10 Jahre «Bauer, ledig, sucht ...»

12. Juli 2018 05:51; Akt: 12.07.2018 05:51 Print

«Homosexuelle Bauern sind untervertreten»

von Angela Hess - Am Donnerstag startet die neue Staffel von «Bauer, ledig, sucht ...». Wir haben mit Moderator Marco Fritsche über das Jubiläum der Sendung und Familienplanung gesprochen.

Marco Fritsche erklärt, dass er bei «Bauer, ledig, sucht ...» gern mehr homosexuelle Bäuerinnen und Bauern sehen würde. (Video: Tamedia/20 Minuten)
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Seit zehn Jahren flimmert «Bauer, ledig, sucht ...» bereits über die Schweizer TV-Bildschirme. Und die Kuppler-Quote ist deutlich besser als bei den «Bachelor»-Formaten: 17 Hochzeiten, elf Verlobungen und 23 Babys sind das Resultat von 13 Staffeln. Marco Fritsche moderiert «Bauer, ledig, sucht ...» seit der zweiten Staffel. Wir blicken mit dem 42-Jährigen zurück und nach vorn.

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Marco, du moderierst «Bauer, ledig, sucht ...» schon fast so lange, wie es die Sendung gibt. Gab es auch Momente, in denen du aufhören wolltest?
Am Anfang war es schon hart, als wir je eine Sommer- und eine Winter-Staffel gedreht haben. Ich hatte dazwischen vielleicht drei Wochen Ferien, bevor es wieder losging. Aber auch damals wäre es mir viel zu schwer gefallen, den Job jemand anderem zu überlassen.

Welches Erlebnis ist dir von all den Jahren am meisten in Erinnerung geblieben?
Dass ich bei Koni und Nataschas Hochzeit Trauzeuge war – das werde ich nie vergessen. Sie waren eines der Paare in meiner ersten Saison als Moderator.

Was ist jeweils der schönste Moment einer Staffel?
Ich bilanziere am Ende einer Staffel immer gern: Wie viele Paare haben wir zusammengebracht? Dabei ist der Stichtag wirklich der letzte Tag, an dem ich moderiere. Es freut mich dann sehr, wenn wir «einen guten Jahrgang» haben – andererseits bin ich natürlich auch geknickt, wenn nur wenige ihr Liebesglück finden.

Und wie viele glückliche Paare muss es geben, damit du zufrieden bist?
Mehr als fünf! Alles darunter finde ich etwas knapp (lacht).

Wie gut bist du mit deinen Einschätzungen, ob die Beziehung hält?
Wenn ich wetten würde, dann hätte ich schon viel Geld verloren! Klar gibt es Paare, bei denen man einfach von Anfang an sieht, dass es passt. Aber ich bin zu oft schon falsch gelegen, als ich dachte, es klappt nicht – und dann wurde aus den beiden ein Traumpaar.

Wieso begeistert «Bauer, ledig, sucht ...» das Publikum?
Ich glaube, es hat viel mit Nostalgie zu tun: Jeder hat einen Onkel oder Grossvater, den er als Kind auf dem Bauernhof besucht hat. Aber es spielen sicher auch die postkartenmässigen Bilder der Schweiz eine grosse Rolle.

Was unterscheidet das Schweizer Format deiner Meinung nach vom deutschen «Bauer sucht Frau»?
Hier mag man dieses Fremdschämen und Blossstellen nicht. Ich bin absolut dagegen, dass man unsere Bauern unvorteilhaft darstellt, und mache ihnen deshalb auch immer klar, dass sie sich gut überlegen, was sie vor der Kamera sagen.

Sprechen die Teilnehmer frei? Oder gibt es ein Script?
Schön wäre es, wenn sie nur ablesen müssten! Dann wären wir viel schneller fertig. Nein, unsere Leute sagen wirklich einfach das, was sie sagen.

Was findest du das Schönste am Bauernleben?
Bauern verfügen über eine Freiheit, die ich sonst aus keinem Beruf kenne. Klar gibt es viel Administratives, viele Gesetze und Vorschriften, aber dennoch können sie sich den Arbeitstag selber einteilen. Und Familien profitieren davon enorm: Man arbeitet da, wo man wohnt, und verbringt viel Zeit zusammen.

Würdest du dir so ein Leben auch für die eigene Familie wünschen?
Dieser Zug ist schon lange abgefahren. Abgesehen davon, dass es gleichgeschlechtlichen Paaren in der Schweiz immer noch nicht gestattet ist, Kinder zu adoptieren, haben mein Mann und ich die Familienplanung sowieso abgeschlossen. In jungen Jahren konnte ich es mir sehr gut vorstellen, Papa zu werden, doch mittlerweile bin ich mit meiner Rolle als Götti mehr als zufrieden.

Wie siehst du es denn bei «Bauer, ledig, sucht ...» mit der Repräsentation von homosexuellen Bauern?
Wir hatten bisher zwei schwule Bauern. Wie es in der Gesellschaft und in jeder Berufsgattung halt ist, sind schwule Bauern prozentual untervertreten. Aber wir sind offen: Eine lesbische Bäuerin, ein schwuler Bauer – meldet euch! Wir sind dabei, wenn ihr dabei seid.

Die 14. Staffel von «Bauer, ledig, sucht ...» läuft ab 12. Juli jeweils donnerstags um 20.15 Uhr auf 3+.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sarawak am 12.07.2018 06:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der kleine Unterschied

    Es gibt höchst wahrscheinlich weniger schwule Bauern als schwule Fernsehmoderatoren.

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  • Martin am 12.07.2018 06:53 Report Diesen Beitrag melden

    Titel ist garantiert falsch

    Warum haben die Homosexuellen immer das Gefühl sie haben zu wenig Präsenz in den Medien? Nimmt man die prozentuale Anzahl Homosexueller und rechnet die hoch, wird schnell mal klar das sie viel zu viel Präsenz haben. So viel das man sich ja kaum mehr getraut zu sagen man sei Hetro.

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  • T. aus B. am 12.07.2018 07:28 Report Diesen Beitrag melden

    Persönliche Erfahrung

    Ich hätte vielleicht den Hof übernommen, wenn mein homophober Vater mir nicht die ganze Freude an der Landwirtschaft vermiest und sprichwörtlich vom Hof gejagt hätte. Zusätzlich hielt ich es, als junger Mann, in dem winzigen Bauernkaff auch nicht mehr aus. So habe ich halt einen anderen beruflichen Werdegang eingeschlagen und jetzt, 20 Jahre danach, ist es für mich "zu spät".

Die neusten Leser-Kommentare

  • L.Riman am 12.07.2018 19:14 Report Diesen Beitrag melden

    Homosexuell hin oder her

    Aber ohne Marco Fritsche kann man sich diese Sendung gar nicht mehr vorstellen.

  • Jajoo am 12.07.2018 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh man...

    Sicher gibt es Homosexuelle, die sich vlt. nicht gerade (vorallem so öffentlich) "outen" möchten. Ich denke aber es liegt daran, dass man bei dieser (meiner meinung nach) kaputten Sendung einfach nicht mitmachen will. Vielleicht eine kurze erklärung warum "kaputt": Dieses Format und viel mehr noch "der/die Bachelor/ette" zeigen doch, dass nichts mehr heilig ist. Selbst das Intimste überhaupt, lässt sich vermarkten. Vom geistigen Niveau mal ganz abgesehen. Aber da wir glücklicherweise in einem + - freien Land leben, kann jeder schauen was er will. Und ich muss nicht schauen, was ich nicht will

  • bisherleser am 12.07.2018 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    so langsam nervt es

    Ja und 77-jährige brille- & hörgeräte tragende Bauern mit langen Haaren und Tango-Talent sind auch nicht repräsentiert. Sorry, aber diese "ich werde diskriminiert" Haltung nervt einfach nur. die sexuelle Einstellung steht nun mal nicht im Vordergrund in dieser Sendung, genausowenig wie die Traktormarke. Es muss nicht immer alles breit ausgetreten werden.

  • Yvonne am 12.07.2018 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Familienplanung abgeschlossenen

    Wir haben unsere Fmilienplanung(1 Tochter) auch abgeschlossen.Mein Mann wurde nach der Geburt unserer Tochter sterilisiert.Unkomplizierte und vorallem sichere Verhütung.

    • anonüm am 12.07.2018 15:40 Report Diesen Beitrag melden

      etwas fehl am platz

      danke für den Beitrag

    • Samanta am 12.07.2018 17:18 Report Diesen Beitrag melden

      Yvonne

      ..., vor allem egoistisch und wenn die Frau die Hosen an hat!

    • Autsch am 12.07.2018 17:27 Report Diesen Beitrag melden

      Gute Nacht!

      wow, du redest über deinen Mann, als handle es sich hier um den Haushund.

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  • Elsa am 12.07.2018 10:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ansicht

    Was mich an den Homos ein bisschen stört ist das sie nicht konsequent mit ihrer Veranlagung umgehen. Dass sie kirchlich heiraten wollen ist vielleicht, aus Sicht von einigen normal, aber dass die Kinder adoptieren wollen oder künstlich zeigen wollen finde ich nicht normal

    • walter45 am 12.07.2018 20:40 Report Diesen Beitrag melden

      Elsa

      sie sprechen mir aus dem Herzen!

    • auch kein normaler am 12.07.2018 21:01 Report Diesen Beitrag melden

      was ist denn schon noch normal?

      die sind nicht normal. nur lebenslängliche verknurrte knastis hegen solche Gefühle.

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