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16. Mai 2017 10:45; Akt: 16.05.2017 14:38 Print

So lassen Kultserien die Kasse klingeln

Serien wie «Game of Thrones» oder «House of Cards» generieren für Sender und Streaming-Dienste immense Einnahmen. Doch wie weiter, wenn die Story erst einmal auserzählt ist?

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Der neue Teaser zur siebten Staffel von «Game of Thrones» zeigt erst einmal Jon Snow (Kit Harington), ... ... Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) und ... ... Cersei Lannister (Lena Headey), wie sie durch, na ja, Gänge schreiten. Aufregend, nicht wahr? Langsam marschieren sie auf ihre jeweiligen Thronsäle zu und ... ... setzen sich dann auch auf ihre Regentenstühle. Daenerys nimmt in der Burg Dragonstone Platz, die sich nordöstlich von King's Landing auf einer Insel in der Blackwater Bay befindet. Dorthin ist sie am Ende der sechsten Staffel mit ihrer neuen Schiffflotte unterwegs. Cersei thront wie gehabt in King's Landing, doch der Iron Throne scheint nicht mehr so gemütlich zu sein wie einst. Und Jon setzt sich als König des Nordens (wahrscheinlich) in Winterfell, der Residenz der Familie Stark, hin. Nun folgen noch Nahaufnahmen, um die Dramatik zu verstärken. Cersei macht den Anfang. Daenerys ist schon viel näher. Und Jon ist so nah, dass man ihn beinahe anfassen kann. Nein, strecken Sie jetzt nicht Ihre Griffel aus, Sie beschmutzen sonst nur Ihr Display. Ein Windhauch geistert schliesslich durch die Hallen, bläst die Kerzen aus. Es scheint kalt zu werden. So kalt, dass Cerseis Atem zu sehen ist. Doch warum kühlt es dermassen ab? Darum: Der Night King (Vladimir Furdik) bringt den Winter, dessen Ankunft sechs Staffeln lang angekündigt wurde («Winter is coming» – den Satz kennen auch Nicht-Anhänger der Serie). Nimmt die Bedrohlichkeit seiner königsblauen Glubscher eigentlich ab, je öfter man sie sieht, oder passiert das Gegenteil? Wir sind uns nicht sicher, sind aber hypnotisiert von diesem Anblick. Ab dem 16. Juli zeigt HBO, wie furchteinflössend der Untoten-Anführer diesseits der grossen Mauer wüten wird.

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Mit «Game of Thrones» gelang dem TV-Sender HBO der grösste Coup in seiner Firmengeschichte. Seit über sechs Jahren schon verfolgen Millionen Zuschauer gespannt die Machtkämpfe und komplexen Handlungen auf den fiktiven Kontinenten Westeros und Essos. Einen ähnlichen Erfolg kann auch der Streaming-Dienst Netflix verbuchen. Der Politthriller «House of Cards» hievte die Anzahl Abonnenten in ungeahnte Höhen.

Die Serie rund um das Weisse Haus mit Kevin Spacey und Robin Wright alias Francis und Claire Underwood erhielt in den letzten vier Jahren 33 Emmy- und acht Golden-Globes-Nominationen. Logisch, profitiert auch Netflix vom Hype.

Abo-Zahlen schiessen dank Serien in die Höhe

Die laut Theatlantic.com aufgewendeten 100 Millionen Dollar für «HoC», wurden bereits in den ersten drei Monaten des ersten Jahres bereits wieder amortisiert. Nicht zuletzt dank drei Millionen Abo-Neukunden. Insgesamt zählte das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Los Gatos im ersten Quartal 2017 laut Statista.com knapp 100 Millionen Abonnenten, der Umsatz lag bei 2,6 Milliarden Dollar und der Gewinn belief sich auf 178 Millionen Dollar.

Auch für den erfolgreichsten Pay-TV-Anbieter läuft es rund: Während HBO beim Start von «GoT» 2011 weltweit noch 95,8 Millionen Kunden zählte, waren es laut «The Motley Fool» vier Jahre später bereits deren 140,5 Millionen. Dem Unternehmen sei es gelungen, bereits im ersten Jahr des Serienstarts das Wachstum um 15 Prozent zu steigern – offenbar hauptsächlich dank «GoT». Laut Quora.com belaufen sich die Aufwandskosten für acht Staffeln auf 240 Millionen Dollar. Im Vergleich zu den angeblichen Einnahmen von 4,9 Milliarden Dollar jährlich ein Klacks.

Doch nicht nur die Abo-Zahlen lassen für Sender und Streaming-Dienst die Kassen klingeln – auch Produkt-Platzierungen spülen jede Menge Cash ins Portemonnaie. Damit Kevin Spacey und Co. in Staffel vier regelmässig zu einem bestimmten Smartphone griffen, musste der Hersteller offenbar 300'000 Dollar hinblättern. Laut der Brand-Tracking-Firma Concave tauchten in den ersten beiden Staffeln jeweils 134 sogenannt versteckte Marken auf, in Staffel drei waren es deren 129.

Was, wenn die Zugpferde wegfallen?

So schön und gut die Zahlen für HBO und Netflix auch sind, so beunruhigend sind sie auch. Denn was, wenn die Storys der überaus kommerziell erfolgreichen Serien auserzählt sind? Die fünfte und letzte «HoC»-Staffel startet nämlich bereits Ende Monat auf Netflix. Und auch HBOs «GoT» findet nächstes Jahr nach Staffel acht ein Ende.

Noch haben laut Bild.de weder der Streaming-Dienst noch der Pay-TV-Sender neue potenzielle Hit-Garanten in petto. Nicht einmal das als Nachfolger kalkulierte Zugpferd «Westworld» konnte in Staffel eins an den Erfolg von «GoT» anknüpfen. Da erstaunt es wenig, dass bereits Gerüchte kursieren, wonach HBO mit möglichen Spin-offs von «Game of Thrones» noch so viel vom Erfolg zehren will wie nur möglich.

Sehen Sie oben die ersten Bilder des neuen Teasers der siebten Staffel von «GoT». Den Trailer zu Staffel fünf von «HoC» gibt es hier:

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ZombieFan am 16.05.2017 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Walking Dead

    Ich habe noch nie eine Serie gesehen die so in die länge gezogen ist und sich so oft wiederholt. Walking Dead ist seit der 4. Staffel dead, wird weiterhin gemolken und trotzdem von allen gefeiert. Versteh ich nicht.

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  • NetflixJunkie am 16.05.2017 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Netflix

    Walking Dead, Prison Break, Game of Thrones und Breaking Bad. Die wohl besten Serien die es gibt...

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  • Marc am 16.05.2017 10:53 Report Diesen Beitrag melden

    Einen Neue aufsetzen...

    Ganz einfach, das sind riesen Talente und schreiben erneut eine Erfolgsgeschichte. GOT ist übrigens meine absolute Lieblings Serie :-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bjorn Ironside am 17.05.2017 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Valhalla

    Vikings ist meine absolute Lieblingsserie. GoT muss ich noch schauen. Sonst viele Netflix-Serien, die ich gerne mag. House of Cards, Marco Polo, Stranger Things, etc.

  • Typhoeus am 16.05.2017 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nach dem 2 x schon lagweilig

    All Kultserien.

  • Jimmy McNulty am 16.05.2017 20:51 Report Diesen Beitrag melden

    Noch bessere als GoT

    Ich mag Serien sehr. Finde GoT schon gut, aber vergesst nicht Die Sopranos und die absolut beste Serie: The Wire (alle HBO)!

  • Nervensäge am 16.05.2017 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Serien waren bei mir

    Schon vor ca.13 Jahren die besseren Filme. Heute habe ich das Problem, dass ich eigentlich schon mal alles in irgendeiner Form gesehen habe und es schon fast vorhersehbar und Klischeehaft geworden ist. Filme sind zwar in einem Stück gesehen lang, aber dann auf eine Fortsetzung zu hoffen kann Jahre dauern. Mit einer Serie hat man einiges mehr auch wenn die spezial Effekte nicht immer so toll sind. Schade das sehr viele Serien zu schnell abgesetzt werden und grösster Käse X Staffeln beinhalten. Aber so tickt nun halt mal diese Welt.

  • Peter am 16.05.2017 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Westworld!!!

    Absolut empfehlenswert ist Westworld von JJ Abrams. Sehr vielversprechend!

    • NitroIce am 16.05.2017 15:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      Auch von HBO und basiert auf dem Film WestWorld und desen Nachfolger FutureWorld aus den 70iger mit Jul Brunner, wie könnte es anders sein, als0 Revoverheld. In den 80igern gab es schon mal eine Serie mit 5 teilen. Die neue Serie, mit Anthony Hopkins und Evan Rachel Wood hat 10 Folgen in der ersten Staffel.

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