Freitod, Inzest, Totgeburt

25. Januar 2017 15:46; Akt: 25.01.2017 16:09 Print

«GZSZ» wird jetzt richtig ernst und ganz traurig

von Lorena Sauter - Von wegen seichte Soap: Anstelle trivialer Unterhaltung bringt «Gute Zeiten, schlechte Zeiten» immer häufiger kontroverse Tabuthemen ins Vorabendprogramm.

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Drama pur bei «Gute Zeiten, schlechte Zeiten»: Heute Abend steuert die tragische Geschichte um Till Kuhn aka Bommel auf ihr unabwendbares Ende zu. An den Stränden der Nordsee entscheidet sich der inzwischen kraftlose Philosophiestudent, seinem Leben ein Ende zu setzen. Der Grund: Er leidet an der seltenen Nervenkrankheit Lancaster-Syndrom.

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Bommels Freitod gab im Vorfeld viel zu reden. Lange war unklar, ob er sein Schicksal selbst in die Hand nimmt oder auf die aktive Sterbehilfe setzt, die ihm seine grosse Liebe Katrin angeboten hatte.

Inzest, Totgeburt und Freitod

Es ist durchaus ungewöhnlich, dass eine Daily-Soap, deren Definition gemäss Duden «unterhaltende triviale Fernsehserie» lautet, solch düstere Themen aufgreift. «GZSZ»-Fans aber sind sich schwere Kost auf ihrem täglichen Serien-Menüplan inzwischen schon gewohnt: Auf die Inzest-Story um Jasmin und Frederic vor einem Jahr folgte jüngst Sophies stille Geburt – und nun also Bommels Freitod.

Weshalb aber wird «GZSZ» immer dramatischer? Ist die rund 25 Jahre alte Serie mit Sensationsstorys gar auf Quotenfang? «Die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Tod kommt im deutschen Fernsehen noch immer viel zu kurz», heisst es in einer Mitteilung von RTL. Die Macher würden nicht auf den billigen Schockeffekt setzen, sondern zur Auseinandersetzung mit dem Thema anregen wollen, heisst es weiter.

«Sobald wir uns eines Themas annehmen, von dem wir wissen, dass es nach wie vor heftige Kontroversen auslöst, spiegelt sich dies natürlich auch in unserem Umgang damit: Alle Argumente für und wider werden auch innerhalb des Story-Teams und der Produktion diskutiert und von allen Seiten beleuchtet», erklärt Produzent Damian Lott die Herangehensweise.

«No Conflict – no Story»

Dass die Verschmelzung seichter Unterhaltung und kontroverser Tabuthemen eine heikle Gratwanderung ist, sind sich die Macher bewusst: «Selbstverständlich gab es viele und heftige Diskussionen – wie bei allen unseren Storys», so Lott weiter. Und Produzentin Petra Kolle erklärt, die Zuschauer hätten auf die «krassen» Tabuthemen des letzten Jahres durchweg positiv reagiert. Das würden sowohl Quoten, Social-Media-Reaktionen als auch Marktforschungsergebnisse zeigen.

Stimmt. Auf der offiziellen Facebookseite von «GZSZ» gibt es von den Fans viel Lob. Doch auch negative Stimmen sind vorhanden. «Wieso müsst ihr genau das als Thema nehmen? Ich hab auch ein Familienmitglied verloren durch Suizid, so was gehört nicht ins TV», schreibt Lea Schmelz. Und Jule Wojciech kommentiert: «Ich muss sagen, dass ‹GZSZ› zurzeit sehr sentimental ist, erst die Totgeburt von Leni (Leon und Sophie) jetzt Katrin und Till ... Bin fast nur noch am Flennen.»

Kolle aber weiss: Die Zuschauer seien oftmals froh, dass «GZSZ» Themen anpacke, die anderswo gern vermieden würden, im Alltag der Menschen aber durchaus vorkämen. Abschliessend bringt es die Fernsehmacherin auf den Punkt: «No conflict – no Story!»

Das «GZSZ»-Drama in Bewegtbild:

(Quelle: Youtube/RTL Television GmbH)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roger Fan am 25.01.2017 16:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bommel

    Ich gebe es zu, ich bin ein Mann und liebe GZSZ. Natürlich ist es manchmal ziemlich unrealistisch (z.B. Treffen sich die Leute zufälligerweise immer in der U-Bahn, weil Berlin ja so klein ist) aber ich mag die ernsten Themen sehr ( habe selber eineTochter verloren). Ich hoffe es gibt die Serie noch lange.

  • Didi am 25.01.2017 16:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bommel

    Schöne Liebesgeschichte mit einem traurigem Ende :'(

  • R. Müller am 25.01.2017 16:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Für diese kurze Zeit habt Ihr Bommel zurück gehohlt? Schade finde ihn super:)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Julia am 26.01.2017 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leid

    Normales bringt leider keine Zuschauer mehr vor den TV. Immer mehr Tod,Elend und Leid mussd her um noch Zuschauer zu gewinnen. Wie weit sind wir Menschen schon?

  • mirko Miljkovic am 25.01.2017 23:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    war mal eine gute serie

    ich habe mir diese serie von 1994 bis 2000 angeschaut. war toll und es waren auch einigermasssn gute schauspieler dabei. ab 2000 wurden die ganzen stories immer dämmlicher und die ständig neue Schauspieler waren richtig schlecht. sind sie heute immer noch

  • Bina81 am 25.01.2017 21:48 Report Diesen Beitrag melden

    Starke Serie !

    GZSZ packt einen gnadenlos - Freude, Trauer - gute & schlechte Zeiten eben... man freut sich und leidet mit. Habe heute beim Abschied von Till echt Tränen vergossen - hoffe es kommen wieder mehr gute Zeiten. GZSZ forever !

  • Ulrike Frank am 25.01.2017 21:14 Report Diesen Beitrag melden

    Mallorca

    Ich mag Ulrike Frank sehr, eine tolle und sehr sympathische Frau. Kann mich noch erinnern als sie damals in "Mallorca" eine Transsexuelle spielte.

  • Mara am 25.01.2017 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seit ich Fernseh schauen durfte..

    ..verfolge ich diese Serie mit wenigen Pausen dazwischen. Mittlererweile bin ich 25 und heul' mir momentan bald jeden Abend die Augen aus dem Kopf wenn ich diese Story mit Bommel schau'. Sehr schade, dass er nur so kurz wieder auftauchte..toller Schauspieler.!