Reality-TV

09. Januar 2013 11:37; Akt: 09.01.2013 16:22 Print

Nach unten ist noch Luft

von Oliver Baroni - In England läuft «Celebrity Big Brother» – zum elften Mal. Auf RTL beginnt die siebte Staffel vom «Dschungelcamp». Wann bekommt die Schweiz endlich ihre D-Promi-Sause? Die Zeit ist reif.

Video: Speidi werden von allen «Big Brother»-Teilnehmern nominiert (Channel 5 / Daily Mail).

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Diese Woche startete auf dem britischen TV-Sender Channel 5 die elfte (!) Staffel von «Celebrity Big Brother». Mit dabei ist der übliche Mix britischer D-Promis, die mit einem Aufenthalt im «BB»-Haus ihre serbelnden Karrieren etwas aufzupeppen hoffen: Seifenoper-Stars, ehemalige Girlgroup-Mitglieder, «X Factor»-Absolventen, Busen-Models sowie die US-Reality-Stars Heidi Montag und Spencer Pratt. Neustes Gerücht: Lindsay Lohan soll als Stargast vorbeischauen.

Ikonen der Populärkultur

Seit «Celebrity Big Brother» anno 2001 als Spinoff des damals grassierenden globalen «Big Brother»-Trends erstmals über den Sender ging, erfreut sich die Reality Show ungebrochener Popularität. Diverse inzwischen legendäre Szenen haben Einzug in die Annalen der Populärkultur gehalten. Etwa das Mobbing von Bollywood-Star Shilpa Shetty durch Jade Goody, S-Club-7-Sängerin Jo O'Meara und Ex-Miss-England Danielle Lloyd anno 2007. Shetty gewann in der Folge die Staffel mit der höchsten Publikumsgunst seit Beginn der Folge. Jade Goody galt danach als «Most Hated Woman in Britain» – ein Image, das sich ins Gegenteil verkehrte, als Goody 2009 ihr Krebsleiden (und ihren späteren Tod) in den Medien ausschlachtete.

Auch wurden Stars bei «Celebrity Big Brother» gemacht. 2006 wurde erstmals ein Nicht-Promi in das «Celeb Big Brother»-Haus geschleust: Nacktmodel Chantelle Houghton konnte die anderen Mitbewohner davon überzeugen, dass sie ein Ex-Mitglied der (fiktiven) Girlgroup Kandy Floss war, die mit dem (ebenfalls fiktiven) Song «I Want It Right Now» einen Nummer-eins-Hit hatte. Chantelle gewann in der Folge die Staffel. Seither gehört sie selbst zur Liga der Insel-Promis.

Busenmodels und Hollywoodstars

Der nachhaltige Erfolg von «Celebrity Big Brother» liegt wohl auch daran, dass Grossbritannien eine schier unerschöpfliche Reserve an D-Promis zur Verfügung hat. Von Busenmodels wie Jodie Marsh bis zu feministischen Schriftstellerinnen wie Germaine Greer war im «Big Brother»-Haus so ziemlich alles dabei. Und zur Not kann man sich ja jederzeit bei den Amerikanern bedienen: Basketballer Dennis Rodman, Mini-Me aus «Austin Powers», The Situation aus «Jersey Shore», Coolio, Latoya Jackson, Tara Reid und etliche weitere waren schon mit von der Partie.

Ähnlich verhält es sich im deutschen Kulturraum, wo derzeit die siebte Staffel von «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!» über den Sender geht. Auch hier machen sich Schlagerstars, gescheiterte Schauspielerinnen, Knackis und Reality-TV-Abgänger fürs TV-Publikum zum Affen. Die Werbeeinnahmen dürfen sich sehen lassen.

Im Dschungel gibt es keine Cervelats

Nun fragt es sich, weshalb es noch keine Schweizer Version dieser Shows gibt. Das Publikumsinteresse dürfte ja auch hierzulande riesig sein. Nebst Kosten-Argumenten – ein Dschungelcamp im australischen Busch ist eine ordentlich teure Angelegenheit – wird gemeinhin auch ein Mangel an Promis vorgeschoben, die bereit wären, bei einem solchen Anlass mitzumachen.

Bis anhin dürfte alleine schon die kleine Anzahl kleiner Stars in der kleinen Schweiz jeglicher Planung einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. Auch zelebrierte die Cervelat-Prominenz bisher geradezu demonstrativ brävste Biederkeit, was die Teilnahme an einer Trash-Show von vornherein ausschliesst.

Die heranwachsende D-Promi-Liga

Doch die Zeiten ändern sich: Seit «Jung, wild & sexy» oder «Der Bachelor» Erfolge feiern, seit Hobby-Sopranistinnen Talentshows gewinnen, seit selbst die Miss-Schweiz-Wahl zur Reality-Show degeneriert und die Mister-Wahl gar nicht mehr auf SRF ausgestrahlt wird, züchten wir langsam, aber sicher eine wachsende D-Prominenz heran, aus der eine unterhaltsame «Big Brother»-WG rekrutiert werden könnte. «JWS»-Cyril und «Bachelor»-Rachele teilen sich WG-Küche, Wohn- und Badezimmer? Logisch ginge das! Und noch Ex-Boxer Angehrn, ein ehemaliges Ski-Ass, der Typ mit dem «Ha nur welle Wüsse»-Song, die eine oder andere Ex-Miss ... ein «Big Brother»-Haus liesse sich garantiert füllen – und würde Quoten liefern.

Talkback: Wer sollte Ihrer Meinung nach in ein Schweizer «Celebrity Big Brother»-Haus oder ins Dschungelcamp? Wer sind unsere D-Promis? Vorschläge, bitte!

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • andy stutz am 09.01.2013 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    promis

    die schweiz schickt ja in fast jede dieser sendungen in D ihre vertreter!

  • Gutfried am 09.01.2013 19:04 Report Diesen Beitrag melden

    nein bitte nicht!

    wenn wir schon rekordmässig hohe Billag Gebühren bezahlen müssen, dann darf SF, DRS, Swiss SF, Tele Schweiz, Public Suisse, SFR. SRF (wie heissen die schon wieder?) sich schon anstrengen und etwas gescheites produzieren. Wenn aber die Meinung der Fernsehmacher ist, die Breite Mass will das sehen, dann müssen die Billag Gebühren halbiert werden. Denn so einen Mist zu produzieren kann nicht viel kosten!

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  • Bruce McWallcroft am 10.01.2013 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    SF sei doch kreativ!

    Och mann, hört doch auf jeden Mist zu kopieren vom Ausland. All diese Formate sind schon sooo ausgelutscht bevor ihr die auch nur anschaut zum kopieren! Seid doch mal kreativ und entwickelt eine spannende Gameshow, bei der man für sein Geld noch richtig was bieten muss. Zb eine Survival-Schnitzeljagd in der Wildniss, bei der man auch sein Gehirn anstrengen muss und Aufgaben lösen bevor man den nächsten Rätsel-Standort erhält zu dem man sich durch die Natur kämpfen muss.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tränendrüse am 11.01.2013 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    zum Weinen

    Es ist zum Weinen.

  • Raoul Duke am 10.01.2013 17:44 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Castingshows oder RTL-Kacke!

    Wenn SRF Sendungen kopieren muss, um bessere Quoten zu erreichen, dann aber bitte von den "gleichgestellten" Sendern wie ARD und ZDF. Aber bitte unterlasst es doch von niveaulosen Sendern wie RTL oder RTL 2 zu kopieren.

  • John G. am 10.01.2013 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    Mir wäre es so extrem peinlich solche Shows zu verfolgen. Wer macht das überhaupt? Ich will kein Prediger sein, aber es gibt in Sachen Unterhaltung weit aus mehr als Reality-TV. Bitte werdet erwachsen.

  • Bruce McWallcroft am 10.01.2013 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    SF sei doch kreativ!

    Och mann, hört doch auf jeden Mist zu kopieren vom Ausland. All diese Formate sind schon sooo ausgelutscht bevor ihr die auch nur anschaut zum kopieren! Seid doch mal kreativ und entwickelt eine spannende Gameshow, bei der man für sein Geld noch richtig was bieten muss. Zb eine Survival-Schnitzeljagd in der Wildniss, bei der man auch sein Gehirn anstrengen muss und Aufgaben lösen bevor man den nächsten Rätsel-Standort erhält zu dem man sich durch die Natur kämpfen muss.

  • srdjan matejic am 10.01.2013 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut so

    brävste biederkeit, oder doch ein restbestand an gesunden menschenverstand?