Empörte Schauspielkollegen

31. Mai 2018 07:09; Akt: 31.05.2018 07:09 Print

Roseanne ist zurück auf Twitter – und wütet weiter

Nach ihrem rassistischen Tweet kündigte Schauspielerin Roseanne Barr eigentlich ihren Twitter-Rücktritt an. Nun ist sie zurück und macht alles nur noch schlimmer.

Vor wenigen Wochen feierte Roseanne Barr ein gefeiertes Comeback mit der beliebten Sitcom «Roseanne». Nun wird die Serie wegen eines rassistischen Tweets abgesetzt. (Video: Tamedia/Glomex)

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Mit nur einem einzigen Tweet, in dem Schauspielerin Roseanne Barr (65) die einstige Beraterin von Ex-US-Präsident Barack Obama (56), Valerie Jarrett (61), als Baby der «Muslimbruderschaft und ‹Planet der Affen›» beleidigt hat, wurde ihr TV-Comeback zunichte gemacht.

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Der US-Sender ABC zog die Notbremse und setzte die gerade erst neu aufgelegte Serie «Roseanne» wieder ab. Auch Schauspieler und Mitarbeiter der Show sowie Branchenkollegen wie Zoe Saldana, Patricia Arquette oder Don Cheadle reagierten empört auf den Tweet. Roseanne Barr selbst entschuldigte sich auf der Social-Media-Plattform und kündigte ihren Twitter-Rückzug an.


Nach elf Stunden kehrte sie allerdings wieder zurück und setzte um die 50 Retweets ab.

Darunter befanden sich mehrfach Entschuldigungsversuche und die Ausrede, dass Schlaftabletten Schuld an den rassistischen Aussage haben sollen. Die User nahmen ihr dies aber nicht ab.



Roseanne Barr bedankte sich auch bei ihren Fans, die ihr den Rücken stärken. Für sie selbst sei das Ende ihrer Serie nämlich nicht so schlimm wie als Rassistin beschimpft zu werden.


Wie ernst sie ihre Entschuldigung wirklich meint, ist fraglich. Denn gleichzeitig repostet sie Tweets von jenen Personen, die ihre rassistische Aussage verteidigen.

So retweetet sie die Meinung eines Nutzers, der argumentiert, dass es wissenschaftlich Sinn mache, Menschen mit Affen zu vergleichen, da die DNA schliesslich zu 96 Prozent übereinstimme.


Oder User Thomas, der findet, dass nicht die Schauspielerin schuld sei, dass der «Roseanne»-Cast den Job verloren hat, sondern der Sender ABC, der die Serie vorzeitig wieder abgesetzt habe. Die Schauspielerin hat den Eintrag retweetet.


Als Antwort auf einen Tweet schreibt Roseanne sogar scherzhaft: «Ich bin ein Jude, der sich über Hitler lustig macht.»


Zudem repostet sie Tweets von Usern, die behaupten, sie habe ihre Entschuldigung nicht ernst gemeint.


Währenddessen spricht Valerie Jarrett über den rassistischen Tweet auf «MSNBC».


In einem Tweet am Dienstag stellte «Roseanne»-Co-Star Sara Gilbert (43) klar, dass sie und der Cast der Sitcom Roseannes Meinung nicht teilen. Diese Aussage findet eine Nutzerin undankbar.

Roseanne selbst hat den Tweet von Gilbert sowie dieser Userin retweetet und schreibt, dass sie Mitleid mit US-Präsident Donald Trump (71) habe, der jeden Tag solche Kommentare über sich lesen müsse.


Auch weitere Kollegen wie Charlie Sheen äusserten sich auf Twitter. Der Schauspieler freut sich über die Einstellung der Serie: «Adios Roseanne, auf Nimmerwiedersehen. Jetzt ist die Bahn frei für unser Reboot» und postet ein Bild des «Two and a Half Men»-Skripts.


Die Entschuldigung von Roseanne findet bei Schauspielerin Zoe Saldana keinen Anklang.


Schauspielkollegin Patricia Arquette kann nicht verstehen, dass im Jahr 2018 noch solche Aussagen gemacht werden.


Doch damit nicht genug: Barr veröffentlichte und retweetete sogar Bilder, die unpassender nicht hätten sein können. Wie etwa ein Foto, auf dem Whoopi Goldberg ein T-Shirt trägt, auf dem sich Donald Trump in den Kopf schiesst. Dieser und auch alle anderen Retweets wurden bereits gelöscht.

(kao)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Aromat am 31.05.2018 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Aggressive Gesellschaft

    Man muss dies in Relation zu der Stimmung in den USA sehen. Ich habe Verwandte da und die überlegen sich, die USA zu verlassen weil die Stimmung derart aggressiv und primitiv ist, dass sie sich nicht mehr wohl fühlen und sogar einen Bürgerkrieg befürchten. Wir in Europa können uns das gar nicht vorstellen, aber in den USA sieht es wirklich düster aus.

  • Penelope am 31.05.2018 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Enttäuscht

    Ich hätte niemals erwartet, dass Roseanne Barr diese Einstellung hat. Ich fand sie immer durchaus witzig und besonders, gerade genau weil sie nicht den Hollywood-Clichées entspricht. Die Absetzung der Serie ist gerechtfertigt. Schade nur für die anderen Mitarbeiter.

  • Ursula Schiegg am 31.05.2018 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Entscheidung vom Sender

    Roseanne ist nicht nur eine unmögliche "Serie"sondern auch eine schreckliche Person. Ich hab von 89 bis 94 in LA gewohnt und die Serie paar Mal gesehen. Ich dachte gleich, schlimmer gehts nimmer. Aber nach den ersten paar Folgen " Schlimmer geht immer".Ordinär und 90% unter der Gürtellinie. Und das im prüden Amerika. Nach einem Fernseh Interview von der Dame war ich genauso vor den Kopf geschlagen. Jedenfalls verstellen muss sie sich nicht, sie ist im Leben genauso ordinär und etwas "unterbelichtet"sorry wenn ich das so schreibe. Und ich bin weder prüde noch auf den Mund oder Kopf gefallen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Aromat am 31.05.2018 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Aggressive Gesellschaft

    Man muss dies in Relation zu der Stimmung in den USA sehen. Ich habe Verwandte da und die überlegen sich, die USA zu verlassen weil die Stimmung derart aggressiv und primitiv ist, dass sie sich nicht mehr wohl fühlen und sogar einen Bürgerkrieg befürchten. Wir in Europa können uns das gar nicht vorstellen, aber in den USA sieht es wirklich düster aus.

  • Ursula Schiegg am 31.05.2018 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Entscheidung vom Sender

    Roseanne ist nicht nur eine unmögliche "Serie"sondern auch eine schreckliche Person. Ich hab von 89 bis 94 in LA gewohnt und die Serie paar Mal gesehen. Ich dachte gleich, schlimmer gehts nimmer. Aber nach den ersten paar Folgen " Schlimmer geht immer".Ordinär und 90% unter der Gürtellinie. Und das im prüden Amerika. Nach einem Fernseh Interview von der Dame war ich genauso vor den Kopf geschlagen. Jedenfalls verstellen muss sie sich nicht, sie ist im Leben genauso ordinär und etwas "unterbelichtet"sorry wenn ich das so schreibe. Und ich bin weder prüde noch auf den Mund oder Kopf gefallen.

  • Rudi Mentär am 31.05.2018 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Bevormundung überall langsam

    Nirgends darf man sich langsam aber sicher kritisch äussern. Während Politiker Fluchwörter und Beschimpfungen ungehindert brauchen, sobald das Mikrophon abgestellt wurde.

  • Einsatz am 31.05.2018 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    ein Satz

    ich bin empört, entsetzt. So schlimm, so schlimm. Etwas Schlimmeres gibt es gar nicht. Die allerübelsten Kapitel der Weltgeschichte sind dagegen nur ein Lüftchen.

  • Darren am 31.05.2018 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    Verschiedene Standarte

    Man hat einen riesen Skandal daraus gemacht. Passte in Kram? Was ist mit Keith Oberman, Katy Griffith, Joy Reid und anderen? Wieso haben sie noch den Job? Wer hat sich beim Trump entschuldigt?