Kult-Serie

22. August 2017 05:46; Akt: 22.08.2017 11:32 Print

«Rick and Morty» sind die krasseren «Simpsons»

«Rick and Morty»? Genau, das ist die Serie, von der viele Netflixer schwärmen. Gerade eben ist in den USA die dritte Staffel angelaufen.

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Die Geschichten vom genialen (aber versoffenen) Wissenschaftler Rick und seinem Enkel Morty laufen seit 2013 auf dem US-Sender Adult Swim. Zusammen reisen die beiden durchs Weltall, durch Traumwelten und andere Dimensionen. Damit das klappt, hat Rick eine Kanone entwickelt, mit der er Portale in unendlich vielen Paralleluniversen eröffnen kann. Unschwer ist eine Parallele zu «Zurück in die Zukunft» zu erkennen: Aus Marty McFly (Michael J. Fox) wird Morty, aus Dr. Emmet Brown wird Rick. Sowieso ist« Rick and Morty» voller Anspielungen auf religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Geschehnisse. Einige weitere Fakten machen «Rick and Morty» zu einem Ausnahme-Cartoon ... Es gibt kein fixes Drehbuch. Die Synchronsprecher bekommen nur eine grobe Handlung vorgegeben und improvisieren den Rest ihrer Rolle. Gezeichnet wird erst, nachdem die Dialoge eingespielt sind. Justin Roiland ist nicht nur der Synchronsprecher für Rick und Morty (und noch ein paar weitere Charaktere), sondern auch Regisseur, Drehbuchautor, Zeichner und leitender Produzent der Serie. Ab und zu hat Justin Roiland diverse Kritzeleien von Charakteren aus Spass an die Zeichner geschickt und einige davon wurden tatsächlich für die Serie verwendet. So könnte zum Beispiel die Kultfigur Mr. Meeseeks entstanden sein. Bryan Cranston (bekannt aus Breaking Bad und Malcolm mittendrin) hat in der Anfangszeit der Produktion für die Rolle von Jerry (Mortys Vater) vorgesprochen. Er hat den Part aber nicht bekommen. Ricks Rülpser sind zu 100% echt und wurden nicht mit Soundeffekten nachbearbeitet. Justin Roiland muss dafür aber im Tonstudio viel Bier oder Wasser trinken. Bei den Reisen im Raumschiff gurten sich beim Sitzen immer alle an. Ausser Rick – er trägt nie einen Gurt. Rick und Morty waren schon mal zu Gast bei den Simpsons. Und zwar im legendären Couch-Opener in der letzten Episode der 26. Staffel. Um den betrunkenen Rick in der Eröffnungs-Episode der dritten Staffel besonders glaubhaft sprechen zu können, hat sich Justin Roiland im Tonstudio wirklich mit Tequila und Bier volllaufen lassen. Den Pilot von «Rick and Morty» schrieben Harmon und Roiland in nur sechs Stunden. Ricks Lieblingssatz «Wubba Lubba Dub Dub» war ein kompletter Unfall und stand so nie im Script, erklärt Roiland in einem Interview.

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Millionen von Fans, ein 100-Prozent-Rating auf Rotten Tomatoes und Tausende Youtube-Videos mit Hintergrund- und Nerdwissen können nicht falsch liegen. Die US-Zeichentrick-Serie «Rick and Morty» ist zurzeit der absolute Serien-Hit.

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Die schrägen Geschichten des versoffenen Wissenschaftlers Rick und seines Enkels Morty machen ihren Einfluss weit über den TV-Schirm hinaus geltend. In der aktuellen dritten Staffel erklärte Rick die abgesetzte McDonald's-McNugget-Szechuan-Sauce zu seinem Leibgericht. Daraufhin unterschrieben zehntausende Fans eine Petition, die Sauce wieder ins Sortiment aufzunehmen. Eine kleine Anmerkung am Rande: Deadmau5 ersteigerte auf Ebay eine der letzten Flaschen Szechuan-Sauce für unglaubliche 15'000 Dollar.

Seit Ende Juli läuft der abgedrehte Cartoon immer mittwochs um 21.50 Uhr auf dem deutschen Pay-TV-Sender TNT Comedy (in der Schweiz über Teleclub zu empfangen). Auf diesem Kanal können sich nun auch Schweizer davon überzeugen, woher der Hype um «Rick and Morty» kommt.

Ganz einfach erklärt, ist die Serie eine Mischung aus «The Simpsons», «Family Guy» und «South Park». Doch dieser Vergleich greift zu kurz. «Rick and Morty» ist klüger, frecher und radikaler als die drei Kult-Serien zusammen. Besonders der versteckte Tiefgang, der in jeder Episode aufblitzt, ist beeindruckend. Anspielungen auf Religion, Wissenschaft oder Kultur sind so dicht gesät, dass man sie gar nicht alle aufnehmen kann. (Zum Glück gibt es etliche Youtube-Videos, die jede «Rick and Morty»-Folge akribisch analysieren.

Trash trifft Anspruch

«Rick and Morty» ist nichts für Kinder, dafür ist die Serie, die auf den ersten Blick als Klamauk interpretiert werden könnte, viel zu intellektuell. Rick hadert mit der Sinnlosigkeit seiner Existenz und Morty macht sich immer wieder Gedanken zum Leben. «Keine Existenz hat einen Sinn, niemand gehört irgendwohin, wir werden alle sterben», sinniert er. Kaum hat er diese Worte gesprochen, driftet er wieder in flachere Gewässer ab und sagt: «Können wir jetzt bitte zusammen Fernsehen gucken?» Dieses Pendeln zwischen Sinn und Unsinn macht den Reiz der Serie aus.

Aber nicht nur der Inhalt von «Rick and Morty» ist beeindruckend. Auch in der Entstehung gehen die Produzenten Justin Roiland und Dan Harmon unorthodoxe Wege. In der Bildstrecke finden Sie zehn Fakten zu «Rick and Morty».

Da lacht das Nerd-Herz: 50 Anspielungen in «Rick and Morty».

So geht das: Justin Roiland lässt sich volllaufen, um Rick besonders glaubhaft sprechen zu können.

(lme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Raydor am 22.08.2017 06:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "Keine Existenz hat einen Sinn..."

    Morty sagt diesen Satz und nicht Summer.

  • Finn The Human am 22.08.2017 07:14 Report Diesen Beitrag melden

    Staffel 2

    Wie Rick traurig in seiner Garage sitzt und sich beinahe selbst mit dem Laser pulverisiert weil er solchen Liebeskummer hat - das war hart.

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  • pickle rick am 22.08.2017 07:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    3 staffel ist super

    kann die serie jedem entfehlen die 3te staffel hat ein paar abgefahrene konzepte wer kommt auf die idee sich in eine gurke zu verwandeln...und das mit tiefgang

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Brian am 23.08.2017 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Simpsons und Rick and Morty?

    Ich bin 22 und der Meinung für die Serie muss man einfach verblödet sein. Das einzige worüber ich lachen kann ist Family Guy.

    • Vega am 23.08.2017 11:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Brian

      Rick and Morty sind einfach der Hammer. Ich würde es mir zuerst einmal anschauen bevor man sich eine Meinung bildet.

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  • reto am 23.08.2017 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    simpsons 4 ever

    niemals... nichts geht über die simpsons. ich hab das mir angeschaut. von wegen tiefgang...

    • Dandilo am 23.08.2017 11:51 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht mehr

      Die Simpsons sind schon seit vielen vielen Staffeln nicht mehr, was sie einmal waren...

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  • Barns.w am 23.08.2017 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich will Blut sehen.

    Die Serie wurde extrem schnell bekannt. Das überascht mich eigentlich, da sie schon sehr morbide und brutal ist. Voll von schwarzem Humor, genau mein Ding.:)

  • melanie am 23.08.2017 01:43 Report Diesen Beitrag melden

    weitersagen

    die serie ist absolut zu empfehlen, kenne sie seit der ersten folge. herzliches lachen garantiert! :)

  • tata am 22.08.2017 22:05 Report Diesen Beitrag melden

    Zuhören und hingucken!

    Boah echt, den Satz sagt Morty! Außerdem ist das "come watch TV" kein Unsinn sondern unterstreicht die existentialistische Sicht (Sartre) von Morty. Er hat da schließlich den Platz eines toten Morty eingenommen in einer anderen Dimension und lebt da mit den "anderen" Eltern und einer "anderen" Summer, nachdem er glaubt "seine" Familie/ Menschheit in "seiner" Dimension aus Versehen getötet/zerstört zu haben. Und Rick ist ein nihilistischer Anarchist, durch und durch. Meine Güte!