«Nr 47» soll Junge ansprechen

25. Januar 2018 09:42; Akt: 25.01.2018 12:21 Print

SRF-Webserie kostet ein Viertel von «Wilder»

Die Ausgangslage könnte mit der No-Billag-Initiative schwieriger nicht sein. Trotzdem präsentierte SRF-Direktor Ruedi Matter gestern ein mutiges und vor allem junges SRF-Programm 2018.

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Nachfolge gesucht: SRF-Direktor Ruedi Matter verlässt das Schweizer Fernsehen. Ruedi Matter verkündete an der Jahresmedienkonferenz im Leutschenbach, was das Schweizer TV-Publikum 2018 von SRF erwarten darf. Das grösste Experiment geht der Sender im Jahr der No-Billag-Abstimmung ... ... mit der ein. Die Mitwirkenden sind allesamt Talente aus der Schweiz und unter 30 Jahre alt (im Bild: Eva Langnäse (19), eine der Hauptdarstellerinnen). Die Serie spielt in einem Wohnblock an einer fiktiven Strasse in Bern und behandelt Themen wie Stress, Identitätsfindung und Ausländerfeindlichkeit. Die neue Eigenproduktion. Die achtteilige Serie wird in Doppelfolgen ausgestrahlt und beleuchtet das Beziehungs- und Sexleben zweier Paare. Laut SRF-Direktor Matter die perfekte Serie für junge Zuschauer, weil «witzig und schnell». Ab sofort tragen ausgewählte Sendungen für die junge Zielgruppe das Label «SRF Young Talents». «Im September plant SRF eine Themenwoche zu den ‹SwissSkills 2018›, den Schweizer Meisterschaften der jungen Berufsleute.» «Weitere Formate sind ‹Morgen sind wir Champions› und ‹Morgen sind wir König›, Langzeitprojekte, in denen Filmteams Nachwuchsfussballer respektive Nachwuchsschwinger auf ihrem Weg begleiten», erklärt die SRF-Sprecherin Andrea Wenger. Der Überraschungserfolg ausgestrahlt werden. Zur Story ist so viel schon bekannt: Rosa Wilder (Sarah Spale) geht in die USA, wo sie sich zur Profilerin ausbilden lässt. Ein Entführungsfall bringt sie zurück in die Schweiz. Dabei trifft sie auch wieder auf den Bundespolizisten Manfred Kägi (Marcus Signer). Bereits bestellt ist die siebte Staffel von ausgestrahlt. SRF deutete an der Medienkonferenz auch einen Ausbau der an: «2018 ist ein grosses Sportjahr: mit den Olympischen Spielen in Pyeongchang und der Fussball-Weltmeisterschaft in Russland. Zitat Ruedi Matter. «Das wird ein Fest!» Aber auch mit Sportevents in der Schweiz, etwa dem Schwingen mit stark ausgebauten Liveberichten oder der Mountainbike-WM in Lenzerheide», so das Fazit in einer Mitteilung.

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Der Termin ist ein Fixpunkt zum Anfang des Jahres. Und dieses Jahr lockte die SRF-Jahresmedienkonferenz besonders viele Journalisten ins Studio 2 im Zürcher Leutschenbach. Sogar aus Deutschland ist eigens ein Team der ARD angereist, um einen Dokumentarfilm zu drehen.

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Der Ansturm hat sicherlich auch mit der No-Billag-Initiative zu tun, die SRF zu einem knallharten Sparprogramm zwingen würde. Die Konsequenz einer Annahme der Initiative laut SRF-Direktor Ruedi Matter (64): «Alle grossen Produktionen wären nicht mehr möglich.»

«Nr. 47» und «Seitentriebe» für junges Publikum

Umso kämpferischer trat Matter vor die Medien und präsentierte mit viel Herzblut die Pläne für das Jahr. Als Erstes kommunizierte Matter, was alle hören wollten: Die SRF-Erfolgsserie «Wilder» geht in eine zweite Runde, ausserdem ist eine siebte Staffel von «Der Bestatter» in Produktion.

Dann präsentierte er brandneue Formate für das junge Publikum: Mit «Nr. 47» steht eine junge Webserie in den Startlöchern (die ersten 20 Folgen gehen im Mai online) und «Seitentriebe» (ab 26. Februar) soll auf witzige Art und Weise die Krisen zweier Paare im Beziehungs- und Sexleben erzählen.

SRF und eine reine Webserie – geht das?

Besonders im Fokus steht die von SRF produzierte Webserie mit dem Titel «Nr. 47». An einer fiktionale Serie, die nur im Netz zu sehen sein wird, hat sich SRF bisher noch nie versucht. Da stellt sich die Frage: Darf das Schweizer Fernsehen so etwas überhaupt? Stefano Semeria, Leiter Junge Zielgruppe bei SRF, erklärt: «Wir müssen unser Publikum dort erreichen, wo es sich aufhält.»

Die Kosten von «Nr. 47» betragen im Vergleich zu anderen Produktionen, wie «Wilder» oder «Der Bestatter»rund einen Viertel. Die Webserie koste 2000 bis 3000 Franken pro Minuten. Eine der Protagonistinnen von «Nr. 47» wurde auch gleich vorgestellt: Elsa Langnäse (19), Gymnasiastin und Nachwuchs-Schauspieltalent aus Zürich. Auch der Soundtrack der Serie soll authentisch sein – die Musik stammt komplett aus den Federn junger Schweizer Bands.

Neues Jugendlabel: SRF Young Talents

Ab sofort tragen Sendungen für die junge Zielgruppe das Label «SRF Young Talents». «Im September plant SRF eine Themenwoche zu den ‹SwissSkills 2018›, den Schweizer Meisterschaften der jungen Berufsleute. Weitere Formate sind ‹Morgen sind wir Champions› und ‹Morgen sind wir König›, Langzeitprojekte, in denen Filmteams Nachwuchssportler auf ihrem Weg begleiten», erklärt die SRF-Sprecherin Andrea Wenger.

Ruedi Matter im 20-Minuten-Interview zu den Konsequenzen einer Annahme der No-Billag-Initiative

(lme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jo am 25.01.2018 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Grund mehr für No-Billag

    Sorry für das will ich keine Billag bezahlen ! Das hat mit Service Publique nichts zu tun. Wenn es dazu ein Markt gibt können das Private auch tun und ohne Zwangs-Abgaben

  • Der Weitsichtige am 25.01.2018 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    SF wird offenbar dank immensem

    öffentlichem Druck nun endlich marktgerecht. Das heisst: Die SRG wird auch ohne Billag-Gebühren ihren Weg finden. Unser Geld brauchen die nicht.

  • Oliver R. am 25.01.2018 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch schön

    Wenn man einfach drauflos machen und aus dem vollen schöpfen kann. Egal ob gut, sinnvoll, erfolgreich, denn das Geld fliest einfach, immer und immer wieder. Für was braucht die SRG überhaupt soviel verschiedene Sender? Übrigens ich lese immer wieder das die SRG ein Verein wäre, was ist da dran, stimmt diese Information?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jxvxbn am 25.01.2018 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon längst out

    Ich habe noch nie von diesen Sendungen gehört und ich bin mir bestimmt sicher das die meisten jungen Leute das nicht anschauen werden. Ich auch nicht und ein Grund mehr für ein JA!

  • Sabinchen am 25.01.2018 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    Für Schweizerinnen ist klar:

    Diese Initiative hat nichts mit einer Neuorientierung zu tun, sondern will a) die SRG komplett privatisieren (und damit den Einfluss des Volkes unterbinden) und b) das Prinzip einer ausgewogenen Medienberichterstattung abschaffen. Ist das im Sinne der Schweiz? NEIN.

  • Kärlchen am 25.01.2018 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Heuchler

    Jetzt wird aus allen Rohren gegen die SRG geschossen und im Sommer hocken dann alle wieder zuhause oder sonstwo vor der Glotze und schauen der Schweizer Nati zu. Geniesst es, denn künftig werdet ihr weit mehr als 450 CHR zahlen müssen, um die WM zu sehen. Die internationalen Medienriesen stehen in den Startlöchern und die wollen nur eins: Kasse machen. Inhalt egal.

    • schuschleid am 25.01.2018 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kärlchen

      So ist es!

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  • Sportler am 25.01.2018 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Es kostet so oder so

    Heute bezahlen die Ehrlichen 465.- im Jahr. Mit No-Billag kostet es im Monat mindestens 13.- für Netflix und 29.- für Teleclub Sport = 12x42.- = 504.- Und RTL HD usw. ist auch nicht mehr gratis. Dank Swisscom und UPC merkt der Kunde bislang nichts. Wer mit dem Sender-Angebot eines italienischen Hotels zufrieden ist, soll Ja stimmen, für alle andern kommt ein Nein billiger.

  • Doris am 25.01.2018 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Nachrichten oder Schwachsinn

    Ich bin für Nachrichtensender und bin auch bereit dafür zu zahlen, aber was hat Container Jungs, Bachelor, Bestatter oder ähnliches mit Information zu tun? Konzentriert euch auf eure Kerngebiete und nicht Mischwarenkonzern

    • Kalotay am 25.01.2018 13:38 Report Diesen Beitrag melden

      Mit eu brucht mer nerve

      Lesen Sie mal den Service Public durch, dann wissen Sie auch was der Staat Schweiz dort drin vermerkt hat, an das die SRG sich halten muss! Der Bachelor ist dann übrigens auf einem anderen Sender und was bitteschön soll "Container Jungs" sein?

    • Maler50 am 25.01.2018 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Doris

      Wenn Sie schon die SRG kritisieren wollen,sollten Sie aber auch wissen das etliche Beispiele die Sie genannt haben nicht von der SRG gesendet wird!

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