Ganser-«Arena»

17. März 2017 12:49; Akt: 17.03.2017 13:29 Print

Noch nie gab es so viele Beschwerden

Die Zuschauer finden, Historiker Daniele Ganser wurde in der SRF-Sendung unfair behandelt. 492 Beanstandungen sind eingegangen.

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Waren sich in der Sendung nicht einig: Historiker Daniele Ganser und Moderator Jonas Projer (rechts im Bild). Foto: Printscreen

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Die SRF-Sendung «Arena» über die Glaubwürdigkeit der Medien hat eine Rekordzahl an Beschwerden ausgelöst: Nach einem Disput zwischen dem Historiker Daniele Ganser und SRF-Moderator Jonas Projer sind beim SRG-Ombudsmann 492 Beanstandungen eingegangen. Die Inhalte der Beanstandungen waren alle ähnlich.

«492 Beanstandungen sind gegen die Arena-Sendung eingegangen – das ist die höchste Anzahl, seit es die Ombudsstelle gibt», sagte Roger Blum, der Ombudsmann der SRG, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. «Ausnahmslos alle Beanstandungen fallen zugunsten des Gastes, Daniele Ganser», aus.

Unfair und diskriminierend?

Daniele Ganser ist Historiker und Publizist. Er war im Februar in die Sendung «Trumps Krieg» eingeladen worden, um als einer von zwei Gästen, die den Medien misstrauen, über Vertrauen oder Misstrauen in die Medien zu diskutieren. Dabei ist es zu einem Disput zwischen ihm und dem Moderator gekommen, der die Welle an Beanstandungen ausgelöst hat.

Gemäss Blum haben ausnahmslos alle beanstandet, dass Ganser unfair oder diskriminierend behandelt worden sei. Zudem habe der Sender eine E-Mail Gansers veröffentlicht, ohne dessen Einwilligung eingeholt zu haben.

Viele Zuschriften aus dem Ausland

«Interessant ist, dass die Inhalte der Beschwerden teilweise sehr ähnlich sind», sagte Blum. Weiter sei bemerkenswert, dass ein beträchtlicher Teil der Schreiben aus dem Ausland – aus Deutschland, Österreich, Südtirol, Luxemburg und Holland – gekommen sei. Wegen seiner Auftritte im Ausland hat Daniele Ganser gemäss Blum dort eine «beachtliche Fangemeinde».

Der Ombudsmann muss nun die fast 500 Texte sichten, die Hauptargumente zusammenfassen und in einem Schlussbericht eine Einschätzung abgeben. Dabei wird er medienethische Grundsätze berücksichtigen. Ferner komme das Radio- und Fernsehgesetz zum Zug.

Stellungnahme wird ausgearbeitet

Zu beachten gilt es gemäss Blum auch, dass es sich um eine Diskussions- und nicht um eine Informationssendung handle. «Das Bundesgericht macht hier einen Unterschied», erklärt er. In einer Diskussionssendung könne der Moderator – anders als bei einer Informationssendung – nicht zu 100 Prozent auf den Inhalt Einfluss nehmen.

Derzeit arbeitet gemäss Blum auch das SRF an einer Stellungnahme. Beides zusammen wird Anfang April den Beanstandern zugeschickt. Ihnen wird es offen stehen, ob sie anschliessend an die Unabhängige Beschwerde-Instanz von Radio und Fernsehen (UBI) gelangen möchten. Dafür braucht es pro UBI-Beschwerde die Unterschrift von 20 Personen.

(woz/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Janni am 17.03.2017 13:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arena

    Es war in der Tat unsäglich, wie unfair Ganser behandelt wurde. Nach der Sendung wusste ich einmal mehr, weshalb ich die Arena nur noch selten schaue.

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  • Anna Weiss am 17.03.2017 13:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spitze des Eisbergs

    Ich habe keine Beschwerde eingereicht. Fand jedoch die Sendung unausgewogen und unfair. Es gibt noch viel mehr Menschen welche die Sendung im Grunde genommen völlig daneben fanden.

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  • A.S am 17.03.2017 13:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FakeNews

    Frechheit das nicht die ganze E-Mail von Herrn Ganser eingeblendet wurde!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mathias am 30.03.2017 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Schand für die Schweiz

    Diese Sendung war eine Schande für die Schweiz und unsere sogenannte Demokratie!!

  • Realist am 20.03.2017 11:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Show und Unterhaltung!!

    Sind heute der Sinn des Lebens! Nur ja nichts hinterfragen, schön alles glauben und Kritiker als Verschwörungstheoretiker abstempeln... LETS HAVE FUN!!

  • andreas am 19.03.2017 05:02 Report Diesen Beitrag melden

    weiter so, dr. ganser

    Ein Moderator sollte neutral sein. Schon absurd, in der Sendung sollte es um das Vertrauen der Medien gehen und dann macht der Moderator wieder alles falsch was man falsch machen kann. Er lässt nur die offizielle Meinung zu.

  • Pit am 19.03.2017 00:59 Report Diesen Beitrag melden

    Irre ich mich?

    Man kann mich ja korrigieren aber vor ca. 12-15 jahre versuchten doch Nationalisten der USA das World Trade Center zu sprengen aber wurden nach der ersten Detornation geschnappt. Wers besser weiss solls mir bitte schreiben.

  • Emailchecker am 18.03.2017 21:19 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig Korrekt und Service public!

    Die einen beschweren sich über die Veröffentlichung des E-Mails, die anderen beschweren sich darüber, dass es nicht veröffentlicht geworden sei... Typisch Verschwörungstheoretiker! Der Sender hat richtig gehandelt. Auch hat er den Service public berücksichtigt und einen prominenten Verschwörungstheoretiker eingeladen - da er Schweizer Verschwörungstheoretiker vertritt. Die meisten Zuschauer wollen nichts über Verschwörungstheorien hören, da man (ähnlich wie in der Prostitution) sich 'sein eigenes' Weltbild irgendwo anders besorgen kann, nämlich auf YouTube.

    • Leser am 20.03.2017 11:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nun!

      Dann ist es aber nicht unbedingt sehr intelligent von diesem Sender Herrn Ganser zum Thema Trump einzuladen... miserabler Service Public!!

    • Heiri am 20.03.2017 12:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Finde ich auch!

      Also: Klares NEIN zu Billag!

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