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«Dämliche Tricks»
01. Februar 2013 15:16; Akt: 01.02.2013 15:38 Print
Selbst US-Medien lästern über «Wetten, dass ..?»
Tom Hanks mokierte sich darüber und auch Denzel Washington fands altmodisch. Und nun stürzt sich auch noch die «New York Times» auf Lanz' Samstagabendsause.
Markus Lanz hat es nicht leicht. Zwar wird die Samstagabendshow des ZDF schon seit Jahren kritisiert, mit Thomas Gottschalks Abgang im vergangenen Sommer und einem runderneuerten Konzept sollte aber alles besser werden. Ein neues Studio, dauersitzende Promis auf der weissen Couch und die dicke Comedy-Prinzessin Cindy aus Marzahn als Co-Moderatorin sollten der Show mehr Pepp verleihen. Der Quote zuliebe.
Bildstrecken Lanz' lahmer Chippendales-Strip«Wetten, dass..?» - 3. November
Hollywood gegen «Wetten, dass ..?»
Doch statt Lob für Lanz gibt es immer mehr Häme. Diesmal aber nicht aus Europa, sondern aus der Medienlandschaft Amerikas. Begonnen hatte es mit einem Auftritt von Tom Hanks im vergangenen November. Wir erinnern uns: Der Schauspieler sass drei Stunden lang im «Wetten, dass ..?»-Studio und langweilte sich sichtlich zu Tode. Statt eines unterhaltenden Programms habe er «mit einer Katzenmütze auf dem Kopf» dagestanden und «zugeguckt, wie der Moderator in einem Sack um mich rumhüpft», beklagte sich Hanks bei der «Bild»-Zeitung. «Wenn in Amerika eine Show drei Stunden läuft, werden die Verantwortlichen gefeuert! Sie würden keinen Job mehr finden. Sie finden nie mehr Arbeit», schimpfte der Schauspieler nach der Sendung.
Auch Halle Berry, Hanks' Begleitung, war während ihres Auftrittes im deutschen Fernsehen etwas irritiert. Der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung» klagte sie: «Ich war völlig durcheinander.» Die Übersetzung sei nicht die allerbeste gewesen, ausserdem habe ihr Kopfhörer nicht richtig im Ohr gesteckt. «Ich habe nicht alles verstanden.»
Denzel Washington, der im Januar in der Sendung zu Gast war, meinte hingegen: «Ich fand das Altmodische des Konzepts sehr rührend.» Das klingt zwar sehr nett, was er damit eigentlich meinte, kann man sich aber denken.
«Dämliche deutsche TV-Tricks»
Nach diesem schlechten Feedback von grossen Hollywoodstars ist auch die amerikanische Presse auf das fragwürdige Format aufmerksam geworden. Die «New York Times» kritisiert dabei die «schrullige» Sendung mit einem Artikel vom 30. Januar. «Stupid German Tricks, Wearing Thin on TV», zu deutsch: «Dämliche deutsche TV-Tricks haben ausgedient» so der Titel.
Nicholas Kulish, der Berlin-Korrespondent der «New York Times», betitelt Moderator Markus Lanz als «fleissigen Schuljungen», während Vorgänger Thomas Gottschalk im Artikel als einer der «grössten Stars Deutschlands» gefeiert wird. Des Weiteren kritisiert der Autor Denzel Washingtons Dolmetscher der vergangenen Show, dessen Übersetzungen wie ein «körperloses Echo» gewirkt hätten.
Der Artikel greift auch die in Deutschland häufig laut werdende Kritik auf, die «ergraute Show» sei die hohen Produktionskosten nicht wert. Das Fazit des Artikels: «Wetten, dass ..?» ist bald Schnee von gestern.
Mittelmässige Quoten für Lanz
Die Zuschauerquoten geben dem Artikel der «New York Times» nur bedingt recht: Zwar sind die Zahlen nach dem fulminanten Start mit Markus Lanz erheblich gesunken, die durchschnittliche Zuschauerzahl zog im Vergleich zur vorletzten Sendung aber wieder um gut 150'000 Zuschauer auf nun 9,04 Millionen an. Das berichtet der deutsche Mediendienst DWDL.de. Ob die Show aber auch in Zukunft noch gefragt ist, wird die Zeit zeigen.
(sim)
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Alle 32 Kommentare

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spannend
ich finde die show auch nicht so spannend. aber die amerikaner sind einfach ein wenig überheblich geworden (oder waren sie es schon immer?)
Kann's auch ohne Hanks
Die USA, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, die auch tagtäglich in hunderten von Trashsendungen wahrgenommen werden. Ganz zu schweigen von unsäglichen Serien. Wer sein Produkt in einem Land platzieren will, dessen Befindlichkeiten er nicht kennt, sollte sich lieber zurücknehmen. Er ist wohl völlig unvorbereitet nach Deutschland in die Sendung gekommen und hat wohl gedacht, alleine seine Präsenz mische den ganzen Saal auf? Leider nun mal nicht - es gibt wichtigeres als ihn. Und als echter Profi hätte er mitgemacht und die Klappe gehalten!
Die Geschmäcker sind verschieden
Der amerikanische Geschmack und der europäische Geschmack sind halt nicht das Gleiche. Wenn ich zufällig eine der vielen dämlichsten US-Serien auch nur 5 Minuten im TV ansehen muss, dann wird mir übel. Die US-Filmstars wollen ja ihre Hollywood-Filme vermarkten. Dann sollen sie sich auch nach uns und unserem europäischen Geschmack richten oder andernfalls in den USA bleiben. Hanks habe ich übrigens bei Wetten, dass... gesehen. Er hat einen ziemlich trüben Eindruck hinterlassen. Das war keine Werbung für ihn.