Sophia Amoruso

21. April 2017 05:45; Akt: 21.04.2017 05:45 Print

Das schrille Aschenputtel des Silicon Valley

von C. Steiner - Sophia Amoruso ernährte sich aus der Mülltonne. Dann stieg sie mit ihrem Online-Handel zur Millionärin auf. Netflix widmet der Selfmade-Woman nun eine Serie.

Der Trailer zur neuen Netflix-Serie über Sophia Amoruso. (Video: Youtube/Netflix US & Canada)
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Sie ist erst 33 Jahre alt. Doch Sophia Amoruso hat gefühlt bereits drei Leben hinter sich. Anfang 20 schmeisst sie die Uni, schlägt sich in San Francisco mit Gelegenheitsjobs durch, stiehlt auch mal und isst, was andere in den Abfall werfen. Die schrille Sophia ist eine Lebenskünstlerin. Geld hat sie keins.

Mit einem gewöhnlichen Ebay-Konto kommt dann die Wende. Wir schreiben das Jahr 2006. Unter dem Shop-Namen «Nasty Gal Vintage» beginnt sie, gebrauchte Mode zu verticken. Ihr Trick: Sie inszeniert die Kleider, gibt sich Mühe beim Styling und macht tolle Fotos. Quasi ein kommerzieller Instagram-Account, bevor es Instagram überhaupt gab.

#girlbossmoment

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Innerhalb weniger Jahre schafft sie es so zur Unternehmerin, gründet ihr eigenes Label Nasty Gal, unter dem sie Mode anbietet, die zwar neu, aber am Vintage-Look orientiert ist. 2012 setzte die Firma bereits über 100 Millionen Dollar um, 2015 schätzte das Wirtschaftsmagazin Forbes die Einnahmen sogar auf 300 Millionen Dollar. Sehr schnell wird sie sehr reich. Medien küren sie sogar zu einer der reichsten Selfmade-Frauen der Welt. Auf Instagram zeigt sie gern, was sie hat, inszeniert sich mit Champagner und teuren Autos.

Happy Independence Day, from the most codependent independent woman around.

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Doch so schnell die Amerikanerin es in den Olymp schafft, so schnell stürzt sie wieder ab. 2015 musste sie ihren Chefsessel bei Nasty Gal räumen. Angeblich wegen unfairer Kündigungen von Mitarbeitern und anderer Management-Fehler. Mittlerweile ist die Firma pleite, was Amorusos Vermögen drastisch reduzierte. Auch ihre Ehe ging kürzlich in die Brüche.

Eine Geschichte, wie sie sich kein Drehbuchautor ausdenken könnte. Genau deshalb machte der Streaming-Dienst Netflix nun eine Serie daraus. Sie basiert auf Amorusos Memoiren «#Girlboss», die 2014 erschienen, noch vor dem grossen Knall. Diesen erwähnt die Serie nicht, beschränkt sich auf den Aufstieg der «Cinderella des Tech», wie sie die «New York Times» einst nannte. Staffel zwei ist angeblich aber bereits in Planung. Und damit genug Zeit, Sophias schrilles Leben noch genauer unter die Lupe zu nehmen.

Boss life.

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Alle Folgen der Serie «Girlboss», die lose auf Amorusos Lebensgeschichte basieren, sind jetzt auf Netflix zu sehen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sofie am 21.04.2017 06:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reichtum

    tolle Sache,,schade nur das manche Menschen mit Viel Geld und Anerkennung nicht umgehen könne...evtl. ist ja an dem Spruch " Geld verdierbt denn Charakter" doch was dran.

  • Stefan Müller am 21.04.2017 06:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wunderschön..

    Das gab's auch noch nie, dass das Original besser aussieht als die Schauspielerin welche sie portraitiert..

  • bake jake am 21.04.2017 06:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld

    Absoluten Respekt für ihre Arbeit. Doch wie man nun sieht verändert Geld jeden, egal wo man herkommt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Xela Fled am 21.04.2017 08:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie gehtn dass?

    Wie kann man so ein grosses Vermögen, innerhalb so kurzer Zeit vernichten? vor allem, wenn man es doch selbst erwirtschaftet hat! unbegreiflich schade sowas

  • BoomXfactor am 21.04.2017 07:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld weder essen noch...

    Das Land der unbegrenzten Eitelkeiten... Und ja, Geld kann man weder essen, noch mit in die ewigen Jagdgründe nehmen!

  • Typhoeus am 21.04.2017 06:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten,

    allerdings auch der grössten Oberflächlichkeiten und sozialen Unsicherheiten und geringster Nachhaltigkeit.

  • Michele am 21.04.2017 06:48 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Bschiss

    Die Geschichte vom Tellerwäscher, der zum Millionär wird, ist lediglich ein Traum, der "American Dream", unerreichbar für die meisten ausser einer kleinen Elite, die das Investitionskapital bereits in die Wiege gelegt bekommen hat.

    • King am 21.04.2017 09:35 Report Diesen Beitrag melden

      Chabis

      Nur weil Sie es nicht geschafft haben, heisst das nicht, dass es unmöglich ist. Ich könnte Ihnen etliche Bsp. aufzählen.

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  • bake jake am 21.04.2017 06:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld

    Absoluten Respekt für ihre Arbeit. Doch wie man nun sieht verändert Geld jeden, egal wo man herkommt.

    • RG am 21.04.2017 07:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @bake jake

      Nicht jeden. z.B. Zuckerberg lebt in einem bescheidenen Haus, fährt Golf GTI und trägt ein (immer das gleiche ;)) graues T-Shirt mit Jeans. Wenn man gescheit ist, braucht man nicht viel.

    • Farang am 21.04.2017 07:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @RG

      Eine eigene Insel für 66 Millionen, eine Plantage für 55 Millionen, 1 Haus für 7 Millionen plus alle umliegenden Häuser damit er Privatsphäre hat, ist echt bescheiden

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