Niemand wusste Bescheid

07. September 2017 14:23; Akt: 07.09.2017 19:01 Print

Verurteilter Betrüger schlemmt beim SRF

In «Mini Beiz, dini Beiz» nahm ein verurteilter Betrüger teil, während er seine Haftstrafe verbüsste – das SRF war ahnungslos. Pikant: In der «Rundschau» wurde er vorher schon entlarvt.

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Vergangene Woche strahlte das SRF fünf Folgen von «Mini Beiz, dini Beiz» aus dem Kanton Tessin aus. Mit dabei: Marketing-Berater Beat K. (61), der das La Compagnola in Vairano als sein Lieblingslokal vorstellte und laut Recherchen des «Blick» ein verurteilter Betrüger ist. Wegen Veruntreuung und mehrfacher Unterschriftenfälschung wurde er im Mai 2016 verurteilt, bekam 30 Monate Haft, davon zwölf unbedingt.

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Seit Februar verbüsse er die Strafe und dürfe diese in Halbgefangenschaft verbringen, kann also das Gefängnis tagsüber verlassen, um zu arbeiten, schreibt der «Blick». Den La-Campagnola-Wirten Stefano und Nicole Zoppè gegenüber erwähnte Beat K. dies mit keiner Silbe, wie sie 20 Minuten versichern. Und die Verantwortlichen der Beizentour-Sendung wussten davon offenbar ebenfalls nichts.

SRF hätte Bescheid wissen müssen – eigentlich

Laut SRF-Richtlinien ist die Show-Teilnahme einer Person, die sich in einem Strafverfahren befindet, nicht erlaubt. Wer bei einem Format wie «Mini Beiz, dini Beiz» mitmachen will, füllt beim Casting einen Fragebogen aus und wird danach einer Internet-Recherche unterzogen. Diese habe nichts Auffälliges ergeben, erklärte SRF gegenüber «Blick».

Besonders verwunderlich ist dies, weil das SRF-Reportagemagazin «Rundschau» in der Vergangenheit schon über Beat K. berichtet und ihn als Betrüger entlarvt hatte. Im Beitrag war zu sehen, wie er immer wieder seinen Wohnort in einen anderen Kanton verlegte, um seine zahlreichen Betreibungen zu vertuschen.


Folge zwei der Tessiner Woche von «Mini Beiz, dini Beiz» mit Beat K.s Lieblingslokal. (Quelle: SRF.ch)

(shy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • BernR am 07.09.2017 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Fail

    "das SRF war ahnungslos. Pikant: In der «Rundschau» wurde er vorher schon entlarvt." Sind ja dasselbe Unternehmen. Wie kann das nicht bemerkt werden? Und dafür bezahl ich meine Billag...

    einklappen einklappen
  • simoon am 07.09.2017 14:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und jetzt?

    passt doch, in diesen shows ist ja eh nur schein statt sein...

  • Evan C. am 07.09.2017 14:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Überraschung

    Service Public= Hauptsache der Bürger bezahlt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Susanna am 07.09.2017 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ....

    Egal was er gemacht hat,mit welcher Überheblichkeit wie er die verschiedenen Restaurants kritisiert hat fand ich total daneben.Ich habe selber zwei Mal in der Osteria Ticino gegessen und es war alles tiptop

  • Mario am 07.09.2017 20:16 Report Diesen Beitrag melden

    Übung macht den Meister

    Der Typ war sehr lustig, einer der Sorte "Prolet möchte auf Restaurant-Kritiker machen", es hat immer wieder solche dabei, denken der Zuschauer merkt es nicht (diese Woche auch wieder einer). Im Gefängnis isst der 3 Klassen tiefer, da hat er viel Zeit zu meckern, hat wohl täglich geübt :)

  • Beat Roth am 07.09.2017 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hr.

    Ich habe den Fernsehen zufällig eingeschaltet, dieser Tip war ja so etwas von unfreundlich, nicht nur seine Sprache sondern auch seine Beurteilung war unter der Gürtellinie.

  • Im Fall am 07.09.2017 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und jetzt?

    auch Betrüger haben Hunger, er sitzt seine Strafe ab, und nebenbei nimmt er Teil am normalen Leben. Ist doch ein guter Weg zur Besserung. Viele Betrüger sitzen Tagtäglich neben dir und mir im Restaurant im ÖV nur wurde ihnen noch nicht der Prozess gemacht.

  • E.H. am 07.09.2017 19:22 Report Diesen Beitrag melden

    Unseriöse Arbeit beim Fernsehen

    Unseriöse Arbeit und Abklärungen beim Fernsehen. Anscheinend wird dort sehr oberflächlich gearbeitet. Es fehlen kompetente Leute.