Pressekonferenz

13. Dezember 2010 11:31; Akt: 13.12.2010 14:33 Print

«Samuel wird nie mehr normal laufen»

«Wetten, dass ..?»-Kandidat Samuel Koch liegt in Nottwil auf der Intensivstation. Er hat einen langen Weg vor sich - zurück in ein anderes Leben.

Dr. med Michael Baumberger, Chefarzt der Klinik, im Interview: Samuel Koch ist noch nicht ausser Lebensgefahr.
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Samuel Koch wurde am Samstag nach Nottwil ins Paraplegiker-Zentrum verlegt. Er sei «müde von der Reise», sagte Chefarzt Beat Villiger heute. Die schwerste Reise steht ihm aber noch bevor.

«Samuel wird nie mehr normal laufen.» So lautet die niederschmetternde Diagnose von Michael Baumberger, Chefarzt Klinik. Zu stark wurde der Halswirbelbereich bei seinem tragischen Unfall in der Sendung «Wetten, dass ..?» verletzt. Gemäss Klnik-CEO Beat Villiger hat der Wettkandidat beim Aufprall zwei Schläge auf die Halswirbelsäule erlitten. Die Folge: «Samuel hat eine Tetraplegie.» Das ist eine Form der Querschnittlähmung, bei der sowohl Beine als auch Arme betroffen sind.

«Er kann alle Fragen beantworten»

In einer Notoperation musste bei Samuel Koch ein zweiter Eingriff durchgeführt werden, weil das Rückenmark angeschwollen war. Zurzeit liegt er auf der Intensivstation und wird «intensiv überwacht». Laut Villiger ist sein Zustand «stabil, aber Komplikationen sind immer noch möglich». Der Patient könne «spontan atmen» und habe einen Luftröhrenschnitt, wie in solchen Fällen üblich. «Er kann alle Fragen beantworten und ist bei Bewusstsein.»

Die Frührehabilitation wurde bei Samuel Koch bereits eingeleitet. Es ist der erste Schritt zurück in ein Leben, in dem er erst alles wieder lernen muss, wie die Ärzte klarstellten. Eine Prognose über den Heilungsverlauf wollten sie allerdings nicht abgeben. Dafür sei es schlicht zu früh. Auf seiner Reise erhält er auch psychologische Unterstützung. Ebenso seine Familie, die sich ausdrücklich für Nottwil entschieden habe. «Wir sind stolz, dass wir einen solchen Patienten bei uns haben dürfen», sagte Villiger.

Keine Bilder des Patienten

Bilder von Samuel Koch sollen derzeit nicht veröffentlicht werden. Dies habe er gemeinsam mit seiner Familie so entschieden - trotz des ungewöhnlichen Medienrummels, der ausgebrochen sei. Mindestens 30 TV- und Radio-Stationen sowie Presseleute nahmen an der Medienkonferenz teil. Die Anteilnahme am Schicksal des Patienten ist gerade auch in Deutschland riesig. Das Paraplegiker-Zentrum Nottwil hat für die nächste Zeit ein tägliches Bulletin mit dem Heilungsverlauf in Aussicht gestellt.

(feb/meg)