Schlechte Quoten

20. Juni 2017 20:49; Akt: 20.06.2017 20:49 Print

Eine «Tatort»-Staffel zum Vergessen

Seit Sonntag macht der «Tatort» Sommerpause. Viele Highlights gab es nicht, wie die Einschaltquoten belegen. Ein Rückblick.

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Die «Tatort»-Staffel 2016/2017 ging schwach zu Ende: «Borowski und das Fest des Nordens» wollten in Deutschland nur 6,1 Millionen Menschen sehen. Das bedeutet einen Marktanteil von 22,2 Prozent. Für einen «Tatort» eine schwache Ausbeute. Punkto Marktanteil noch schwächer abgeschnitten hat allerdings «Babbeldasch» aus Ludwigshafen: Der Versuch, eine improvisierte Mundart-Folge als Krimi zu inszenieren, scheiterte kläglich. Die Presse ging mit dem Theater-Projekt schon vor dessen Ausstrahlung hart ins Gericht. Tatsächlich sassen dann bloss 6,35 Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen. Marktanteil: 17,6 Prozent. Aber zum Glück gibt es ja noch das Duo Jan Josef Liefers alias Karl-Friedrich Boerne (l.) und Axel Prahl (Frank Thiel) aus Münster. Zusammen lockten die beiden insgesamt fast 28 Millionen Krimifans vor den Fernseher. Natürlich waren trotz allem einige Perlen unter den gezeigten Folgen: Ulrich Tukur zeigte als Kommissar Felix Murot in «Es lebe der Tod» (Wiesbaden) mal wieder eine Glanzleistung. Die wegen des Terroranschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt mehrfach verschobene Dortmunder Folge «Sturm» kam ebenfalls gut an. Bei Tatort-fundus.de liegt der Krimi sogar auf Platz 35 der Gesamtrangliste. Und die ist doch mittlerweile 1025 Folgen schwer. Noch besser bewertet wurde auf der besagten Website «Die Wahrheit» aus München mit dem Duo Ivo Batic und Franz Leitmayr (Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl, links). Der Fall, in dem eine japanische Frau ihren Mann sterbend vor einem Einkaufszentrum entdeckt, belegt Rang 31. In «Der Tod ist unser ganzes Leben» fand die Geschichte einen überzeugenden Abschluss. Stark! Und die Schweizer? Reto Flückiger (Stefan Gubser, r.) und Liz Ritschard (Delia Mayer) erreichten mit «Kriegssplitter» am 5. März in Deutschland einen Marktanteil von mässigen 20 Prozent. In der Schweiz schauten 513'000 Menschen zu, was einer Quote von knapp 27 Prozent bedeutet. Ein Ausblick: Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) werden wir als Bodensee-Ermittlerduo nicht mehr sehen. Sie haben ihren letzten Fall bereits hinter sich. Viele fragen sich dafür: Wann gibt es endlich wieder einen «Tatort» mit Til Schweiger? Laut Bild.de greift Nick Tschiller erst 2018 wieder ins Geschehen ein. Die neue «Tatort»-Saison eröffnen dürften dann die Ermittler Bibi Fellner (Adele Neuhauser) und Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) aus Wien. «Virus» wird voraussichtlich am 27. August gezeigt.

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Gerade mal 6,1 Millionen Menschen sassen am vergangenen Sonntag vor dem Fernseher, als mit «Borowski und das Fest des Nordens» (Kiel) der letzte «Tatort» vor der Sommerpause ausgestrahlt wurde. Das ist, auch für Deutschland, eine extrem magere Bilanz. Schwächer war, zumindest was den Marktanteil anbetrifft, nur noch das Impro-Mundart-Desaster «Babbeldasch» (Ludwigshafen) vom 26. Februar.

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36 Folgen zeigten ARD, SRF und ORF in der abgelaufenen Staffel seit August 2016. 8,86 Millionen betrug die Einschaltquote in Deutschland im Schnitt – laut Bild.de so wenige wie seit 2011 nicht mehr (damals waren es 8,46 Millionen). Ohne die beiden «Tatort»-Zugpferde Axel Prahl und Jan Josef Liefers aus Münster, die zusammen fast 28 Millionen Menschen vor die Bildschirme lockten, wäre das Ergebnis sogar noch düsterer ausgefallen.

Perlen aus Wiesbaden, Köln und München

Klar, es gab sie, die spannenden Fälle: Dazu zählen etwa «Es lebe der Tod» (20. November, Wiesbaden), «Wacht am Rhein (15. Januar, Köln) – vor allem aber der grossartige Zweiteiler «Die Wahrheit» (23. Oktober) respektive «Der Tod ist unser ganzes Leben» (30. April, beide München). Beklemmend, düster, spannend.

Sonst blieb indes nicht viel hängen. Die zu Ende gegangene «Tatort»-Staffel war das, was sie für viele ihrer Ermittler auch war: ein ziemlich schwerer Fall.

Welches die am besten bewerteten Fälle der aktuellen Staffel sind und wer nach der Pause den Auftakt macht, sehen Sie in unserer Bildstrecke.

(ysc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel am 20.06.2017 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr undeutliches Genuschel

    Am meisten nervt es mich, dass während den Folgen so undeutlich genuschelt wird. Verstehe vieles rein akustisch nicht - und ja mein Gehöhr ist einwandfrei.

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  • TAIFUN_2107 am 20.06.2017 22:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fan des österreichischen Tatorts

    Meine liebsten Tatort Darsteller sind Adele Neuhauser und Harald Krassnitzer, für mich sind die österreichischen Tatorte eh die besten. Beide sind auch gute Schauspieler, gefolgt von Axel Prahl und J.J.Liefers. Momentan schaue ich aber sehr selten den Tatort, interessiert mich gerade nicht. Ich finde die meisten Kommissare werden als viel zu durchgeknallt dargestellt, jeder scheint aufgrund seines Jobs als Kommissar ein psychisches Wrack zu sein, oft viel zu übertrieben.

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  • Ehrenfeld am 20.06.2017 21:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tatort

    Ist Geschmacksache, aber am liebsten schaue ich den Tatort aus Münster, München und Köln. Das sind meine persönlichen Favoriten. Die Anderen sind sicher auch nicht schlecht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Cavi33 am 21.06.2017 21:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quoten na ja

    Wundert mich dass überhaupt noch jemand diesen Mist anschaut. Es hat immer noch Zuseher bei denen der Leidensdruck noch nicht erreicht ist.

  • Realist am 21.06.2017 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachtrag II

    Bei den klassischen, guten, alten Tatortermittlern fehlt in meiner Auflistung noch die "Ikone" des Tatorts schlechthin! Er polarisierte zwar sehr, war aber Kult! Schimanski, Horst Schimanski (Götz George) mit Tanner und Hänschen. Das war noch Aktion, super Krimi! - Da kann Schweiger vor Neid erblassen!

  • Marcellus am 21.06.2017 17:46 Report Diesen Beitrag melden

    Nulpen Til

    Bitte keine neuen folgen Tatort mit dem Dauernuschler Til Schweiger. Ist ja grauenhaft dieser Stimme zuzuhören, auch schauspielerisch eine Null.

    • Realist am 21.06.2017 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marcellus

      Richtig! Und Töchterchen untalentiert wird vertraglich immer mit einbezogen. Keinen Til ohne die talentfreie Tochter!

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  • Best of Best am 21.06.2017 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Favorites

    Meine Favorites aktuell sind: -Berlin -Dortmund -Wien -Weimar

  • Pit am 21.06.2017 11:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Melissa Naschenweng

    Schaue lieber Melissa Naschenweng im Youtube als die schwer verständlichen Tatorte. Meist nur Schrot und nicht mehr realistisch!