Luzerner «Tatort»

17. September 2017 11:35; Akt: 17.09.2017 12:03 Print

Heute Abend gibt es mehr Liebe als Mord

«Zwei Leben» heisst der neue Tatort aus Luzern. Doch eigentlich könnte er genauso gut «Zwei Lieben» heissen, denn gleich beide Kommissare haben ihr Herz verschenkt.

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Heute Sonntagabend finden wir im «Tatort» Liebe, wo man hinsieht. In der Eröffnungsszene sehen wir Kommissar Flückiger (Stefan Gubser) beim romantischen Fisch-Grillieren am Vierwaldstättersee. Doch natürlich wird das Tête-à-Tête jäh unterbrochen: Flückiger muss zu einer Leiche ausrücken. Machen wir einen kleinen Sprung und werfen einen Blick auf die Szene, in der eine (bislang) fremde Frau das Luzerner Kommissariat betritt. Es ist Liz Ritschards Freundin oder Affäre – wir wissen es nicht. Doch die beiden wirken sehr vertraut. Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis es ... ... zum Kuss kommt. Zu einem innigen Kuss. Delia Mayer, die Kommissarin Ritschard verkörpert, relativiert im Gespräch mit 20 Minuten: «Liz lebt nicht in einer festen Beziehung. Das würde ich ihr echt gönnen. Dann könnte sie mal nachts etwas weniger im Kommissariat sitzen.» Doch auch zwischen Liz Ritschard und der Gerichtsmedizinerin Corinna Haas scheint es zu knistern. Bislang klappert es aber erst in der Asia-Box. Derweil wird Flückigers Beziehung immer inniger. So innig, dass er seine Freundin sogar mit auf die Wache bringt. Auch dort scheint die Dame gut anzukommen. Es wird herzlich gelacht. Doch kommen wir zum Wesentlichen, zum dem, was einen «Tatort» ausmacht – zum Mord. Ein vorerst unbekannter Mann springt von einer Brücke direkt in einen Reisecar. Hat er Suizid begangen? Oder war es Mord? Flückiger und Ritschard gehen der Sache auf den Grund. Zufällig kennt Kommissar Flückiger den Car-Fahrer, die beiden dienten zusammen im Militär. Aufopfernd kümmert er sich um den traumatisierten Mann. Es stellt sich heraus, dass der Fahrer früher Lokführer war und schon mehre Male mit Selbstmördern zu tun hatte, die ihm vor den Zug sprangen. Dementsprechend schwer ist er vom erneuten Unfall mitgenommen. Doch wer ist nun der Mörder des Brückenspringers? Im Verdacht stehen die Bauunternehmer Anita und Marco Conti (Saskia Vester und Roland Bonjour). Wissen sie mehr, als sie zugeben wollen? Auf SRF 1 gibts heute um 20.05 Uhr Antworten.

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Ein halbes Jahr mussten die Fans vom Schweizer «Tatort» mit den Kommissaren Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) auf den neusten Fall aus Luzern warten. Heute Sonntagabend wird um 20.05 Uhr auf SRF 1 endlich wieder ermittelt. «Zwei Leben» erzählt die Geschichte eines vermeintlichen Selbstmords; der Sturz stellt sich aber bald als Tötungsdelikt heraus. Des Weiteren wird das Trauma eines ehemaligen Lokführers behandelt, dem wiederholt Menschen vor den Zug sprangen – und im aktuellen Fall vor den Reisecar.

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«Zwei Leben» könnte aber genauso gut den Titel «Zwei Lieben» tragen, denn genauso wichtig wie der Mordfall scheinen die Beziehung zwischen Reto Flückiger und seiner Freundin und die aufflammende Liebe von Liz Ritschard zu einer Frau zu sein.

«Aufgeräumte Helden sind doch langweilig»

Fast könnte man meinen, dass der «Tatort» immer mehr zur Liebes-Schmonzette verkommt. Das sieht Delia Mayer alias Kommissarin Liz Ritschard anders. «Bei den Schweizer ‹Tatort›-Folgen stehen immer die Fälle im Vordergrund», sagt sie im Interview mit 20 Minuten. Trotzdem findet sie es gut, wenn das Privatleben der Kommissare thematisiert wird.

Unter einer Bedingung: «Wenn es den Charakteren Glaubwürdigkeit und Dreidimensionalität verleiht, sie vielschichtiger macht, Widerstände thematisiert. Aufgeräumte Helden sind doch langweilig. Also gern rein damit, wenn es eine Bereicherung ist.»

Der Schweizer wird immer zugänglicher

Eine Szene in «Zwei Leben» lässt aufhorchen. Als Liz Ritschard, wieder einmal mit Arbeit überhäuft, spätabends auf der Wache sitzt, wird sie von ihrer Freundin besucht (und geküsst). Doch Delia Mayer relativiert: «Liz lebt nicht in einer festen Beziehung. Das würde ich ihr echt gönnen. Dann könnte sie mal nachts etwas weniger im Kommissariat sitzen.»

«Zwei Leben» ist ein dicht erzählter Tatort, der mit vielen unterschiedlichen (und spannenden) Handlungssträngen unterhält. Schön auch: Die Liebesgeschichte des Kommissaren-Duos Flückiger/Ritschard macht den Schweizer Tatort endlich zugänglicher. Ganz wichtig: Unbedingt auf SRF schauen – die Synchronisierung auf Hochdeutsch klingt noch immer grauenhaft.

Haben Liebesgeschichten etwas in einem Krimi zu suchen? Stimmen Sie ab und diskutieren Sie in den Kommentaren unten mit!


Der Trailer zu «Zwei Leben». (Quelle: SRF)

(lme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pitri am 17.09.2017 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    denkt positiv

    warum immer wieder gleich negativ? schaut ihn euch doch zuerst an. Klar, man kann immer geteilter Meinung sein. Ich schaue den Tatort regelmässig und ja die alten waren oft besser und auch mir gefällt nicht jeder. Aber es gibt auch jetzt gute, gerade den letzte Woche aus Stuttgart fand ich echt spannend. Auch die Schicksale der einzelnen Verdächtigen im Stau.

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  • Lokker am 17.09.2017 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Nach der Gewaltwelle

    jetzt die Sexwelle?( ..oder kein Land in Sicht) Unsere Kreativen sind eh allgemein ein bisschen ratlos und überfordert momentan. Eine orientierungslose Generation in der Warteschlaufe....

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  • einori am 17.09.2017 11:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sumsakras

    Das sind ja mal Zeitgemässe Nachrichten. Danke, was würde ich nur ohne euch tun. Das sind doch mal super Beiträge. Weiter so

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marcellus am 18.09.2017 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    Zeit abgelaufen

    Ich fand in gar nicht schlecht, schon von der Aktualität des Themas her. Wirklich schlimm finde ich das gewisse "Kommissarinnen" mit Kreischenden piepsenden überlauten stimmen umherschreien, und Machomässig den Obermacker markieren, so das ich nach wenigen Minuten wegen Kopfschmerzen den Sender wechseln muss.

  • nibelungen am 18.09.2017 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    oberschwach

    Ein halbes Jahr ! Ich hätte gerne noch länger gewartet !

  • Markus R. am 18.09.2017 01:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ein gelungener Schweizer Tatort mit

    sehr guten Schauspielern besonders der Michael Neuenschwander, der den Beni Gisler spielt, und der sein Traumata nach dem Unfall gut rüberbringt.

  • Horst Horschte am 17.09.2017 23:22 Report Diesen Beitrag melden

    Immer wieder Sonntag

    Schlecht. .kein drive..zäh. .gut gespielt aber schlechter Fall. Ganz mieser Tatort.

  • Barbara am 17.09.2017 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt nicht!

    Guter Tatort! Schlechter Artikel! Schade!