«Müslüm TV»

28. Oktober 2016 18:20; Akt: 28.10.2016 18:20 Print

Wirklich lustig ist das nicht

von Yves Schott - Heute Abend geht «Müslüm TV» in eine zweite Runde. Dabei darf Müslüm auch SVP-Nationalrat Erich Hess mal wieder veralbern. Gute Comedy geht anders.

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Von allen drei neuen Comedy-Formaten (nebst «Headhunter» und «Deville») hat «Müslüm TV» am meisten Zuschauer erreicht. Keine Frage also, dass das SRF einen zweiten Durchgang mit der Berner Kunstfigur produziert hat. Startschuss im TV ist heute Freitagabend um 23.45 Uhr – online wird die erste Folge schon seit Donnerstag angeboten.

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Zunächst will Müslüm Mamadou überraschen, den sympathischen Guineer aus der ersten Staffel. Einige mögen sich erinnern: Der Afrikaner ist grosser Fan des Eishockey-Clubs SCL Tigers aus Langnau. Mit ihm fährt Müslüm daher ins Emmental. Allerdings auf Umwegen.

«Dreck am Stecken» und Örgelimusik

Bevor es ins Stadion geht, steht allerdings ein kurzer Besuch auf der Einwohnergemeinde von Trubschachen an, Mamadous erstem Schweizer Wohnort. Müslüm gibt der Frau am Empfang die Hand und fragt: «Macht man das so in Trubschachen?» Was möchte uns Müslüm damit sagen? Schaut her, die Emmentaler, das lustige Steinzeit-Völkchen?

Und weiter geht es mit ungeschickten Szenen. Er wolle zunächst abklären, so Müslüm weiter, ob Mamadou eventuell «Dreck am Stecken» habe. Bevor alle laut aufschreien: Natürlich ist das keine rassistische Anspielung. Aber es ist halt auch nicht lustig. Genauso wenig wie die Örgeli-Musik, die aus dem Off ertönt.

«Er gehen Doktor. Er viel essen.»

Dann endlich geht es zu den Tigers in die Ilfishalle. Mamadou hat die Augen verbunden; er soll durch Tasten der Aussenfassade erraten, wo er sich gerade befindet. «Es ist nicht Thorberg», sagt Müslüm. Nein, der böse Afrikaner muss also nicht ins Gefängnis. Und langsam fangen die Anspielungen an zu nerven.

Später schaut der Moderator hinter die Kulissen des Berner Tiefenau-Spitals. Klar konzentriert sich Müslüm auf die ausländische Belegschaft in der Küche. Zu hören bekommt der Zuschauer tolle Dialoge. Ein Beispiel? Mitarbeiter 1 zu Mitarbeiter 2: «Er gehen Doktor. Er viel essen. Das auch nicht gut.» Mitarbeiter 2: «Aber jetzt langsam Schweizer auch mehr scharf essen.» «Müslüm TV» ist nach rund 16 Minuten schon fast am Tiefpunkt angelangt.

Hess und seine «diktatorischen» Ansichten

Fast. Denn quasi als Zugabe tritt dann noch SVP-Nationalrat Erich Hess auf, Müslüms Lieblingsopfer, den er schon in seinem Song «Erich, warum bisch du nid ehrlich» auf die Schippe genommen hat. Der Berner Politiker macht den Fernseh-Spass mit, obwohl er wohl wissen dürfte, worauf er sich bei Müslüm einlässt. Der 37-Jährige mit türkischen Wurzeln versucht, Hess mit Sprüchen wie «Deine Ansichten sind ziemlich diktatorisch» aus der Reserve zu locken.

Doch der beste Dialog geht so: Erich Hess läuft aus dem Bundeshaus heraus. Müslüm: «Ist das immer noch eine Demokratie, obwohl du da bist?» Hess entgegnet: «Aber natürlich. Kein Vergleich zur Türkei. Hier ist die Meinungsfreiheit eben noch gewährleistet.» Immerhin: Hess sorgt mal freiwillig für einen echten Lacher.

«Müslüm TV» immer freitags um 23.45 Uhr bei SRF1 sowie online abrufbar.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mittermeier am 28.10.2016 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    Nervt vom ersten Augenblick

    Müslüm war von Beginn an Schrott. Keine Ahnung was hier lustig sein soll, die zwanghafte Klischeeveralberung ganz bestimmt nicht.

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  • Gandalf am 28.10.2016 18:25 Report Diesen Beitrag melden

    Langweilig ist und bleibts

    Müslüm war noch nie so richtig witzig und originell schon gar nicht. Nur weil er extra gebrochenes Deutsch spricht ist es noch lange nicht lustig. Ausserdem bringt er nichts Neues, kommt halt davon wenn man nur eine Rolle kann.

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  • Jimmy Neutral am 28.10.2016 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Witzig?

    Soll es witzig sein, immer die SVPler zu veralbern und "nur" die guten Seiten der Einwanderung zu zeigen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Pilot Purzel Panda am 30.10.2016 00:09 Report Diesen Beitrag melden

    Aus Mist wird halt eben kein Gold.

    Müslüm war noch nie witzig. Also wieso so verwundert, dass er auch im TV nicht witzig ist?

  • motzi am 29.10.2016 22:31 Report Diesen Beitrag melden

    ausländische polit comedy

    die schweiz kann eifach keine gute Comedy machen. stefan enzler ist der einzige bei dem ich lachen muss... müslüm ist quatsch. genauso wie's giaggobo-müller war. angestrengt möchtegern komik... was politische Comedy betrifft, da halte ich mich lieber ans deutsche oder US-TV. "die heute show" ist zu gut! kritisch, intelligent + lustig! da können wir uns echt ne scheibe davon abschneiden! aber o ne show ist halt nicht in 10min auf die beine gestellt. der Müslüm hat einfach nicht das talent dazu!

  • Hns Scholl am 29.10.2016 21:53 Report Diesen Beitrag melden

    Alternativen

    «Müslüm TV» ist weder lustig noch originell. Keine politische Tiefe und Relevanz. Es passt aber zum heutigen Unterhaltungsniveau à la Beavis and Butt-Head, Bachelor, Jackass, US-Wahlkampf & Co. Je einfacher gestrickt desto (angeblich) erfolgreicher. Zum Glück gibt es Alternativen.

  • Benno Staub am 29.10.2016 21:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erich Hess...

    Jeder zieht hier über Müslüm her.. ABER.. nimmt man dem Hess 3 Worte ist er politisch nicht mehr sprachfähig... Was hat der Typ im Parlament verloren? Hat der Typ keine Meinung zu anderen Themen? Wirtschaftspolitik? Energiepolitik? Familienpolitik? Der bringt im Parlament bestimmt viel... arme Schweiz!

  • Igel am 29.10.2016 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Träumereien

    Bin zufrieden das diese Sendung so spät kommt. Denn kurz vorher bin ich im Traumland. So verpasse ich nichts.