbaren) Therapeuten – direkt in die Kamera beichten sie also quasi dem Zuschauer.

Das macht auch den Reiz dieser temporeichen und klugen Serie (die Episoden sind knackige 22 Minuten lang) aus: Immer wieder fühlen wir uns in unserem eigenen Beziehungsleben ertappt. Kar gelingt es, dass die Dialoge nie aufgesetzt wirken. Oft muss man laut loslachen. Etwa wenn Nele (Vera Bommer) moniert: «Ich will im Bett nicht Die Dargebotene Hand. Ich will eine Wildsau, die mich auffrisst.»

Sexunterricht mit reifem Obst

Unverblümt kommen in «Seitentriebe» sexuelle Themen von Analsex bis weibliche Orgasmen auf den Tisch. Schon nach eineinhalb Minuten sehen wir Nele und Gianni erstmals beim Beischlaf, und Stargast Sunnyi Melles verewigt sich beim Sexunterricht mit einer reifen Papaya.

Aber Kar geht es primär darum, wie man Langzeitbeziehungen überhaupt leben kann. Das ist berührend, echt, und manchmal bleibt einem das Lachen im Hals stecken. Mit der Serie ist SRF nach dem Krimi-Hit «Wilder» ein weiterer Coup gelungen. Ein Zeichen, dass die Schweiz endgültig beim internationalen Serien-Niveau angekommen ist.

«Seitentriebe» startet am 26. Februar auf SRF 2.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Louisa am 31.01.2018 06:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ernsthaft?

    und sowas muss ich mit meinen Billag Beiträgen finanzieren???

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  • Fritz am 31.01.2018 06:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    typisch SRG

    Ein Grund mehr, um die No-Billag Initiative anzunehmen.

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  • no billag am 31.01.2018 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld ohne ende

    Für solche Serien hatt man geld in hülle und fülle, aber jammern dass man mehr geld braucht. #nobillag

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sal am 31.01.2018 09:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sir

    Für welches Zielpublikum sollte die Sendung sein. Solche Eigenproduktionen sind teuer und das vor der Billag Abstimmung. Ich weiss nicht....

  • Jamaika Jamal am 31.01.2018 09:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schaufelt das eigene Grab

    Auch wenn jetzt hier geschwärmt wird: Die Serie tönt nach einem Flop. Wieder eine typische SRF Serie und darum No Billag.

  • Alter Sack am 31.01.2018 09:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufschrei

    Gibt es hier keinen Aufschrei wegen Sexismus?

  • giorgio1954 am 31.01.2018 08:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NO BILLAG

    Die DRS Manager müssen sich warm anziehen am 4. März.

  • Felix am 31.01.2018 08:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Coole Serie - bravo

    Das Thema klingt sehr unteressant - spezuell wenn man weiss, dass sich bei vielen Paaren die Sexualität im Laufe der Zeit davonschleicht und dafür viele Mäneru nd Frauen) fremdgehen (müssen)!