«Absolute Mehrheit»

09. September 2012 09:47; Akt: 09.09.2012 14:15 Print

Stefan Raab steigt in die Politik ein

Die ProSieben-Allzweckwaffe will eine eigene Polit-Talkshow starten. Wer aus der Gesprächsrunde beim Publikum gut ankommt, soll mit Geld belohnt werden. Von der Konkurrenz erntet Raab Kritik.

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Nur eine von Stefan Raabs Erfolgsideen: Die Sendung «Schlag den Raab».

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ProSieben-Moderator Stefan Raab will am 11. November eine eigene politische Talkshow starten. Sie soll ungefähr einmal monatlich sonntagabends gesendet werden – also in direkter Konkurrenz zu Günther Jauch in der ARD. «Ich will die einzige relevante Talkshow im Privatfernsehen machen», sagte der 45-Jährige in einem am Sonntag veröffentlichten «Spiegel»-Interview. Man dürfe solche politischen Gesprächsrunden nicht den öffentlich-rechtlichen Sendern überlassen. «Sonst kann man auch den Hund den Wurstvorrat bewachen lassen», so Raab, der bisher im Unterhaltungsfach angesiedelt war.

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«Meinung muss sich lohnen»

Der Unterhaltungswert soll denn auch bei Raabs neuer Sendung nicht ganz ausbleiben: In der Talkshow sollen fünf Gäste - «zwei bis drei Berufspolitiker, ein Promi und ein Normalbürger» - nacheinander über vier gesellschaftlich relevante Themen diskutieren. Die Zuschauer bekommen per Hotline direkt die Möglichkeit, ihre Sympathien für die einzelnen Diskutanten zu bezeugen. Schafft einer von Raabs Gästen es am Ende, mehr als 50 Prozent der Zuschauerstimmen zu erringen, erhält er als Siegprämie 100 000 Euro, deshalb soll die Show auch «Absolute Mehrheit» heissen. «Meinung muss sich lohnen», so Raab.

ARD kritisiert Raab

Die ARD hält nicht viel vom Konzept des geplanten Polit-Talks auf ProSieben. «Das Konzept, Mehrheitsmeinungen mit Geldprämien zu belohnen, halten wir für abwegig», sagte ARD-Chefredakteur Thomas Baumann am Sonntag der dapd. «Es besteht die Gefahr, dass Diskutanten einer vermuteten Mehrheitsmeinung hinterherhecheln.» In der Talkshow von Günter Jauch zählten nur persönliche Standpunkte und die Kraft der vorgetragenen Argumente. Dazu bilde sich das Publikum seine Meinung. «Das ist unsere 'Währung'», so Baumann.

Eine weitere kuriose Idee

Erst kürzlich hatte Raab mit einer neuartigen Idee für Diskussionen gesorgt. Am 30. Oktober startet auf ProSieben seine Quizboxen-Show, bei der Kandidaten während eines Box-Kampfes Wissensfragen beantworten müssen. Dass er mit seinen kuriosen Geistesblitzen Erfolg hat, hat Raab oft genug bewiesen. Die «Wok WM» ist schon genauso fixer Teil des TV-Programms wie die Mammut-Show «Schlag den Raab».

(ap/dapd/sei/dapd)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Ich denke Raab ist ein super Entertainer und Moderator. Ich traue ihm durchaus zu, dass er auch für ernsthafte Materie etwas taugt und hier ein tolle Show auf die Beine stellt. Ob man die Sendung aber politisch ernst nehmen kann, wird sich noch zeigen. Ich bin etwas skeptisch ob der Tatsache, dass es sich hierbei um eine Art Mischung aus Gameshow und Politdiskussion handelt. Ich denke der sachliche Diskurs könnte darunter etwas leiden. Trotzdem finde ich es gut, dass sich ein Privatsender an die Sache heranwagt, wenn auch Günther Jauch ganz sicher eine harte Konkurrenz ist. – Politzirkus

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reto am 09.09.2012 16:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    Ich finde das eine coole Sache. Soll er doch die deutsche Politik ins lächerliche ziehen. Es tut denen sicher gut mal etwas Abwechslung zu kriegen. Aber trotzdem denke ich das Stefan Raab, die Politik ein wenig aufmischen wird * smile *

  • Frau Müller am 09.09.2012 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    das wird interessant...

    Ehrlich gesagt sind wir im deutschen Fernsehen inzwischen auf so einem tiefen Niveau angelangt, und das nicht nur im privaten (siehe Auslandsjournal-Thema im ZDF der letzten Tage), dass es nur noch besser werden kann. Und so komisch es klingen mag, ich sehe Stefan Raab als eine moralische Institution im deutschsprachigen Fernsehen...

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  • T.S. am 09.09.2012 17:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alle sollten eine Chance auf die Praemie haben!

    Auch die Politikern sollten die 100'000.- gewinnen koennen, aber nur um sie einem guten Zweck zu spenden!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Harry am 09.09.2012 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Satire

    Echt genial! Politiker zeigen öffentlich um was es ihnen eigentlich geht, nämlich um möglichst viel Kohle zu machen und ihre Pfründe zu sichern. Und das geht am besten, indem man keine Meinung mehr hat und seine Überzeugung vertritt, sondern dadurch, dass man möglichst als Populist durch die Gegend rennt und primitives Stammtischgerede nachplappert! Ich lach' mich Tod. Da hält man den Leuten den Spiegel vors Gesicht und die kapieren es noch nicht mal!!! Und nein, das bezieht sich nicht nur auf Deutschland.

  • E.Meyer Schweiz am 09.09.2012 19:14 Report Diesen Beitrag melden

    Raab/Politik

    Politik? Ein Rückschritt, Raab!

  • Fritz Gerber am 09.09.2012 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu einfach!

    Ist doch einfach die 100'000 .- zu erhalten; -Keine Steuern für untere Einkommensklassen -35 Stunden Woche -Reiche werden zusätzlich besteuert -Griechen, Spanier & Portugiesen aus der EU -Schweizer Steuer-CD's kaufen

  • T.S. am 09.09.2012 17:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alle sollten eine Chance auf die Praemie haben!

    Auch die Politikern sollten die 100'000.- gewinnen koennen, aber nur um sie einem guten Zweck zu spenden!

  • Nella Müller am 09.09.2012 16:56 Report Diesen Beitrag melden

    Geht's noch?

    Ja nicht anecken, die Meinung der Mehrheit vertreten, wenn nötig, gegen die eigene Überzeugung, dann gibt's Geld! Geht's noch?