SMAs 2016

12. Februar 2016 22:59; Akt: 13.02.2016 09:44 Print

Der Jüngste ganz oben – Stress geht leer aus

von Lucien Esseiva - Die Schweizer Musikszene feierte sich gestern Abend mit viel Glamour. Ein 19-Jähriger war die grosse Überraschung, die Ältesten die grössten Abräumer.

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Der 19-jährige Zürcher Nickless war die Überraschung der neunten Swiss Music Awards. Mit seinem ersten Hit «Waiting» gewann er gleich die Königskategorie Best Hit. Er dankte Mami, Papi und dem lieben Gott. DJ Antoine und Christa Rigozzi verkündeten die Gewinner in den Kategorien Best Female Solo Act und Best Male Solo Act. Stefanie Heinzmann gewann als beste Solokünstlerin nach sieben Jahren wieder einen Stein. Bastian Baker wurde als bester männlicher Künstler der Schweiz ausgezeichnet. Ein paar Tage zuvor gewann er bereits den Preis für den besten Künstler aus der Romandie. Abräumer des Abends waren Patent Ochsner. Der gerührte Sänger Büne Huber konnte die Preise für Best Group, Best Live Act und Best Album entgegennehmen. Dua Lipa brachte internationales Flair ins Hallenstadion und die Stühle zum Wackeln. Stress brachte seine Kumpels mit aber ging für einmal ohne Preis weiter zur Afterparty ins Kaufleuten. Er wird es verkraften: Der Lausanner hat schon neun Steine zu Hause rumstehen. Müslüm durfte live singen, einen Preis gabs für den Berner aber nicht. Das eingespielte Moderations-Duo Winiger/Torriani führte souverän durch den Abend. «Wir sind wie ein altes Ehepaar», verrieten sie 20 Minuten vor der Show. Seven sorgte für das Live-Highlight zum Schluss der Show. Sein Song «Cool Guy» riss das Publikum von den Stühlen. Sophie Hunger nahm von Musiker-Kollege Max Herre den Artist Award entgegen. DJ Robin Schulz stand an den Plattentellern. Club-Stimmung kam trotzdem nicht auf. Sido schwänzte den roten Teppich und bot eine wenig motivierte Show. An dieses Bild könnten wir uns gewöhnen: Best-Hit-Gewinner Nickless bei seinem Live-Auftritt an den SMA. Im März erscheint sein Debütalbum. Dodo ist der Best Breaking Act der SMAs 2016. Und Damian Lynn ist Best Talent 2016. Er sagte: «Ich habe noch höhere Ambitionen.»

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Ehrlichste Dankesrede

Büne Huber von Patent Ochsner nahm den ersten Preis des Abends für Best Group entgegen und bedankte sich so: «Ich weiss nicht, wie es sich mit solchen Preisen verhält. Aber wir haben es verdient!»

Bester Moderationswitz

«Ich bin der kürzeste Mikrofon-Ständer des Abends», stellte sich Saal-Moderator Andy Rohrer vor.

Überraschung eins

In der Königsklasse, dem Best Hit National, räumte der Newcomer Nickless mit seinem Track «Waiting» ab – und setzte sich somit gegen Dodos «Hippie-Bus» und Müslüms «La Bambele» durch. Der 19-jährige Zürcher nahm den Preis sehr bewegt entgegen. Was auffiel: Bei seiner Dankesrede hatte er einen Farb-Fleck auf der Backe – Lippenstift von einer Dame, die ihn vor dem Gang auf die Bühne herzte. Oder wars doch Müslüms Schminke?

Überraschung zwei

Stress hätte in der Kategorie Best Male Solo Act seinen zehnten Stein abholen können, er geht für einmal aber leer aus. Eine Premiere. Auch Müslüm hätte man den Sieg zugetraut. Aber eben: Der Jüngste hat es allen gezeigt, Nickless.

Überstrapaziert

Die Einspieler mit den Youtube-Musikern, die Songs der Nominierten interpretierten, war eine gute Idee. Etwas weniger davon und etwas kürzer wäre aber mehr gewesen.

Der Glamour-Faktor

Newcomerin Dua Lipa verzauberte mit ihrem Auftritt den Saal. Dafür waren nicht nur ihre wunderschönen Lippen und ihr cooles Tanzen verantwortlich. Duas Sound brachte die Stühle im Hallenstadion zum Wackeln.

Mutigster Auftritt

Sophie Hunger wagte sich an den David-Bowie-Hit «Heroes». Einzig mit elektrischer Gitarre und ihrer Stimme sorgte sie für Gänsehaut. Und alles live. Chapeau!

Lautester Kuss

Nach dem Sieg des Artist Awards, dem Preis von Musikern für Musiker, knutschte Sophie Hunger so laut in Melanie Winigers Mikrofon, dass fast die Lautsprecher von der Decke des Hallenstadion fielen.

Gähn

Die 1:1 abgekupfterte «Carpool Karaoke» vermochte keine Stimmung zu machen. Mehr Mut zur Eigenwilligkeit hätte man vom SRF erwarten dürfen.

Enttäuschung des Abends

Sido schwänzte den roten Teppich, als er dann auf die Bühne des Hallenstadions stieg, richtete er kein einziges Wort an seine Fans, rappte nur seinen Song «Astronaut» runter. Enttäuschend. Viele Fans sind gerade auch wegen ihm ins Hallenstadion gekommen.

Abräumer des Abends

Patent Ochsner gewannen drei Steine. Best Live Act, Best Group und Best Album. Büne Hubers pragmatischer Kommentar: «Fuck!»

Der Patzer

DJ Antoine wollte mit Christa Rigozzi den Preis für den Best Female Solo Act verkünden. Doch er war schlicht zu gross fürs Rednerpult und musste sich verbiegen, wie ein Nussgipfel. Dann spielte die Regie auch noch zu früh die Musik ein. Antoine rettete den kleinen Patzer symphatisch und souverän.

Alle Gewinner der Swiss Music Awards 2016

Best Female Solo Act: Stefanie Heinzmann

Best Male Solo Act: Bastian Baker

Best Group: Patent Ochsner

Best Breaking Act: Dodo

Best Talent: Damian Lynn

Best Act Romandie: Bastian Baker

Best Live Act: Patent Ochsner

Best Album: Patent Ochsner

Artist Award: Sophie Hunger


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nur kein Stress am 13.02.2016 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    D.B.

    Zum Glück hat Stress nichts gewonnen. Der wird immer unsympathischer mit seinem Polit-Getue...

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  • Appenzeller am 13.02.2016 08:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stress

    Ohne Stress,keinen Stress, adieu alter Junge

  • Markus THE BOSS am 13.02.2016 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nützte nichts

    Der Abstimmungskampf wegen der DSI hat Stress nichts genützt....;-) Gratulation allen anderen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dean Zelin am 13.02.2016 23:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beschönigt

    Naja, ich war live dabei und habe die Show vom Parkett aus gesehen. Dieser Artikel ist grösstenteils eine sehr gut gemeinte Beschönigung des Abends. Die ganze Organisation war recht schwach, vieles ist nicht planmässig gelaufen, das Moderationsduo war lahm und unbeholfen, die Stimmung im Saal sehr gedämpft (danke an Seven, er konnte es etwas rausreissen zum Schluss), die Präsentatoren waren teils untragbar (z.B. dieser unbekannte österreicher Sänger), der Soundtyp hatte keine Ahnung (ständiges Auf und Ab der Musiklautstärke) und und und... Für so eine grosse Industrie wo so viel Geld fliesst war das eindeutig zu schwach, sorry.

  • Bartli am 13.02.2016 21:19 Report Diesen Beitrag melden

    Roter Teppich für Parallelgesellschaft

    Der Zirkus westlich vom Atlantik hat nun auch in Europa Fuss gefasst.

  • Dattelpalme am 13.02.2016 19:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kenn ich nicht !!!

    Wer ist Stress??

  • Elina am 13.02.2016 18:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation an Patent Ochsner..

    ..wer aber einfach gefehlt hat ist Baschi.

  • schweizer am 13.02.2016 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine musik

    diese preise sind einfach ein witz heinzmann? ernsthaft? das zeigt wieder einmal das die schweiz keine echten musiker haben bezüglich eurer stress (dsi) debatte hier das zeigt einfach das es mit der schweiz bachab geht wen solches rechtes gedankengut hier fuss fassen kann