SRF-Show «Songmates»

25. Juli 2016 05:36; Akt: 25.07.2016 05:36 Print

Im Studio mit den üblichen Verdächtigen

von Neil Werndli - In der ersten Folge von «Songmates» mussten Peter Reber und Anna Rossinelli gemeinsam komponieren. Das SRF geht mit seiner neuen Musikshow auf Nummer sicher.

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Zwei Schweizer Musiker treffen sich und sollen innert 48 Stunden einen Song zu einem bestimmten Thema schreiben. So lautet das Konzept der neuen Sendung «Songmates», die gestern Abend auf SRF Premiere feierte.

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In der ersten Folge schicken die Sendeverantwortlichen die Basler Sängerin Anna Rossinelli und Liedermacher Peter Reber zusammen ins Studio.

Zwei Generationen treffen aufeinander

«Ich mag alte Sachen, die Bestand haben», sagt Rossinelli. Das passt sowohl zu ihrem zeitweiligen Co-Schreiber in der Sendung – Reber könnte mit seinen 67 Jahren durchaus der Vater der 29-Jährigen sein – als auch zum Brocki, in dem die beiden ihr Thema zugeteilt bekommen: «All I Need» steht auf einem leeren Notenblatt.

Während Reber schon munter drauflos klimpert, ist Rossinelli im ersten Moment überfordert: «Wenn jemand eine Melodie spielt und ich darüber singen muss, habe ich etwas Mühe – weil es ja nicht wirklich von mir kommt.» Vielleicht schafft sie es ja deshalb nicht, sich an das vorgegebene Thema zu halten: Mit «All I Need» hat der Song am Ende nämlich rein gar nichts mehr zu tun.

Im ersten Vorschlag von Reber erkennt Rossinelli gleich ein Plagiat. Dass das Original von Céline Dion stammt, kommt aber keinem der beiden Profimusiker in den Sinn, sondern dem Mitarbeiter des Brockenhauses, der zufällig im Hintergrund steht.

«So chli schwach»

Hier liefert «Songmates» einen interessanten Einblick in den kreativen Prozess der beiden: Rossinelli arbeitet vor allem mit der Stimme, während Reber am Keyboard einen eingängigen Refrain nach dem anderen aus dem Ärmel schüttelt. Vier Stunden lang mühen sich die beiden ab, dann gibts das erste High-Five für eine gelungene Idee.

Im Textentwurf stehen dann letztlich Zeilen wie: «I never thought it would be easy, if you could go and really leave me.» Sogar Moderator Adrian Stern findet einige Stellen «so chli schwach». Das Ergebnis ist eine belanglose Ballade mit austauschbarer Melodie und einem Text, der vor Klischees nur so trieft.

Ist das die Schweizer Musikszene?

Nichts gegen Peter Reber – der Mann hat viel geleistet, Grosses geschaffen und ist auf höchst charmante Weise dankbar. Und auch Rossinellis Musik hat ihren Reiz. Bloss: In den kommenden Folgen tauchen nach Rossinelli und Reber dann unter anderem noch Baschi, Sina, Luca Hänni und Bastian Baker auf. Die üblichen Verdächtigen halt.

Warum holt man nicht Lo & Leduc? Dabu Fantastic? Sophie Hunger? Bonaparte? Oder aufstrebende Indie-Acts wie Panda Lux, Dachs oder Faber? Die hätten immerhin noch Feuer und könnten dem SRF zu neuer Frische verhelfen, die solchen Formaten seit längerem fehlt.

Eine Goldgrube

Trotzdem hat «Songmates» für SRF sein Gutes: Die Sendung lässt sich auf verschiedenen Kanälen vermarkten. Jeder Song kann einzeln als Single veröffentlicht werden. Zum Abschluss der Sendung könnte ein Sampler mit allen Titeln und eine gemeinsame Tour der Musiker lancieren. Hey, man könnte Rossinelli und Reber sogar zusammen zum ESC schicken!


«Songmates» läuft heute um 23 Uhr auf SRF 1 und ist ab sofort auch im SRF-Videoportal beziehungsweise hier bei 20 Minuten verfügbar.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • gross mutter am 25.07.2016 07:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    seltsame sendezeit

    das läuft um 23h! ja wer soll das denn sehen/hören?

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  • Schämu am 25.07.2016 06:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haut nicht aus den Socken

    Habe eine zeitlang zugeschaut und dann abgestellt, dass sagt alles zur Sendung, Peter Reber hin oder her.

  • Johnny Clash am 25.07.2016 07:56 Report Diesen Beitrag melden

    Braucht es nicht wie Schweizer Talente!

    Wer schaut schon um diese Zeit am Sonntagabend SRF.Leute die am andern Tag arbeiten gehen,gehen ins Bett.Und alte Leute schauen sowieso keine solche Sendungen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Paradise am 25.07.2016 11:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bastian Baker = üblichen Verdächtiger

    Was soll das bedeuten, dass Bastian Baker so zu sagen unter den üblichen Verdächtigen gehört? Er hat sehr hart gekämpft für seine Musik und hat es ausserdem sehr weit gebracht. Schliesslich spielt er in verschiedenen Länder auf der Welt. Nicht viele Schweizer Musiker/innen können dies aufweisen. Ich persönlich finde es echt toll, dass er bei Songmates dabei ist. Da kann er seinen französischen Charme spielen lassen.

  • Oralapostel am 25.07.2016 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Musik

    Ist das eine Comedy-Sendung? Rossinelli: "Meine Eltern haben mehr so Platten gehört - weniger Schweizer Musik"! - Schweizer Musik gab's nur auf Kassettli oder was? Oder nur live?

  • Ilts am 25.07.2016 07:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratuliere

    Sehr sympathisch und die beiden haben einen super Song geschrieben. Gratuliere

  • Johnny Clash am 25.07.2016 07:56 Report Diesen Beitrag melden

    Braucht es nicht wie Schweizer Talente!

    Wer schaut schon um diese Zeit am Sonntagabend SRF.Leute die am andern Tag arbeiten gehen,gehen ins Bett.Und alte Leute schauen sowieso keine solche Sendungen.

  • Mani Knatter am 25.07.2016 07:55 Report Diesen Beitrag melden

    Geht doch nicht

    Eine Musiksendung ohne Stress, Baschi und die gepiercte Wallisserin? Unmöglich!

    • K M am 25.07.2016 08:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mani Knatter

      Sie haben die sehr dünne Baslerin vergessen.

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