«Da oben im Hirni: Stroh!»

15. Januar 2018 05:45; Akt: 15.01.2018 05:45 Print

Thuner Technoclub bringt Bumann an seine Grenzen

Der Thuner Club Legacy will auch ein Restaurant sein – doch das ist nicht so einfach. Da kann nur einer helfen: Bumann, der Restauranttester.

Daniel Bumann lässt kein gutes Haar am Service im Legacy. (Video: 3+)
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Der Sternekoch Daniel Bumann (59) wird zu Hilfe gerufen, wenn in einem Gastrobetrieb der Geschäftswurm drin ist. Den coolen Walliser bringt kaum etwas aus der Fassung, aber einen solch speziellen Auftrag, wie er in der neusten Folge heute Abend anpacken muss, hatte Daniel Bumann in seiner Karriere als Restauranttester für 3+ noch selten.

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Das Sorgenkind ist nämlich kein eigentliches Restaurant, sondern ein Club, der auch ein Restaurant sein möchte. Bumanns erste Reaktion: «Hier würde ich nie und nimmer essen!» Den ersten Schock kann nur ein Blick auf die Speisekarte im Legacy (Cheeseburger, Fritten und Chicken Wings) lindern. Und die Qualität der Gerichte scheint zu stimmen. «Die Küche ist wirklich sehr gut», lobt Bumann.

«Leute denken, man kann auf die Schnelle ein Restaurant aufmachen»

So gut das Essen, so ausbaubar ist der Rest des Lokals. Die zusammengewürfelten Möbel, die unfertige Dekoration und die vertrockneten Pflanzen wirken wenig einladend. Auch Monate nach seinem Besuch in Thun kommen beim Restauranttester keine guten Gefühle auf, wenn er an das Thuner Club-Restaurant-Hybrid-Produkt denkt.

Der Job im Legacy sei eine harte Aufgabe gewesen. «Wir haben unser Möglichstes probiert. Aber die Voraussetzungen waren äusserst schwierig», erinnert sich Daniel Bumann im Gespräch mit 20 Minuten. In der Folge muss er denn auch immer wieder Klartext reden, etwa wenn eine Kellnerin den Hauptgang schon serviert, bevor die Vorspeise fertig gegessen ist. Sein Kommentar: «Da oben im Hirni: Stroh!»

Erfolgsrezept? «Wir zeigen die ungeschönte Realität»

Was sind die grössten Knackpunkte, wenn eine Beiz nicht läuft? «Leute denken, man könne auf die Schnelle ein Restaurant aufmachen», analysiert Bumann. Sein Credo: «Eine Grundausbildung ist unabdingbar, ausserdem kommen Verständnis für das Metier und Leidenschaft und Fleiss dazu.»

Für Daniel Bumann läuft es. Er ist mit seiner Sendung «Bumann der Restauranttstester» bereits in der neunten Staffel – kaum andere Sendung von 3+ gibt es schon so lange. Einzig «Bauer, ledig sucht ...» kann auf eine längere Geschichte zurückblicken. Wie erklärt sich der Gastro-Profi den Erfolg? «Es gibt momentan wohl keine ehrlichere TV-Sendung», sagt der Sternekoch zu 20 Minuten, und fügt an: «Wir erzählen Geschichten, die das Leben schreibt, ungeschönt, wir haben kein Drehbuch. Was wir zeigen, ist die Realität in der Gastronomie.»

3+ will mehr von Bumann

Aufgrund des Erfolgs seiner Sendung will 3+ die Zusammenarbeit mit Daniel Bumann intensivieren. «Der Sender signalisierte, dass sie gerne mehr TV mit uns machen möchten. Darum ist meine Sendung für mich gerade erste Priorität», sagt Bumann.

Zeit für mehr TV hat der Walliser: Nach 27 Jahren Selbständigkeit haben er uns eine Frau Ingrid ihr gemeinsames Gourmet-Restaurant Chesa Pirani in La Punt GR aufgegeben. Langweilig wird es dem Starkoch nicht. «Es sind ganz danach aus, als würde ich auch dieses Jahr wieder als Restauranttester kreuz und quer durch die Schweiz reisen», verrät Daniel Bumann.

Hilferufe von Gastronomen mit Sorgen werden ab sofort auf der Seite von 3+ entgegengenommen – Daniel Bumanns Ehefrau Ingrid kümmert sich persönlich um das Casting.

Bumanns Einsatz im Legacy sehen Sie am Montag um 20.15 Uhr auf 3+.

Nicht nur die Küche, auch Pflanzen liegen Bumann am Herzen.

Der Aussenbereich vom Legacy könnte etwas Dekoration vertragen, findet Daniel Bumann.

Bumanns Ideen kommen an.


(lme)