Kritik an Synchronfassung

18. September 2017 21:08; Akt: 18.09.2017 21:08 Print

SRF erklärt die holprige «Tatort»-Übersetzung

Wieder einmal steht der Schweizer «Tatort» in der Kritik: Auf Twitter bemängeln mehrere User die hochdeutsche Synchronfassung. Nun nimmt SRF Stellung.

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Die Bildstrecke zeigt die kommenden Highlights der aktuellen «Tatort»-Saison: «Goldbach» Hauptkommissare Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) und Franziska Tobler (Eva Löbau), Schwarzwald Das Team aus Freiburg feiert Premiere. Eine 11-Jährige wird erschossen, ein Nachbarsjunge verschwindet. Und was hat es mit dem mysteriösen Waffendepot auf sich? 1. Oktober «Hardcore» Hauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl, links), München Das Pornosternchen Luna Pink wird erdrosselt aufgefunden. Die beiden Kommissare Batic und Leitmayr ermitteln im Rotlicht-Milieu, um den Täter zu finden. 8. Oktober «Fürchte dich» Hauptkommissare Anna Janneke (Margarita Broich, links) und Paul Brix (Wolfram Koch), Frankfurt Zuerst will sich ein Mann anzünden, dann entdecken die Kommissare unter Holzdielen eine alte Kinderleiche. Gruselig. 29. Oktober «Der Fall Holdt» Hauptkommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler), Niedersachsen Die Frau eines Bankiers wird entführt. Lindholm will die Täter finden, bevor sie ihr Opfer ermorden. Doch der Vater überbringt das Lösegeld, ohne sich zuvor mit den Ermittlern abzusprechen. 5. November «Böser Boden» Hauptkommissare Julia Grozs (Franziska Weisz), Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring), Hamburg Die beiden Kommissare sind gleich in zwei Fällen zu sehen: «Böser Boden», in dem es um eine Erdgasförderanlage geht, sowie «Dunkle Zeit», wo sie unter Rechtspopulisten ermitteln. 12. November («Böser Boden») und 17. Dezember («Dunkle Zeit») «Gott ist auch nur ein Mensch» Hauptkommissare Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, links) und Frank Thiel (Axel Prahl), Münster Ein Stadtrat wird als Clown verkleidet ermordet aufgefunden. 19. November «Dein Name sei Harbinger» Hauptkommissare Nina Rubin (Meret Becker, 3. v. l.) und Robert Karow (Mark Waschke, 2. v. r.), Berlin Geht ein Serienmörder um? Alle Opfer wurden durch In-vitro-Fertilisation in einer Klinik am Wannsee gezeugt. 10. Dezember «Der wüste Gobi» Hauptkommissare Lessing (Christian Ulmen, links) und Kira Dorn (Nora Tschirner, rechts), Weimar Lessing und Dorn sind auf der Suche nach einem Frauenmörder mit dem unaussprechlichen Namen Bigamiluschvatokovtschvili (Jürgen Vogel, 2.v.l.) 26. Dezember «Mord ex Machina» Hauptkommissare Jens Stellbrink (Devid Striesow) und Lisa Marx (Elisabeth Brück), Saarbrücken Das selbstfahrende Auto eines Juristen durchbricht eine Mauer und stürzt in die Tiefe. Es ist Stellbrinks vorletzter Fall. 1. Januar 2018 «Waldlust» Hauptkommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts, unten rechts), Ludwigshafen Nach «Babbeldasch» folgt bereits der nächste Impro-«Tatort». Odenthal soll aufklären, ob in einem Hotel ein Mord vertuscht wurde. 2018

Zum Thema
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Die «Tatort»-Folgen aus Luzern haben in Deutschland einen schweren Stand. Oft, so entsteht der Eindruck, stehen die Schweizer Kommissare Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) sogar unter besonders genauer Beobachtung. Häufig geht es dabei um den Inhalt.

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Nach der Ausstrahlung von «Zwei Leben» am vergangenen Sonntagabend wird in den sozialen Netzwerken nun jedoch vor allem die hochdeutsche Synchronfassung intensiv diskutiert. Diese sei, einmal mehr, ziemlich schlecht gelungen, so der Tenor.

«Tatort» in Deutschland auf Schweizerdeutsch?

So schreibt etwa ein Twitter-User: «Wann kommt eigentlich endlich die Option, dass wir im deutschen Fernsehen auch den schweizerischen Ton auswählen können?» Andere Kommentare gehen in eine ähnliche Richtung.


Den «Tatort» in Deutschland oder auch in Österreich auf Mundart zu zeigen, ist für SRF allerdings «keine Option», wie der Sender auf Anfrage von 20 Minuten schreibt, «da die Originalfassung wohl schwer verständlich wäre.»

Bis zu drei Tage lang übersetzen

Laut Lilian Räber, Leiterin Fernsehfilm bei SRF, lebt die «Tatort-Übersetzung von verschiedenen Faktoren: «Von der schweizerdeutschen Färbung, die durch einzelne Wörter, aber auch durch unsere Sprachmelodie erzielt wird, vom emotionalen Spiel der Schauspieler, das auch im Ton spürbar sein muss und von der Lippensynchronität, für die wir eine Synchronregie einsetzen.»

Dabei werde versucht, so Räber, mit jeder neuen Folge Verbesserungen zu erzielen. Es gehe darum, die «Farbe des Schweizerdeutschen» zu erhalten, «ohne dass es aufdringlich wird». Gubser, Mayer und die weiteren beteiligten Schauspieler würden jeweils zwei bis drei Tage in einem Synchronstudio in Berlin verbringen.

«Mit grossem Aufwand verbunden»

Weiter teilt SRF mit: «Die Synchronisation ist mit einem grossen Aufwand verbunden, um die Originalatmosphäre den Zuschauerinnen und Zuschauern möglichst nahebringen zu können.» Eine Atmosphäre, die bei vielen deutschen Zuschauern trotz allem Aufwand nicht wirklich ankommt.

Eine Übersicht über kommende «Tatort»-Highlights finden Sie in unserer Bildstrecke.

(ysc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Johnny am 18.09.2017 21:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    profi synchronsprecher brauchen

    Das beste wäre wenn es die Deutschen selber synchronisieren würden mit ihren Synchronsprechern. Diese Pseudosprache die jetz gesprochen wird ist wahrlich schwer zu ertragen, da so ja gar niemand redet.......

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  • Ueli am 18.09.2017 22:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Güte

    Warum nicht Dialekt soft? Das macht man bei Komödienstadl oder Ohnesorg-Theater, Rosenheimcops oder SOKO Wien ja auch. Der Akzent ist nicht zu überhören, aber trotzdem versteht es jeder

    einklappen einklappen
  • Serge am 18.09.2017 22:04 Report Diesen Beitrag melden

    Schülerfernsehen

    Es ist, einfach gesagt, komplett in die Hosen gegangen. Das mit dieser Synchro. Keine Atmosphäre, keine Varianz, keine Tiefe. Vom Blatt abgelesen und ohrenkundig im schallreduzierten Studio eingesprochen. Nach nichts anderem klang das. Dilettantisch.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Francesco S. am 19.09.2017 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    Originalfassung wohl schwer verständlich

    Das kann doch dem SRF eigentlich Wurst sein, ob die Deutschen oder Oesterreicher die Originalfassung verstehen oder nicht. Solange es von denen ein Bedürfnis ist? Ausstrahlen und einkassieren!

  • Karl Marx am 19.09.2017 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    Tatort

    Lasst doch bitte den Tatort so wie er ist, in Schweizer deutsch. Sonst wird aus dem Tatort noch ein Tatort.

  • Billiger am 19.09.2017 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Billig

    Game of thrones auf deutsch ist jetzt echt nicht tragisch, wenn man von beginn an Deutsch geschaut hat. Zu dem Tatort kann ich nichts sagen da ich es nie geschaut habe aber mit untertiteln sollte es doch kein Problem sein. Narcos ist auch teils auf Spanisch da es einfach besser rüber kommt und el patron del mal habe ich auch komplett auf Spanisch geschaut (auf Deutsch absolut sinnlos). Billige ausrede würd ich sagen

  • f. sigrist am 19.09.2017 16:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tatort Schweiz

    mich stören Details, die nicht stimmig sind. Zum Beispiel: - wie kommt das Opfer über das Geländer. Die Tochter ist sicherlich nicht in der Lage, den mind. 90kg Mann übers Geländer zu befördern. - Opfer liegt nach langem Bremsweg unter dem Hinterrad! - dann die vielen Zufälle. Ganzer Tatort mit viel Geld ohne Witz oder Spannung gemacht, einfach schlecht

  • Tatort-Fan am 19.09.2017 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ich mag das Team

    Also ich schaue als Deutscher genre den schweizer Tatort, es ist ein Ermittlerteam das sich nicht ständig gegenseitig mit Flüchen eindeckt - eine wohltuende Abwechslung. Die schlechte Synchro ist mir allerdings aufgefallen, das hatte ich schon unter "Tatort - Schweizer konservativ?" angemerkt. Es muss ja nicht gleich ein Hardcore-Dialekt sein, bei dem selbst manche Schweizer Mühe mit dem Verstehen haben. Aber ein wenig sprachliches Lokalkolorit sollte schon sein. Schwizerdütsch wird ja nicht gerne gehört in der Schweiz, wäre doch aber ein Mittelweg.