«Wer wird Millionär?»

23. August 2017 05:50; Akt: 23.08.2017 05:50 Print

68-Jähriger wird nach 3899 Versuchen Kandidat

Fast 20 Jahre lang musste er warten – am Montagabend hat es endlich geklappt: Heinrich Röhrl durfte bei Günther Jauch auf den Stuhl. Mit Erfolg.

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Heinrich Röhrl musste sich erst 3899-mal bewerben (pro Bewerbung bezahlte er einen Euro), bevor er bei Günther Jauch auf dem Stuhl Platz nehmen durfte. Der Rentner aus Oberbayern, der den Moderator mit seinen Bemerkungen und Ausführungen teilweise sichtlich zur Weissglut brachte, erspielte sich 125'000 Euro. Von der Summe will sich der 68-Jährige ein Mountainbike kaufen, seine Frau wünscht sich ein E-Bike. Theoretisch hätte Röhrl im Zocker-Special 2 Millionen Euro gewinnen können. Darauf nahm der Plapper-Kandidat erst mal einen grossen Schluck aus einer Mass ... die aber natürlich mit Wasser gefüllt war. «Pfui Teufel», lautete sein Kommentar zum Inhalt. Das war übrigens die 250'000-Euro-Frage. Hätten Sie die Antwort gewusst? Es war tatsächlich die Wetterkarte. Bundesliga, Lottozahlen und das Sändmännchen kamen erst später auf den Bildschirm. Hier noch einige Fakten aus fast 20 Jahren «Wer wird Millionär?»: Bis jetzt wurden rund 29'000 Fragen gestellt, davon 74-mal die Millionenfrage. Es gab insgesamt elf Millionäre, rund 2350 Kandidaten spielten um den Hauptgewinn. Die höchste Einschaltquote erzielte die Sendung am 28. Mai 2001: 14,2 Millionen waren beim Prominenten-Special dabei, als etwa Thomas Gottschalk und Heidi Klum um viel Geld zockten. Bis jetzt gingen 1164 Folgen über den Sender, 89 Millionen Euro wurden erspielt. Und 22 Kandidaten gingen mit 0 Euro nach Hause. Günther Jauch präsentiert die Show bereits seit 1999. Er ist damit der dienstälteste Moderator des Landes. In den vergangenen 17 Jahren begegnete er dabei allerlei schrägen, lustigen, vor allem aber auch intelligenten Menschen. So spielte sich François Pütz 2008 souverän bis zur 125'000-Euro-Frage durch. Bei 500'000 Euro tippte er aber auf die falsche Antwort und fiel auf 500 Euro zurück. Obwohl Pütz noch jemanden aus dem Publikum hätte fragen können. Tobias Baaken nutzte seinen Auftritt bei Jauch als Dating-Plattform. Er suche noch eine Freundin, sagte er 2014 in der Sendung. Daraufhin erhielt er diverse Kontaktanfragen, mittlerweile ist er seit zwei Jahren mit Studentin Olga zusammen Christoph Paninka ging 2008 ähnlich vor: Er klebte sich aber sogar eine E-Mail-Adresse auf sein T-Shirt, unter der die Frauenwelt ihn kontaktieren konnte. Übrigens: Der Lehrer gewann immerhin 125'000 Euro. Was aus seinen Liebesbemühungen geworden ist, ist nicht bekannt. Mit 86 war Karlheinz Reher bisher der älteste «Wer wird Millionär?»-Kandidat. Er begeisterte 2014 die Zuschauer mit seinen flotten Sprüchen und sahnte am Schluss ebenfalls 125'000 Euro ab. Er ist wohl der coolste Millionen-Gewinner aller Zeiten: Ralf Schnoor aus Hannover hatte 2010 bei der letzten Frage noch seinen Telefonjoker. Obwohl er die Antwort wusste, rief er seinen Joker an, um sich mit ihm noch ein wenig zu unterhalten. Bastian Bielendorfer rief 2008 bei der 5000-Euro-Frage seinen Vater an. Der Lehrer war entsetzt, dass ihn sein Sohn bereits bei einem so niederigen Betrag kontaktierte. Er verriet dem Filius zwar die richtige Antwort, legte danach aber gleich wieder auf. Bielendorfer schrieb daraufhin das Buch mit dem Titel «Lehrerkind - Lebenslänglich Pausenhof», das 2012 zum meistverkauften Sachtaschenbuch wurde. Peinlich war der Auftritt von Tanja Fuss 2015: Die Modedesign-Studentin scheiterte bereits an der ersten Frage. Obwohl Günther Jauch zu helfen versuchte, war das Spiel nach 45 Sekunden vorbei. Jauch selbst hat sich kürzlich in einem «Bild»-Interview über seine Kandidaten geäussert. Zu jenen, die ihn verärgern, gehören «die, die glauben, dass mit Erreichen des Stuhls die Arbeit getan ist, und die erwarten, dass ich sie jetzt automatisch mit einem Vermögen zu überschütten habe».

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Am Schluss konnte sich Heinrich Röhrl über 125'000 Euro freuen. Das Durchhaltevermögen des 68-jährigen Rentners aus Oberbayern zahlte sich am Montagabend also endlich aus. Ein stolzer Betrag für den Mann, der sich im Oktober 1999 – kurz nach der Premiere von «Wer wird Millionär?» – zum ersten Mal für die Sendung angemeldet hatte.

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Insgesamt 3899-mal bewarb sich Röhrl – fast 20 Jahre lang ohne Erfolg. «Per Telefon, dann mit Briefen und lange Zeit online. Ich wollte auch schon mal trommeln, aber das hätten Sie nicht verstanden», sagte er mit ironischem Unterton zu Gastgeber Günther Jauch (61), bei dem er mit seinem Geplapper teilweise heftiges Stirnrunzeln hervorrief.

«So ein Klugscheisser»

Viele der ihm gestellten Fragen konnte Röhrl ohne mit der Wimper zu zucken beantworten. So wusste der Pensionär etwa auf Anhieb, dass Vajiralongkorn der Name des Königs von Thailand ist. «So einen Klugscheisser hatten wir schon lange nicht mehr da», kommentierte Jauch.

Erst bei der 250'000-Euro-Frage war Schluss: Röhrl wusste die Antwort nicht – und hatte zudem alle Joker verbraucht. Die Frage lautete: «Was gab es im November 1951 hierzulande erstmals auf dem Fernsehbildschirm zu sehen? A) Die Ziehung der Lottozahlen B) Eine Wetterkarte C) Ein Fussball-Bundesligaspiel D) Das Sändmännchen.» Im Zocker-Special wären theoretisch bis zu zwei Millionen Euro zu holen gewesen.

Hätten Sies gewusst? Die Antwort sowie die lustigsten Szenen aus knapp 20 Jahren «Wer wird Millionär?» finden Sie in unserer Bildstrecke.


(ysc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Snuff89 am 23.08.2017 07:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    freut mich

    cool das freut mich für ihn. er wollte es unbedingt und hat nicht aufgegeben

  • Sandra am 23.08.2017 07:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    supi

    Er hat an sich selbst geglaubt und nicht aufgegeben! schön

  • marko 32 am 23.08.2017 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glückwunsch

    Glückwunsch

Die neusten Leser-Kommentare

  • Leo65 am 23.08.2017 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ein glcklicher mehr.....

    wann gewinne ich mit 7. richtigen im Lotto habe schon mehr als 4000x versucht....hihihi

  • Seher am 23.08.2017 17:29 Report Diesen Beitrag melden

    Quatsch

    Was soll den die Bildunterschrift "...der den Moderator mit seinen Bemerkungen und Ausführungen teilweise sichtlich zur Weissglut brachte...". Ich hab's gesehen und Jauch war nie sichtlich "zur Weissglut gebracht". Im Gegenteil. Es hat den Anschein gemacht, dass es auch dem Moderator igendwie Spass gemacht hat.

  • Herr Max Bünzlig am 23.08.2017 16:56 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    das sich Herr Heinrich Röhrl 3899 mal bewirbt, zeugt von Biss, Hut ab.

  • paramedicus am 23.08.2017 13:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Juhuuu

    3899 mal Anmeldegebühr :-) Glückwunsch! Hoffen wir mal die Anmeldegebühr war nich höher wie 30

  • Francesco S. am 23.08.2017 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Mag Ihm's ja gönnen,

    aber der Typ hat mit seinem Bayuwarischen Gelaber mächtig genervt. Auch Jauch musste sich heftig zusammenreissen.