«Absolute Mehrheit»

12. November 2012 13:57; Akt: 12.11.2012 14:16 Print

Raab und Politik oder: ein Elefant im Porzellanladen

Fünf Gäste, drei Themen und 100 000 Euro. Mit seiner neuen TV-Show «Absolute Mehrheit» betrat Stefan Raab zum ersten Mal politisches Parkett und kam ordentlich ins Schlittern.

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Fernsehmacher Stefan Raab hat ein Händchen für gute Sendungen: Ob «TV total», «Die Wok-WM», «Autoball» oder «Schlag den Raab» - allesamt sind absolute Quotenknüller. Doch mit seinem Polit-Talk «Absolute Mehrheit» tat er sich am Sonntagabend, den 11. November, auf Pro Sieben keinen Gefallen. Zwar hat er seine Aufgaben gemacht und in Staatskunde aufgepasst, doch den seriösen Polit-Talker nimmt man ihm einfach nicht ab.

Fünf Gäste aus Politik und Wirtschaft begrüsste der Moderator in seinem neuen Studio, welches wohl vom gleichen Setdesigner kreiert wurde, wie das TV-Studio von Polit-Talkerin Sandra Maischberger. Selbst die Fototapete im Hintergrund schien die gleiche zu sein.

Keine absolute Mehrheit erhalten

Das Ziel der neuen Show: Die fünf Gäste diskutieren über drei Themen und sammeln dabei bei den Zuschauern via Telefon- oder SMS-Voting Sympathiepunkte. Alle halbe Stunde fliegt ein Gast raus. Wer am Ende der Show die absolute Mehrheit an Stimmen gewinnt, kassiert 100 000 Euro. Und so brennt einem schon zu Beginn der Show die Frage unter den Nägeln, was ein FDP-Politiker wie Wolfgang Kubicki mit so viel Geld machen würde. Oder ob Jan van Aken von der Linken den Gewinn für einen Parteiausflug ausgeben würde?

Leider musste man bis zum Ende der Sendung warten, bis man erlöst wurde. Wolfgang Kubicki gewann schlussendlich, aber nicht mit der absoluten Mehrheit und somit bleibt das Geld beim Sender.

Schlechte Noten für Raab

Nebst Kubicki und van Aken, nahmen CDU-Politiker Michael Fuchs und SPD-Mann Thomas Oppermann ebenfalls an der Gesprächsrunde teil. Einzige Frau auf dem Sofa war die Berliner Unternehmerin Verena Delius. Und die hielt sich trotz männlicher Übermacht bis zur dritten Runde über Wasser, im Gegensatz zu Raab.

Der Gastgeber bewegte sich auf dem politischen Parkett wie ein Elefant im Porzellanladen. Kaum kam die Diskussion in Fahrt, unterbrach Raab den Redefluss für einen Werbeblock oder einen Zwischenstandsbericht, Raab nannte das Ganze Speedmeinungsbildung. Man könnte es auch einfach nur nervtötend nennen. Und während Raab bereits nach wenigen Minuten vor einem Scherbenhaufen stand, nutzten die geladenen Politiker die Gunst der Stunde und verfochten ihr Parteiprogramm. Dafür braucht es keine neue TV-Show.

Den Zuschauern gefiel die Show

Aus Quotensicht ist die Premiere von «Absolute Mehrheit» in jedem Fall gelungen: Die erste Sendung von Raabs Polittalk erreichte trotz später Sendezeit mehr junge Zuschauer als Günther Jauchs Polittalk im Ersten.

Raab lockte im Schnitt 1,28 Millionen Zuschauer an, was einem Marktanteil von 18,3 Prozent entspricht. Naja, die absolute Mehrheit ist das noch nicht.

(isa)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • M.G. am 14.11.2012 21:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Welche Sendung des Schweizer Fernsehens schafft zur gleichen Uhrzeit einen Marktanteil von 18% bei dieser Zielgruppe? Lästern und Häme scheinen einfacher zu sein ....

  • JR JR am 13.11.2012 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Dummerweise

    wird die Show zwischen den Werbeblöcken bei ProSieben gesendet. Da ist es schwierig einen Faden zu finden und sie zu konzentrieren.

  • Max Hart am 13.11.2012 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    Raab und seriös ?

    Raab und seriös ? Raab ist genial für Blödeleien, Music und ähnlichem. Aber nie im Leben wenn es um Politik, Anstand und den Grundpfeilern der Menschheit geht. Er kann sich lustig auf Kosten anderem Machen. Aber Zuhören und vernüftig argumentieren, ist nicht sein Ding. Setzt die Sendung SOFORT ab.

  • Berner Bär am 13.11.2012 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstdarsteller par excellence

    Stefan Raab ist ein neurotischer Selbstdarsteller, mehr nicht. Nun will er sich auch mit einer "seriösen" Plattform profilieren. Wer garantiert, dass die "Zuschauer, die die Teilnehmer überzeugen müssen", wirklich neutral ausgewählt wurden und es nicht Claquere sind oder mehrere Spin Doctors darunter, die entsprechend für Stimmung sorgen?

  • Thomson am 13.11.2012 08:03 Report Diesen Beitrag melden

    Ja ja, der Raab

    Raab kann einige Dinge sehr gut, nämlich Musik und über andere Leute lästern aber sonst ist ehrlich gesagt nicht viel los.